VonUlrike Hagenschließen
In Niedersachsen steigt die Zahlen der Corona-Infektionen wieder an. Vermehrt wurden dabei KP.1, KP.2 und KP.3, sogenannte „Flirt-Varianten“ nachgewiesen.
Hannover – Covid ist nie ganz verschwunden, und in Niedersachsen verzeichnen Gesundheitsbehörden nun wieder einen deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen. Die Labore des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) mit Hauptsitz in Hannover weisen vermehrt positive Covid-19-Fälle nach. Darunter auch neue Varianten der Omikron-Variante, bekannt als KP.1, KP.2 und KP.3. Diese sogenannten FLiRT-Varianten setzen sich gerade in ganz Norddeutschland durch.
Corona-Infektionen in Niedersachsen: steigende Inzidenzen und hohe Dunkelziffer
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Niedersachsen in den vergangenen Wochen von „nahezu null“ auf 4,8 angestiegen. Diese Zahl gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gemeldet wurden. „Die tatsächliche Inzidenz dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht getestet, erkannt und erfasst werden wie im Pandemiegeschehen“, erklärte Fabian Feil am Dienstag, 16. Juli, im Gespräch mit IPPEN.MEDIA, „denn natürlich sehen wir viele Fälle nicht“.
Dennoch seien die aktuellen Zahlen „nicht vergleichbar mit denen in der Hochphase der Pandemie“. Auch einen regionalen Hotspot für das Infektionsgeschehen in Niedersachsen könne man derzeit nicht ausmachen, so Feil.
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RKI: Inzidenzen steigen seit Juni wieder an – KP.3 vorherrschende Variante
Nach den Daten des es Robert Koch-Instituts (RKI) steigen die Inzidenzen in ganz Deutschland bereits seit Juni 2024 wieder an, seien derzeit jedoch „relativ stabil“. Im Abwassermonitoring hingegen zeigt die Viruslast weiter einen steigenden Trend. Laut RKI wurden bundesweit aktuell 944 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert, das entspricht einer Sieben-Tage-Inzidenz von 4,9.
Deutschlandweiter Spitzenreiter ist dabei Schleswig-Holstein mit Inzidenz von 7,3. Auch in Hamburg ist die Inzidenz mit aktuell 6,4 verhältnismäßig hoch. Die Zahl der Todesfälle stieg um fünf auf insgesamt 183.446. Vorherrschend ist danach weiter die JN.1-Unter-Variante KP.3 , auch als „FLuQE“ bekannt– mit einem Anteil von 51 Prozent.
Neue Corona-Welle in Niedersachsen: FLiRT-Varianten auf dem Vormarsch
Ob die neuen FLiRT-Varianten neue Symptome mit sich bringen, ist bisher nicht bekannt. Denkbar sind Omikron-typische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schnupfen sowie Husten in Verbindung mit Atembeschwerden.
Diese Symptome können zwei bis 14 Tage nach einer Covid-Infektion auftreten:
- Fieber und Schüttelfrost
- Halsschmerzen
- Verstopfte oder laufende Nase
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Atemprobleme
- Geruchsverlust
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall
Die Symptome der neuen Varianten dürften also den bereits bekannten Anzeichen von Covid-19, wie Erkältungssymptomen, Gliederschmerzen und Husten entsprechen.
Insgesamt „hohes Niveau“ der Atemwegserkrankungen – auch andere Erreger im Umlauf
Neben Corona-Infektionen werden derzeit jedoch auch vermehrt andere Erreger, wie Rhino- oder Enteroviren, nachgewiesen, die unter anderem die sogenannte Sommergrippe verursachen. Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen „liegt insgesamt auf einem vergleichsweise hohen Niveau für diese Jahreszeit“, heißt es im Wochenbericht der RKI.
Niedersachsen: Starke Zunahme der akuten Atemwegserkrankungen bei kleinen Kindern
Auf Bevölkerungsebene zeige sich ein „erneuter Anstieg akuter Atemwegserkrankungen“, in Niedersachsen gibt es dabei eine auffällige Zunahme der Arztbesuche aufgrund von akuten Atemwegserkrankungen bei Kleinkindern bis zum Alter von vier Jahren, zeigen die Zahlen des RKI.
In den vergangenen vier Wochen nahm insgesamt die Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen sowie in Zusammenhang mit einer COVID-19 Erkrankung zu, wie auch das Infektionsradar des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt.
Empfehlung der Gesundheitsbehörden: Rücksichtnahme, um andere zu schützen
NLGA-Experte Feil rät Personen mit Erkältungssymptomen, sich „auf die in Pandemiezeiten gelernte Rücksichtnahme zu besinnen“ – vor allem, um ältere Personen und geschwächte Menschen zu schützen. Große Veranstaltungen, bei denen viele Menschen eng zusammenkommen, sollten gemieden werden und im Zweifel besser eine Maske getragen werden.
Auch regelmäßiges Händewaschen sei eine wichtige Präventionsmaßnahme. Schnelltests aus der Apotheke oder Drogeriemärkten schlügen auch auf die neue Corona-Variante KP.3 an. „Es gibt bisher keine Hinweise, dass die Tests bei den neuen Varianten nicht funktionieren“, berichtet Feil.
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