Rettung in letzter Sekunde

„Von einem Schritt auf den nächsten“: Wattwanderer bleibt im Watt stecken – dann kommt die Flut

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Mit vereinten Kräften gruben zwei Rettungskräfte den Wattwanderer aus.
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Dramatischer Rettungseinsatz in der Nordsee am Montag. Ein Wattwanderer war in Not geraten. Ein Rettungshubschrauber musste ausrücken.

Norddeich – Spektakuläre Rettung in letzter Sekunde: Im ostfriesischen Norddeich ist am Montagvormittag, 2. Oktober, ein Wattwanderer nur rund 200 Meter vom Deich entfernt in Not geraten. Er war im Watt stecken geblieben. Und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Flut rückte an, das Wasser stieg immer höher. „Von einem Schritt auf den nächsten – auf einmal war fester Grund und dann war ich weg“, beschrieb der Gerettete die dramatische Situation im Watt. Die Feuerwehr spricht von einer „hochdramatische Rettungsaktion“.

Ein Urlauber-Ehepaar, das auf dem Deich unterwegs war, sah noch, wie der Mann in Probleme bekam. Sie riefen dem Mann noch zu, wollten ihm durch Winken zeigen, dass er in Gefahr sei. Sie setzten einen Notruf ab und konnten anhand der an den Sitzbänken angebrachten SOS-Nummern genau bestimmen, um welchen Deichabschnitt es sich handelte.

Ein Hubschrauber brachte den Mann an einer Seilwinde in Sicherheit.

Wattwanderer bleibt im Watt stecken – dann kommt die Flut: Rettung in letzter Sekunde

So konnte die Feuerwehr schnell anrücken. Die Helfer bahnten sich ihren Weg zu dem Hilflosen. Er steckte bis zu den Knien im Watt fest, das Wasser war ihm schon bis zum Bauchnabel gestiegen. Zwei Feuerwehrleute gruben ihn mit bloßen Händen frei. Auch ein Hubschrauber – „Christoph 26“ – war bereits ausgerückt. Er zog den Mann mit einer Seilwinde an Bord und flog ihn schließlich auf den Deich in Sicherheit.

Der Gerettete kam mit dem Schrecken davon und konnte die Einsatzstelle auf eigenen Füßen verlassen. Die Situation hätte leicht anders ausgehen können: „Die Rettung war hochdramatisch, die Person war in akuter Lebensgefahr“, sagte Thomas Weege von der Feuerwehr Norden, der dringend davor warnt, allein oder ohne erfahrene Führer ins Watt zu gehen. „Dramatisch wurde es im Kopf, als das Wasser kam“, berichtete der Wattwanderer. „Das fühlte sich nicht gut an.“

Immer wieder geraten Menschen beim Wattwandern in der Nordsee in Gefahr. So war ein Wattwanderer im Juli dieses Jahres bei Büsum von der Flut überrascht worden und ertrunken.

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