Zweiter Fall im Landkreis Rotenburg

Bestätigt: Der Lauenbrücker Wolf wurde erschossen

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Jetzt steht fest: Der Wolf in Lauenbrück wurde erschossen.

Der tote Wolf aus Lauenbrück: Erste Untersuchungsergebnisse liegen vor und die bestätigen den Verdacht, dass das Tier illegal getötet wurde. Der Wolf wurde erschossen.

Lauenbrück – Jetzt gibt es Gewissheit: Der tote Wolf, der vor Kurzem in einem Graben in Lauenbrück gefunden wurde, ist getötet und dann dort abgelegt worden. „Eine genaue Untersuchung steht aber noch aus“, erklärt Landkreissprecherin Christine Huchzermeier. Mit diesem Ergebnis aus dem Leibniz-Institut für Wildtierforschung in Berlin, dort wurde der Kadaver untersucht, steht auch fest, dass es sich bei der Tötung des Wolfes um eine Straftat handelt.

Wolf aus Lauenbrück wurde illegal getötet: Geldstrafe von bis zu 50 .000 Euro

Rückblick: Am Sonntag, 21. April, hatte ein Wanderer das tote Tier in einem Graben an der Kreisstraße 121 in Lauenbrück entdeckt. Die Polizei hatte den Wolfsberater Jürgen Cassier hinzugerufen. Der Experte äußerte sehr schnell den Verdacht, dass der männliche Wolf getötet worden sein könnte – und zwar mit einem Schuss. Cassier hatte vor Ort ein rund zwei Zentimeter großes Loch auf der rechten Seite des Tieres gefunden und dabei die Vermutung geäußert, dass auf das Tier geschossen wurde – eine Mutmaßung, die jetzt durch die Ergebnisse aus Berlin bestätigt wurde. Weil der Wolfsrüde am Fundort geschätzt schon eine Woche lag, geht Cassier davon aus, dass das tote Tier gefunden werden sollte. Das Ablegen des Kadavers sozusagen als Botschaft.

Zahlen und Fakten:

In Niedersachsen leben laut Wolfsmonitoring (Stand April 2024) 51 Wolfsrudel, vier Wolfspaare und drei sesshafte Einzelwölfe. Der Landkreis Rotenburg und die angrenzenden Gebiete sind wolfsreich. In Fintel, Rotenburg, Scheeßel , Stemmen, Visselhövede und in unmittelbarer Umgebung in Schneverdingen gibt es bestätigte Wolfsrudel, bei denen zudem Welpen nachgewiesen worden sind. Die Wölfe in Niedersachsen, laut Landesjägerschaft überwiegend aus anderen Bundesländern eingewandert, weisen eine hohe Wachstumsrate auf. Die im Landkreis Rotenburg nachgewiesenen Rudel haben eine durchschnittliche Welpenzahl von vier.

Genaue Ergebnisse einer weiterführenden Untersuchung liegen noch nicht vor, werden aber vermutlich bald nachgereicht, erklärt Landkreis-Sprecherin Huchzermeier. Diese Unterlagen gehen dann auch an die Polizei und die Staatsanwaltschaft Verden. Dort werden die Ermittlungen geführt, der Landkreis habe damit nichts mehr zu tun. Das Töten eines Wolfes ist eine Straftat und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro oder bis zu drei Jahren Haft geahndet, erklärt Wolfsberater Cassier.

Bei dem jetzt in Lauenbrück gefundenen Tier handele es sich um die zweite nachgewiesene Tötung eines Wolfes im Landkreis Rotenburg, so Cassier. Vor drei oder vier Jahren sei ein Rüde bei Worth auf der Bundesstraße überfahren worden. Der genaue Blick auf das Tier offenbarte gruselige Details. Ihm fehlte eine Pfote, die im Magen gefunden wurde, und auch eine Schusswunde sei damals nachgewiesen worden, so der Wolfsberater zum ersten vorsätzlich getöteten Wolf in der Region.

Die zweite Wolfstötung im Landkreis Rotenburg

Der Fall des toten Wolfs aus Lauenbrück ist auch beim offiziellen Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft in Niedersachsen bekannt. Die Zahl der bekannten illegalen Tötungen steige damit auf 18 sagt Raoul Reding vom Wolfsmonitoring. Insgesamt sind seit Beginn der Zählung der sogenannten Totfunde in Niedersachsen 260 Wölfe gefunden worden. 200 sind dabei durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen. „Die gesamten Zahlen sind aber nicht zwingend repräsentativ“, schränkt der Wolfsexperte ein. Es werden längst nicht alle Totfunde gemeldet und die Zahl der vorsätzlich und damit illegal getöteten Wölfe dürfte höher liegen, als es die amtliche Statistik ausweise. Und nicht immer seien es Schüsse, durch die Wölfe getötet werden. Es gebe Fälle von absichtlich überfahren Tieren bis hin zu Schlingfallen, in denen die Tiere verenden.

Die Zahl der Wolfsrudel mit Nachwuchs in der Region wächst deutlich.

Dass im Lauenbrücker Fall der oder die Täter tatsächlich ermittelt werden „wird schwierig sein“, glaubt Jürgen Cassier. Was auch noch nicht bekannt sei, woher der Wolf überhaupt stamme. Das müsse jetzt ein DNA-Abgleich im Berliner Institut ergeben. Bei dem angeschossenen und überfahrenen Wolf sei damals die Herkunft eindeutig gewesen. Er stammte aus dem Visselhöveder Rudel.

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