Eingeschränkte Fahrpläne

Sturm und mögliche Jahrhundertflut legen am Freitag Fähren in Nordsee und Ostsee lahm

  • schließen

Stürmisches Wetter in Niedersachsen führt an der Nordsee-Küste in den kommenden Tagen zu Einschränkungen und Ausfällen im Fährverkehr. Auch die Ostsee ist von Ausfällen betroffen.

Update vom Freitag, 20. Oktober. 14:30 Uhr: Der Sturm samt Sturmflut an der See beeinträchtigt sowohl die Fähren in der Nordsee als auch in der Ostsee. Für die Nordsee waren Einschränkungen und Ausfälle bereits im Vorfeld angekündigt worden. Und tatsächlich: Die starken Ostwinde führten bereits bis zum Freitagnachmittag zu erheblich niedrigeren Wasserständen. Letztlich sind zahlreiche Fähren zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln ausgefallen. Auch am Samstag sollten einige Fähren im Hafen bleiben.

„Das ist momentan extrem hier mit dem Wind und dem Wetter. Das hat man nicht oft“, sagte Betriebsleiter Nick Obert von der Wyker Dampfschiffs-Reederei zum extremen Niedrigwasser. „Das ist sehr außergewöhnlich. Da, wo sonst eine kleine Sandbank ist, ist jetzt eine riesengroße Sandbank. Man sieht deutlich mehr Sand und Schlick als sonst.“

Eine Fähre liegt bei extrem niedrigem Wasserstand bei Ebbe im Hafenbecken der Insel Norderney. Dass dort keine Fähren unterwegs sind, ist am Freitag in der Nordsee kein Einzelfall.

Auch in der Ostsee stellten Fähren wegen der dortigen Sturmflut – die eine Jahrhundertflut werden könnte – zeitweise den Dienst ein. So fuhr in Travemünde die Fähre zum Priwall teilweise nicht mehr, in Kiel wurde die Fördefährlinie zwischen der Bahnhofsbrücke in der Innenstadt und Laboe eingestellt. Der Sturm über der Ostsee stoppte auch den deutsch-dänischen Fährverkehr auf den Strecken Puttgarden-Rødby und Rostock-Gedser vorübergehend. (dpa)

Tornado und Orkantief: Die 5 heftigsten Unwetter in Niedersachsen der vergangenen Jahre in Bildern 

