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Ist das System Schuld? Vor der Tür der Strandkorb-Vermietung am Nordstrand von Norderney kommt es derzeit immer wieder zu langen Warteschlangen. Das verärgert Urlauber.
Niedersachsen/Norderney – Endlich auf das Meer blicken und im Strandkorb die Seele baumeln lassen – darauf freuen sich jährlich mehr als eine halbe Million Touristen der Insel Norderney. Die Vorfreude scheint bei manchen allerdings schnell zu weichen, spätestens an der Strandkorb-Vermietung. Hohe Preise und ein scheinbar kompliziertes Buchungssystem sorgen für Frust. Jetzt äußert sich das Staatsbad zu den Vorwürfen.
Strandkorb-Drama auf Norderney: Urlauberin lästert über Vermietung am Nordstrand
Eine Urlauberin ist sauer: Eigentlich wollte sie längst im Strandkorb an der Nordsee sitzen und sich die Sonne auf die Haut scheinen lassen. Stattdessen steht sie zum wiederholten Mal in der Warteschlange der Strandkorb-Vermietung am Nordstrand. Wie häufig sie sich heute angestellt hatte, kann sie nicht zählen. Sie möchte einen bestimmten Strandkorb, in einem gewissen Bereich. Doch der Mitarbeiter der Strandkorb-Vermietung hat keine Übersicht darüber, wo welche Strandkörbe stehen, da sie nicht numerisch sortiert sind. Aus diesem Grund müsse sich die Rentnerin die Nummer eines jeden Strandkorbs aufschreiben, der ihr zusagt und diese dann bei der Vermietung abgleichen.
„In der ersten Reihe will ja keiner einen, da wird man ja über getrampelt“, steht für sie fest. Doch jedes Mal, wenn sie dann zur Vermietung geht, sei ihr Wunsch-Strandkorb bereits online weggeschnappt worden. Die Rentnerin besitzt eine Wohnung auf der Insel, kommt regelmäßig her. „Ich wohne beinahe hier“, sagt sie. Das Fiasko um die Strandkörbe sei aus ihrer Sicht nicht tragbar, für Urlauber in ihrem Alter eine Zumutung, findet sie. Auch anderen Gästen sei das bereits negativ aufgefallen, schildert sie. Zu ihrem Ärger ist außerdem nur EC-Karten-Zahlung möglich.
Website der Strandkorb-Vermietung zeigt Übersicht: So viel kostet ein Strandkorb pro Woche
„Wer nimmt denn schon seine Bankkarte mit zum Strand?“ Normalerweise nehme jeder lediglich Bargeld mit. „Den Geldbeutel lasse ich zu Hause.“ Auch die Preise für einen Strandkorb seien ihrer Meinung nach viel zu teuer geworden. Sie komme immer für mindestens zwei oder drei Wochen auf die Insel. Da zahle sie dann beinahe 300 Euro. Ein Blick auf die Online-Strandkorb-Vermietung auf norderney.de zeigt, dass der genannte Preis richtig liegt. Drei Wochen am Nordstrand 1, Abschnitt A, kosten 286 Euro. „Die wissen schon, wie sie Geld machen“, findet die Rentnerin.
Strandkorb-Drama auf Norderney nur heiße Luft? Neues Buchungssystem macht Schwierigkeiten
Zu den harten Vorwürfen der Urlauberin äußert sich jetzt Romina Kolesnik, Leiterin der Staatsbad-Servicestelle. „Wir befinden uns gewissermaßen in einer Übergangsphase“, stellt Kolesnik klar. Erst Anfang April sei ein neues, vollumfänglich digitales Buchungssystem für die Vermietung der Strandkörbe eingeführt worden. Demnach sei es jederzeit möglich, einzusehen, welcher Korb welchem Strand und Strandabschnitt zugeordnet ist. „Die numerische Rangfolge wird in der Buchungslogik automatisch berücksichtigt.“
Hier können auf Norderney Strandkörbe gemietet werden
- Weststrand, am schnellsten zu erreichen von der Innenstadt aus.
- Nordstrand, ist zentrumsnah und bekannt für das White Sands Festival.
- Die Kaiserwiese befindet sich direkt an der Kaiserstraße, die die ehemalige Prachtstraße mit Hotels und Logierhäusern bildete. Auch hier können Strandkörbe angemietet werden.
- Weiße Düne, ungefähr fünf Kilometer vom Zentrum entfernt und zu Fuß, per Rad oder Bus erreichbar.
- Der Oase Strand ist ungefähr sieben Kilometer vom Stadtkern entfernt, hier gibt es einen FFK-Bereich.
Das Aufschreiben von Korbnummern sei nicht notwendig, da diese Dank des neuen Systems sowohl auf dem digitalen Voucher, als auch auf dem Quittungsbeleg automatisch abgedruckt werden. „Unsere Kollegen an der Strandkorbvermietung benötigen sicher noch ein wenig Zeit, um die neue Software völlig routiniert anzuwenden.“ Hierzu werde regelmäßig geschult. Längere Warteschlangen können unabhängig von dem geschilderten Problem der Rentnerin alleine schon in Abhängigkeit des Gastaufkommens und der Frequenz entstehen.
Staatsbad äußert sich zu Vorwürfen – Strandkorb-Mietung wird bald einfacher
„Grundsätzlich sind die Kollegen an der Strandkorbvermietung bestrebt, die Buchungswünsche der Gäste schnellstmöglich zu bearbeiten und die Wartezeit somit so gering wie möglich zu halten“, sagt Kolsenik. Parallel dazu, können Gäste komfortabel einen Strandkorb online buchen, dann müsse die Strandkorbvermietung nicht mehr aufgesucht werden. Zudem gebe es hier auch einen Preisvorteil, auf den transparent hingewiesen werde.
Weitere Ausbaustufen des Systems sind bereits jetzt in Planung: So soll es zukünftig per App unter anderem möglich sein, einen Strandkorb zu buchen.
