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Kosten für Extrawunsch in niedersächsischem Restaurant eine „absolute Frechheit“? - Jetzt spricht der Gast

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Ein Restaurant aus Emden steht im Fokus einer viralen Internet-Beschwerde: Ein Gast musste für einen Sonderwunsch wohl blechen und ließ sich darüber aus.

Emden - Rund 300 Google-Rezensionen, dazu ein Bewertungsschnitt über 4,5 Sternen von 5 möglichen: Es scheint sich um ein ganz normales, in der Regel für gut befundenes Restaurant zu handeln in Emden (Niedersachsen). Um eine Pizzeria, die auch unitalienische Gerichte anbietet. Doch jetzt steht das Lokal aus der Petkumer Straße in Emden-Borssum, dessen Name wir hier bewusst nicht nennen, der aber leicht herauszufinden ist, im besonderen Internet-Fokus. Grund ist eine Beschwerde, die bei Google Maps sowie in einer Emden-Facebook-Gruppe lanciert wurde. Das Posting sammelte in siebeneinhalb Tagen mehr als 5.000 Kommentare und wurde mehr als 150 Mal geteilt.

Restaurant wollte Geld für Extra-Schnitzel – Gast beschwert sich öffentlich

Zu sehen ist der Bon aus der Gaststätte in Emden. Und zu lesen sind gesalzene Worte: „Eine absolute Frechheit, was uns gestern geboten wurde“, so das Fazit. „Wir waren zu dritt dort essen. Zwei von uns haben ein Nudelgericht bestellt und wollten gerne ein Hähnchenschnitzel dazu haben. Über das Essen kann man nichts sagen, aber der Schlag hat uns bei der Rechnung getroffen! Wir haben für dieses Nudelgericht, was normalerweise 10€ kostet 20,50€ bezahlt. 10,50€ extra für ein TK-Schnitzel aus der Fritteuse!? Eine absolute Frechheit. Auf Nachfrage bekamen wir nur patzige Antworten! Das war für uns das letzte Mal, dass wir dort essen gegangen sind!“

Links ein Kundenfoto des Restaurants, rechts der Bon, der Wellen schlägt.

Nun fehlen leider die detaillierten Angaben, wie der Gast auf die 10,50 Euro extra kommt, diese sind anhand des Bons nicht herauszurechnen. Die Kundin erklärte sie später unserer Redaktion in einer E-Mail: „Wir waren an diesem Abend zwei Erwachsene und ein Kind. Das Kind hat sich Rigatoni al Tonno (10,50 €), Person Nummer 1 Spaghetti mit Spinat bestellt und Person Nummer 2 hat Rigatoni mit Gorgonzola bestellt. Beide Gerichte liegen im Normalfall bei ca. 10 €. Beide Erwachsene wollten gerne ein Schnitzel dazu haben, wir haben gefragt, und es wurde gesagt: bekommen wir. Dann wurde noch ein Salat dazu bestellt, 9,50 €. Und jeder ein Getränk. So weit, so gut. Nun aber die Rechnung: Anstatt eines Nudelgerichts mit extra Schnitzel haben wir jeder ein Schnitzelgericht berechnet bekommen, mit je 15,50 € PLUS jeweils 5 € für die Nudeln. Allerdings haben wir die Beilagen, die normalerweise zu dem Schnitzelgericht gehören, NICHT bekommen.“ 

Dass ein Extrawunsch auch Extrageld kostet, ist für sie nachvollziehbar. „Dass wir für das Schnitzel mehr bezahlt hätten, war uns klar, und darum ging es auch nicht, aber wir haben, wenn man es richtig rechnet, ca. 10 € für das TK-Schnitzel extra gezahlt. Man kann es auch andersherum rechnen, allerdings bleibt es dabei, dass wir übers Ohr gehauen wurden, denn wie gesagt, wir haben die Beilagen NICHT bekommen! Das ist absolute Verarsche und ist es wert, solch eine Rezension zu schreiben.“

Für sehr viele, die auf das Posting reagieren, spielen diese Details auch keine Rolle. Sie ärgern sich vielmehr über die Beschwerde selbst. Und äußern ihr Unverständnis, denn besondere Wünsche kosten eben. „Leute wollen essen gehen... Extrawünsche wollen sie geschenkt haben, dann noch das Restaurant öffentlich bloßstellen wollen. Koch selbst!!!!“, schreibt etwa eine Nutzerin und bekommt dafür rund 6.000 „Gefällt mir“-Angaben.

„Herzlich willkommen in der Realität“: Restaurant-Beschwerde aus Emden kriegt Gegenwind

Sehr viele stellen sich gegen den Restaurant-Gast und formulieren klare Worte. „Also 10 Euro für a Schnitzel ist eh geschenkt. 73 Euro für 3 Personen Essen und Getränke ist a super Preis für ein Restaurant ... arbeite seit 25 Jahren in der Gastronomie“, belehrt eine Userin. „Das ist doch noch preiswert!!!“, „Herzlich willkommen in der Realität“, „Normale Preise für ein Restaurant“, „Wenn man so geizig ist, zu Hause essen!“, meinen andere.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Während weitere sich darüber auslassen, wie man Rigatoni nur mit Schnitzel kombinieren könne, schreibt einer nur lapidar: „Der Gastgeber hat alles richtig gemacht.“ Ein weiterer befindet: „Das ist mein Emden.“ Und einer will nun sogar das Lokal besuchen: „Ich denke, ich werde mal nen Wochenende in Emden verbringen, danke für den Restauranttipp!“ Nordsee-Touristen haben sich auch über die Aperol-Preise bei Gosch ausgelassen. Transparenzhinweis: Nachdem unsere Redaktion inzwischen Kontakt zum Restaurantgast hatte, haben wir den Artikel vom 21. Oktober am 24. Oktober aktualisiert und auch mehrere Angaben korrigiert. (lin)

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