Westerland auf Sylt Kyrill
Der 18. Januar 2007 ist vielen Menschen in Niedersachsen vermutlich in Erinnerung geblieben: Der Orkan „Kyrill“ zog über das Land hinweg. Diese Aufnahme zeigt den Vortag, an dem bereits hohe Wellen auf den Strand von Sylt trafen.  © dpa/Carsten Rehder
Sturm - Orkan „Kyrill“ über Deutschland
Im Fischereihafen von Norden-Norddeich schlugen am 18. Januar 2007, rund vier Stunden vor dem Maximum der zu erwartenden schweren Sturmflut, bereits die ersten Wellen über die Pierkante. Bis in den Morgenstunden des Folgetags sollte das Orkantief noch im Norden wüten und Zerstörung mit sich bringen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan "Kyrill" - Hochhausdach fällt auf Wohnhaus
Der Blick aus einem zerstörten Kinderzimmer in Barsinghausen zeigt: Das Orkantief „Kyrill“ hinterließ große Schäden in Niedersachsen. Mit einer Schadenssumme von 149 Millionen Euro verfehlte der Orkan dort nur knapp die Aufnahme in die Liste der weltweit zehn teuersten Naturkatastrophen der Gruppe. 47 Menschen starben durch „Kyrill“. © Jochen Lübke
Tornado auf Helgoland
Wenn Urlauber Helgolands an den 12. Juli 2010 zurückdenken, gefriert ihnen vermutlich das Blut in den Adern. An diesem fegte ein Tornado über die Düne der Nordseeinsel hinweg und richtete erhebliche Schäden an. Ursache für die Superzelle war das Tiefdruckgebiet „Norina“. © dpa/Uwe Nettelmann
Tornado fegt über Helgoländer Düne
Der Tornado, der am 12. Juli 2010 über die Helgoländer Düne hinwegfegte, sorgte vom Land aus für eindrucksstarke Bilder durch massive Wolkenformationen.  © dpa/Kay Martens
Tornados in Norddeutschland - Helgoland 2010
Der Tornado hinterließ auf Helgoland ein Trümmerfeld. Dieses Bild zeigt einen Campingplatz auf der Düne der Insel. Elf Menschen wurden verletzt. Auch kam es zu Schäden in Niedersachsen. Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter zum Beispiel Schäden von etwa einer Million Euro an. Zudem starben zwei Menschen.  © dpa/Andrea Auer
Sturmflut am Hafen in Neuharlingersiel (Niedersachsen)
Der Orkan „Xaver“ wütete vom 4. Dezember 2013 bis zum 10. Dezember 2013 im Norden Europas. Den Norden Deutschlands erwischte er am 6. Dezember 2013 mit voller Wucht. Die „Nikolausflut“ gehört zu den schwersten der letzten 100 Jahre. Dieses Foto zeigt die Stärke der Flut am Hafen von Neuharlingersiel in Niedersachsen.  © dpa/Ingo Wagner
Orkantief Xaver Hochwasser Bensersiel Niedersachsen
Das Hochwasser in den Mittagsstunden am 6. Dezember 2013 überflutete während des Sturmtiefs „Xaver“ den gesamten Campingplatz in Bensersiel, Niedersachsen. Auf den Inseln waren „erhebliche Dünenabbrüche zu verzeichnen“, teilte das niedersächsische Umweltministerium (NLWKN) mit. Insbesondere waren die Dünen am Hammersee auf Juist und die Zeltplatzdünen auf Spiekeroog sowie die Harlehörn-Düne auf Wangerooge betroffen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan Xaver Lüneburg
Auch im Inland Niedersachsens kam es während des Orkantiefs „Xaver“ zu erheblichen Schäden. Auf eisglatter Fahrbahn wurde der Bus von einer Sturmböe erfasst, rutschte von der Straße und knallte in zwei Bäume. Der Gesamtschaden in Deutschland wurde auf 100 bis 200 Millionen Euro geschätzt. Präzise Wettervorhersagen und verbesserter Küstenschutz konnten großeren Summen vorbeugen. In Europa starben insgesamt 13 Menschen, davon in Deutschland eine Person.  © dpa/Polizei Lüneburg
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Das Sturmtief „Friederike“ erreichte am 18. Januar 2018 seinen Höhepunkt. Im Norden Deutschlands brachte der Orkan unter anderem starken Schneefall mit sich. Die Straßen waren deshalb spiegelglatt. So kam es zu einer Reihe an Unfällen. Besonders den Süden Niedersachsens erwischte es heftig. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Den Süden Niedersachsens erwischte der Orkan „Friederike“ heftig. Während in den flachen Regionen des Landes nur wenig Schäden verzeichnet wurden, sah die Lage in der Hauptstadt Hannover ganz anders aus. Wie auf dem Foto zu sehen ist, stürzten unter anderem Bäume in Häuser. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Waldschäden nach Orkan Friederike
Die größten Schäden richtete „Friederike“ in den Wäldern von Niedersachsen an. Landesweit werde mit mehr als zwei Millionen Kubikmetern Sturmholz gerechnet, erklärte damals das Niedersächsische Umweltministerium. Insbesondere im Mittelgebirge wurden Wälder zerstört, wie zum Beispiel im Harz, Solling und dem Weserbergland. © dpa/Stefan Rampfel
Sturmtief Zeynep - Bensersiel
275431582.jpg © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Sturmtief Zeynep - Emden Niedersachsen
Ein Unimog der Hafenbehörde fährt am überschwemmten Kai im Hafen Emden in Niedersachsen vor der Fähre „Westfalen“. Es ist der 18. Februar 2022. An der Nordsee erreichen die Windböen des Orkantiefs „Zeynep“ stellenweise bei über 140 Kilometer pro Stunde. © dpa/Lars Klemmer
Stürme verursachen Schadholz im Privatwald
Mitte Februar zog nicht nur das Orkantief „Zeynep“ über Niedersachsen hinweg. Auch zwei weitere, „Ylenia“ und „Antonia“, sorgten für Unwetter und Sturm. Nach Schätzungen der Landwirtschaftskammer entstanden dabei gut eine Million Festmeter Schadholz. Das Orkantief „Zeynep“ forderte in Europa insgesamt 17 Todesopfer. Ein Mann starb bei Dacharbeiten an der Wurster Nordseeküste, Niedersachsen. In Ostfriesland wurden laut Feuerwehrverband ca. 1900 Feuerwehreinsätzen abgearbeitet. © dpa/Philipp Schulze

