Im Hochwassergebiet in Sandkrug wird ab Freitag ein Hubschrauber zur Deichsicherung eingesetzt. Es handelt sich um den „Super-Puma SA 330 J“, der derzeit in Rastede stationiert ist.
Sandkrug – „Wir haben gerade die Kostenübernahme mit der Gemeinde Hatten unterzeichnet“, so Landrat Christian Pundt am Freitagvormittag. Die Hochwasserbekämpfung sei normal Aufgabe der Kommunen. Der Landkreis habe aber durch die Feststellung eines „außergewöhnlichen Ereignisses“ – einer Vorstufe des Katastrophenfalls – die Möglichkeit geschaffen, die Gemeinden zu unterstützen. Im Rahmen des Besuchs der niedersächsischen Innenministerin Daniela Behrens am Donnerstag hatte Pundt eindringlich darauf hingewiesen, dass man sich Hilfe vom Land erhoffe. „Das hat sehr schnell geklappt“, freute sich der Landrat am Freitag. Der Hubschrauber der Bundespolizei sei in der Lage, größere Lasten zu transportieren. Auf dem Sportplatz in Sandkrug seien bereits Big-Packs gelagert, die zur Verstärkung des Deiches aus der Luft abgeworfen werden können.
Weiterhin Gefahr eines Deichbruchs
Besonders problematisch sei weiterhin die Lage am Graben 26, betonte Pundt. Die Pegelstände würden dort weiterhin nicht sinken, weil das Wasser in den Bereich hineingedrückt werde. Da nun auch die Brücke für Einsatzfahrzeuge gesperrt sei, müsse man auf die Hilfe der Bundespolizei zurückgreifen, um schnell reagieren zu können. „Ich bin superfroh, dass das alles so schnell geklappt hat“, sagte der Landrat. „Es wäre das schlimmste Szenario, wenn an der Stelle der Deich bricht.“
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Die Gemeinde Hatten hatte nach Angaben ihres Bürgermeisters Guido Heinisch bereits 50 Haushalte informiert, dass sie sich auf eine Räumung vorbereiten müssen. Die Leute wurden angewiesen, wichtige Utensilien zusammenzupacken und anzufragen, ob sie irgendwo privat unterkommen können. Alternativ, so Heinisch, könne man wohl auch Plätze in der Waldschule zur Verfügung stellen. Betten seien auch vorhanden.
Am Freitagmorgen trafen zudem drei weitere Kettendumper vor Ort ein. Damit stehen nun insgesamt sechs Dumper parallel für den Einsatz bereit. Mit diesen speziellen Kettenfahrzeugen können die Einsatzkräfte auch in schwer zugänglichen Bereichen am Deich arbeiten. Zudem trafen am Morgen aus der Stadt Delmenhorst und dem Landkreis Wesermarsch ein, um die bereits seit mehreren Tagen eingesetzten Kräfte abzulösen. Die Lage rund um das Wasserwerk in Sandkrug hat sich entspannt. Die Sicherungsmaßnahmen haben sich als erfolgreich erwiesen.