Gaspreisbremse von Stephan Weil: Verbraucher müssten nur die Hälfte der Kosten zahlen

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Im Zuge anhaltender Diskussion rund um eine Gaspreisbremse stellt nun auch Stephan Weil ein eigenes Modell vor. Verbraucher müssten nur die Hälfte der Kosten zahlen.

Hannover – Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung spricht sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für ein Modell aus, das Verbrauchern große Entlastung versprechen könnte. Das Modell, das er gemeinsam mit Energieminister Olaf Lies (SPD) entworfen habe, sieht folgenden Entwurf vor: Sollte die Ampel-Regierung anstelle der Gasumlage eine Gaspreisbremse einführen, nimmt der Politiker den Staat ein weiteres Mal in die Pflicht, der für rund die Hälfte der Ausgaben für steigende Gaspreise aufkommen soll. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) spielt im Zuge dessen der Gasverbrauch des Vorjahres eine entscheidende Rolle. Dieser soll als Grundlage zurate gezogen werden soll.

Ministerpräsident von Niedersachsen:Stephan Weil
Geboren:15. Dezember 1958 (Alter 63 Jahre), Hamburg
Ehepartnerin:Rosemarie Kerkow-Weil (verh. 1987)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Gaspreisbremse von Niedersachsens Ministerpräsident: Verbraucher müssten nur die Hälfte zahlen

Beim Verbraucher soll nach Vorschlag von Stephan Weil also nur noch die Hälfte des veranschlagten Gasverbrauchs haften bleiben. Schon im Vorfeld machte sich Weil angesichts steigender Strompreise für ein „Eingreifen des Staates“ ein. Nun fordert Niedersachsens Ministerpräsident, der noch heute im TV-Duell zur niedersächsischen Landtagswahl gegen Konkurrent Bernd Althusmann (CDU) antritt, eine weitere Maßnahme zur Entlastung.

Eine etwaige Durchsetzung eines solchen Modells sei unabdinglich wie „überfällig“. Ähnliche Worte findet auch Energieminister Olaf Lies. Der Politiker betont gegenüber der Süddeutschen Zeitung zudem einen „Vorteil“, der sich durch die Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf „veränderte Gaspreise“ auszeichnen würde. Die Summe, die der Staat zu tragen habe, stünde demnach in Abhängigkeit zur aktuellen Preisentwicklung.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) macht sich für eine mögliche Gaspreisbremse stark, bei der Verbraucher nur die Hälfte der Kosten zahlen müssten.

Weil über die Energiekrise: „In wirtschaftlicher Hinsicht“ schlimmer als Corona-Pandemie

Angesichts der Energiekrise sieht sich der Staat vor große Herausforderungen gestellt. „In wirtschaftlicher Hinsicht“, sagt Ministerpräsident Weil dem Handelsblatt, sei die Energiekrise schwerer zu stemmen als etwa die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Für den Politiker sei es entsprechend „ausgeschlossen“, die Krise ohne die Aufnahme weiterer Kredite zu meistern.

Aufgrund der Corona-Erkrankung von Olaf Scholz (SPD) wurden die Verhandlungen mit der Bundesregierung bezüglich des dritten Entlastungspaketes zunächst auf den 4. Oktober vertagt. Bereits am kommendem Mittwoch, dem 28. September, wollen sich die Länder dennoch austauschen. Wer profitiert am meisten von den Hilfen des Entlastungspaketes Nummer 3 – wer kaum? Fragen, wie diese stehen dann ein weiteres Mal zur Debatte.

Rubriklistenbild: © localpic/Imago

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