Im Graben gefunden

Toter Wolf in Lauenbrück: Wurde das Tier erschossen?

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In einem Graben hat ein Spaziergänger den toten Wolf entdeckt
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Ein toter Wolf in einem Graben an der K121 in Lauenbrück wirft Fragen auf: Der Kadaver wird von Experten untersucht. Es besteht der Verdacht, dass der Wolf erschossen wurde.

Lauenbrück – Ist zum ersten Mal ein Wolf im Landkreis Rotenburg geschossen worden? Der Verdacht liegt zumindest nahe. Ein Spaziergänger hat am Sonntagmittag in Lauenbrück einen toten Wolf entdeckt, der in einem Graben an der Kreisstraße 212 lag, teilt die Polizei mit. Die Beamten haben den Wolfsberater Jürgen Cassier als Experten hinzugezogen. Nach Cassiers Einschätzung habe der Kadaver bereits eine Woche in dem Graben gelegen.

Das Tier lag vermutlich seit einer Woche im Graben

Das tote Tier sei von Maden befallen worden und das Fell habe schon locker gesessen. Nachdem der tote Wolf in Niedersachsen aus dem Graben geholt wurde, habe er ein rund zwei Zentimeter großes Loch auf der rechten Seite des Tieres entdeckt, so der Wolfsberater. Weil das Fleisch an dieser Stelle dunkel unterlaufen gewesen sei, könne möglicherweise von einem Schuss, an dem der Wolf verendet ist, ausgegangen werden.

Bisher gab es keinen erschossenen Wolf im Kreis Rotenburg

Jürgen Cassier betont aber: „Endgültige Klarheit gibt es erst nach einer Untersuchung im Zoologischen Institut für Wildtierforschung in Berlin.“ Dorthin werde der Kadaver von einem Mitarbeiter des Naturschutzamtes am Montag gebracht, so der Wolfsberater. Bis jetzt habe es keinen Fall im Landkreis Rotenburg gegeben, bei dem ein toter Wolf gefunden wurde, der geschossen worden sei. „Dabei handelt es sich um eine Straftat“, sagt Cassier. In Niedersachsen kann so etwas mit einer Geldstrafe bis 50 000 Euro oder sogar einer Freiheitsstraße geahndet werden. Die Polizei ermittelt.

Wölfe stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung unter strengen Voraussetzungen geschossen werden.

Kritik vom Landvolk-Chef

Rotenburgs Landvolk-Chef Jörn Ehlers betont in einer ersten Reaktion, man müsse erst das Ergebnis der Untersuchung abwarten, um nach Schuldigen zu suchen. Im Landkreis Verden habe sich „ein vermeintlicher Abschuss letztendlich als Bissverletzung eines anderen Wolfes herausgestellt“. Illegale Abschüsse gebe es jedes Jahr einige. Das sei unstrittig. Aber, so Ehlers: „Persönlich muss ich sagen, steigt mein Verständnis für dieses Verhalten mit jedem Jahr, in dem wir weiter auf eine Lösung in der Wolfsproblematik warten müssen. Der ländliche Raum wird immer wieder vertröstet und hingehalten beim Thema Wolf. Illegale Abschüsse sind das Ergebnis von Politikversagen.“

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