Sturm und mögliche Jahrhundertflut legen am Freitag Fähren in Nordsee und Ostsee lahm
VonMarvin Köhnken
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Stürmisches Wetter in Niedersachsen führt an der Nordsee-Küste in den kommenden Tagen zu Einschränkungen und Ausfällen im Fährverkehr. Auch die Ostsee ist von Ausfällen betroffen.
Update vom Freitag, 20. Oktober. 14:30 Uhr: Der Sturm samt Sturmflut an der See beeinträchtigt sowohl die Fähren in der Nordsee als auch in der Ostsee. Für die Nordsee waren Einschränkungen und Ausfälle bereits im Vorfeld angekündigt worden. Und tatsächlich: Die starken Ostwinde führten bereits bis zum Freitagnachmittag zu erheblich niedrigeren Wasserständen. Letztlich sind zahlreiche Fähren zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln ausgefallen. Auch am Samstag sollten einige Fähren im Hafen bleiben.
„Das ist momentan extrem hier mit dem Wind und dem Wetter. Das hat man nicht oft“, sagte Betriebsleiter Nick Obert von der Wyker Dampfschiffs-Reederei zum extremen Niedrigwasser. „Das ist sehr außergewöhnlich. Da, wo sonst eine kleine Sandbank ist, ist jetzt eine riesengroße Sandbank. Man sieht deutlich mehr Sand und Schlick als sonst.“
Eine Fähre liegt bei extrem niedrigem Wasserstand bei Ebbe im Hafenbecken der Insel Norderney. Dass dort keine Fähren unterwegs sind, ist am Freitag in der Nordsee kein Einzelfall.
Auch in der Ostsee stellten Fähren wegen der dortigen Sturmflut – die eine Jahrhundertflut werden könnte – zeitweise den Dienst ein. So fuhr in Travemünde die Fähre zum Priwall teilweise nicht mehr, in Kiel wurde die Fördefährlinie zwischen der Bahnhofsbrücke in der Innenstadt und Laboe eingestellt. Der Sturm über der Ostsee stoppte auch den deutsch-dänischen Fährverkehr auf den Strecken Puttgarden-Rødby und Rostock-Gedser vorübergehend. (dpa)
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Kräftiger Wind und raues Wetter: Niedrigwasser legt Nordsee-Fähren lahm
Erstmeldung vom Mittwoch, 18. Oktober: Norddeich – Bewohner und Herbsttouristen auf den Ostfriesischen Inseln sollten sich wegen des schlechten Wetters in Niedersachsen in den kommenden Tagen auf mögliche Verzögerungen und Ausfälle bei den Fährverbindungen vorbereiten. Ein kräftiger Ostwind führt von Donnerstag, 19. Oktober, bis Samstag, 21. Oktober, entlang der gesamten deutschen Nordseeküste zu deutlich geringeren Wasserständen, so das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Die Hochwasserstände an der Küste Niedersachsens werden laut Prognose des Landesbetriebs NLWKN in den folgenden Tagen um bis zu eineinviertel Meter niedriger sein als das durchschnittliche Tidehochwasser, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Wegen der reduzierten Wasserstände sei der Betrieb einiger Fähren nicht mehr möglich. „Am Freitag setzen wir den Juist-Verkehr vollständig aus“, informierte eine Sprecherin der Reederei Norden-Frisia (Landkreis Aurich) deutlich im Voraus. Die Insel sei dann nur noch per Flugzeug erreichbar. Auch für die Verbindung zu und von Norderney sind Ausfälle der Fähren für Donnerstag, Freitag und Samstag vorgesehen. Aktuell sind in Niedersachsen und Bremen Herbstferien – das Wetter in Niedersachsen wird zum Wochenende hin nass und windig.
Sturm an der Nordsee macht Fährverkehr an der Küste schwierig bis unmöglich
Des Weiteren haben Fährgesellschaften für die Strecken zu und von Langeoog und Spiekeroog Fahrplanänderungen angekündigt. Dies ist auf das vorhergesagte extreme Niedrigwasser von Donnerstag bis zum Wochenende zurückzuführen. Passagiere sollten sich online über ihre Reiseoptionen informieren, wurde empfohlen.
Die Insel Wangerooge ist von den Fährausfällen ganz besonders betroffen. Die Deutschen Bahn, die den Fährverkehr mit einer Tochterfirma, der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge (SIW) betreibt, teilte am Mittwoch mit, den Fährverkehr am Freitag und am Samstag von und nach Wangerooge komplett einzustellen. Auch für Sonntag sei wegen des kräftigen Ostwindes mit weiteren Einschränkungen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.
Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die nördliche Hälfte Niedersachsens am Donnerstag starken bis stürmischen Ostwind. Sturmböen sind laut Vorhersage am Freitag an der Küste zu erwarten.
Hinweis: Dieser dpa-Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung vom Redakteur Marvin Köhnken sorgfältig geprüft. Alle Updates sind ohne KI-Unterstützung entstanden.