Hochwasser: Landkreis Oldenburg ruft „außergewöhnliches Ereignis“ aus und fordert Hilfe an
VonDierk Rohdenburg
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Der Landkreis Oldenburg hat angesichts der Hochwasserlage in Sandkrug (Gemeinde Hatten) ein „außergewöhnliches Ereignis“ ausgerufen.
Landkreis Oldenburg – Diese Einstufung ist die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall und ermöglicht es dem Landkreis, den betroffenen Kommunen in allen Belangen zu helfen. Gleichzeitig können in dieser Lage Einsatzkräfte aus benachbarten Landkreisen angefordert werden.
Laut Kreisbrandmeister Frank Hattendorf soll am Freitag Verstärkung aus dem Landkreis Wesermarsch und der Stadt Delmenhorst als Unterstützung in Sandkrug aktiv werden. Dort sind rund 450 Kräfte von Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk sowie der Feuerwehr seit Heiligabend im Dauereinsatz, weil Deiche durchnässt sind und zu brechen drohen. „Unsere Leute können nicht mehr und benötigen eine Pause“, berichtete Feuerwehrsprecher Tom Kramer. Hattendorf ergänzte: „Wir müssen einfach den Druck von unseren Leuten nehmen.“
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„Außergewöhnliches Ereignis“ im Landkreis Oldenburg: Es können Hubschrauber angefordert werden
Nach Angaben von Landrat Christian Pundt ist es durch die neue Lage auch möglich, Hubschrauber anzufordern, die aus der Luft die Situation beurteilen und mit Sandsäcken Barrieren gegen das Hochwasser errichten können. Er, sowie die Bürgermeister Guido Heinisch (Hatten) und Christoph Reents (Wardenburg) beschrieben der Niedersächsischen Innenministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstagmittag den Stand der Arbeiten. Die Sozialdemokratin war mit dem Hubschrauber unterwegs, um sich im Nordwesten des Landes einen Überblick zu verschaffen. Sie sicherte die Hilfe ihres Ministeriums zu. Man befasse sich jeden Morgen in der Lagebesprechung intensiv mit der Situation in Niedersachsen, berichtete sie. Die Kommunikation sei gut. Man müsse aber regelmäßig auf dem Laufenden bleiben, was benötigt werde. Behrens bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Helfern.
Die Feuerwehr bezeichnete die Situation in Sandkrug unterdessen als stabil. Die Deiche dürfe man allerdings selbst als Helfer kaum betreten. Die Brücke an der Astruper Straße habe man nun auch für die Einsatzkräfte sperren müssen, weil ein Statiker Bedenken angemeldet habe. Zudem, so berichtete Heinisch, seien rund 50 Haushalte informiert worden, dass sie möglicherweise ihre Wohnungen räumen müssen. Zehn Grundstücke seien schon vor zwei Tagen freiwillig verlassen worden. Die Anwohner könnten frühestens am Samstag wieder in ihre Liegenschaften.
Sorgen vor Huntewelle
Sorgen bereitet den Kommunen im Landkreis, dass vermehrt Wasser aus dem Dümmer im Landkreis Diepholz abgelassen wird. Dadurch dürften die Pegelstände der Hunte wieder steigen. Ein Engpass liegt in Wildeshausen im Bereich des Nordringes, wo das Wasser unter der Eisenbahnbrücke hindurchfließt. Eine befürchtete Welle dürfte deshalb wohl nicht in Hatten ankommen, weil sich das Wasser vorher verteilt, hieß es.