Keine schweren Infektionen

Gefährliche KP.3-Variante: Corona breitet sich in Niedersachsen weiter aus

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Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, neue Varianten infizieren Menschen. Die aktuellen Varianten KP.1, KP.2 und KP.3 sind leicht übertragbar.

Hannover – Maske tragen, Impfen und Inzidenzen – alles Vokabeln, die in der öffentlichen Kommunikation aktuell eine eher untergeordnete Rolle spielen. Sie war – keineswegs freiwillig – en vogue während der Corona-Pandemie. Doch das Virus ist nicht verschwunden. Es mutiert weiter und infiziert Menschen. Die aktuellen Corona-Varianten heißen KP.1, KP.2 und KP.3 – auch Flirt-Variante genannt. Die aktuelle Welle hat nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ihren Höhepunkt erreicht und die gemeldeten Infektionszahlen steigen aktuell nicht mehr (Stand 15. August).

Gefährliche KP.3-Variante: Corona breitet sich in Niedersachsen weiter aus

Die aktuellen Corona-Varianten KP.1, KP.2 und KP.3 scheinen nach eigener Recherche nach drei bis vier Tagen wieder verschwunden zu sein. Betroffene haben Symptome wie bei einer Erkältung. Ob diese „milden“ Auswirkungen mit den Impfungen in Zusammenhang stehen, ist unklar. „Die Ansteckungsfähigkeit ist hoch, das heißt, die Varianten sind sehr leicht übertragbar“, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) der dpa. Die Symptome der neuen Corona-Varianten sind laut NLGA-Sprecher die bekannten wie Erkältungssymptome, Gliederschmerzen und Husten. Zu besonders schweren Infektionen führen sie nach bisherigem Stand nicht.

Aktuell ist die Corona-Lage wenig dramatisch, dennoch befinden sich die akuten Atemwegserkrankungen auch in Niedersachsen insgesamt auf einem vergleichsweise hohen Niveau für diese Jahreszeit. Mitte Juli war jeder 20. Deutsche krank – mehr als in einem gewöhnlichen Sommer, berichtet das ARD-Magazin Brisant. Am 15. August lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Bundesgesundheitsministerium in Niedersachsen bei 4,9 und bundesweit bei 4,8. Klar ist auch, dass aktuell Inzidenzen nur noch Hinweise sind und nicht mehr das Infektionsgeschehen abbilden. Der Grund: Es wird noch im Einzelfall getestet und auch gemeldet.

Die aktuellen Corona-Varianten KP.1, KP.2 und KP.3 lassen sich mit einem Schnelltest nachweisen.

In Niedersachsen meldeten Mediziner für die 32. Kalenderwoche (ab dem 5. August) 666 Coronafälle. Für den Landkreis Diepholz wurden 96 Infektionen gemeldet, im Landkreis Rotenburg 140 und für den Landkreis Verden 24. Alles Zahlen, die nicht mit den Werten zur Corona-Hochzeit zu vergleichen sind.

Auch wenn die meisten Corona-Verläufe milde verlaufen, gibt es noch schwere Verläufe. Dazu veröffentlicht das Bundesgesundheitsministerium aktuelle Zahlen auf einem Dashboard. Das Ministerium schreibt: Die Zahl der Hospitalisierungen aufgrund einer schweren Atemwegs­erkrankung betrug in der vergangenen Woche 8,8 je 100.000 Einwohner. Davon sind 0,8 Hospitalisierungen je 100.000 Einwohner auf COVID-19 zurückzuführen. Dieser Wert ist in den vergangenen vier Wochen gestiegen. (Stand: 15. August)

Corona KP.3-Variante: Maske tragen und Hände waschen

NLGA-Experte Fabian Feil rät Personen mit Erkältungssymptomen, sich „auf die in Pandemiezeiten gelernte Rücksichtnahme zu besinnen“ – vor allem, um ältere Personen und geschwächte Menschen zu schützen. Große Veranstaltungen wie das Reload Festival in Sulingen oder der Brokser Heiratsmarkt, bei denen viele Menschen eng zusammenkommen, sollten gemieden werden und im Zweifel besser eine Maske getragen werden.

Auch regelmäßiges Händewaschen sei eine wichtige Präventionsmaßnahme. Die aktuellen Schnelltests sollten auch auf die Corona-Varianten KP.1, KP.2 und KP.3 reagieren. „Es gibt bisher keine Hinweise, dass die Tests bei den neuen Varianten nicht funktionieren“, sagt Feil.

Rubriklistenbild: © Gregor Hühne

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