Kräftiger Wind und raues Wetter: Niedrigwasser legt Nordsee-Fähren lahm

Erstmeldung vom Mittwoch, 18. Oktober: Norddeich – Bewohner und Herbsttouristen auf den Ostfriesischen Inseln sollten sich wegen des schlechten Wetters in Niedersachsen in den kommenden Tagen auf mögliche Verzögerungen und Ausfälle bei den Fährverbindungen vorbereiten. Ein kräftiger Ostwind führt von Donnerstag, 19. Oktober, bis Samstag, 21. Oktober, entlang der gesamten deutschen Nordseeküste zu deutlich geringeren Wasserständen, so das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Die Hochwasserstände an der Küste Niedersachsens werden laut Prognose des Landesbetriebs NLWKN in den folgenden Tagen um bis zu eineinviertel Meter niedriger sein als das durchschnittliche Tidehochwasser, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Auch die Fährverbindung nach Spiekeroog ist vom Niedrigwasser betroffen.

Wegen der reduzierten Wasserstände sei der Betrieb einiger Fähren nicht mehr möglich. „Am Freitag setzen wir den Juist-Verkehr vollständig aus“, informierte eine Sprecherin der Reederei Norden-Frisia (Landkreis Aurich) deutlich im Voraus. Die Insel sei dann nur noch per Flugzeug erreichbar. Auch für die Verbindung zu und von Norderney sind Ausfälle der Fähren für Donnerstag, Freitag und Samstag vorgesehen. Aktuell sind in Niedersachsen und Bremen Herbstferien – das Wetter in Niedersachsen wird zum Wochenende hin nass und windig.

Sturm an der Nordsee macht Fährverkehr an der Küste schwierig bis unmöglich

Des Weiteren haben Fährgesellschaften für die Strecken zu und von Langeoog und Spiekeroog Fahrplanänderungen angekündigt. Dies ist auf das vorhergesagte extreme Niedrigwasser von Donnerstag bis zum Wochenende zurückzuführen. Passagiere sollten sich online über ihre Reiseoptionen informieren, wurde empfohlen.

Die Insel Wangerooge ist von den Fährausfällen ganz besonders betroffen. Die Deutschen Bahn, die den Fährverkehr mit einer Tochterfirma, der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge (SIW) betreibt, teilte am Mittwoch mit, den Fährverkehr am Freitag und am Samstag von und nach Wangerooge komplett einzustellen. Auch für Sonntag sei wegen des kräftigen Ostwindes mit weiteren Einschränkungen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die nördliche Hälfte Niedersachsens am Donnerstag starken bis stürmischen Ostwind. Sturmböen sind laut Vorhersage am Freitag an der Küste zu erwarten.

Hinweis: Dieser dpa-Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung vom Redakteur Marvin Köhnken sorgfältig geprüft. Alle Updates sind ohne KI-Unterstützung entstanden.

Rubriklistenbild: © Volker Bartels/dpa

Kommentare