Wasser versperrt wichtige Strecken im Verdener Kreisgebiet

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Im Landkreis Verden waren am Mittwoch viele Straßen durch das Hochwasser unpassierbar. Für Bürger wurden eine Hilfshotline und Hinweise im Internet bereitgestellt.

Landkreis – Mit den Pegeln von Weser und Aller ist auch die Nachfrage nach Nass- und Trockensaugern und Pumpen im Landkreis enorm gestiegen. Die Bestände in den Baumärkten der beiden Städte im Nord- und Südkreis jedenfalls sind komplett vergriffen. Und der Nachschub leidet mittlerweile auch schon darunter, dass einige Transportwege wegen Hochwassers nicht mehr passierbar sind. Darunter so wichtige Verbindungen wie die Weserquerung bei Hutbergen und die Ueser Brücke zwischen Achim und Thedinghausen. Der Krankenwagen und die Feuerwehr kommen dennoch ungehindert da an, wohin sie gerufen werden. Dafür ist gesorgt, teilt der Landkreis mit.

Am Verdener Bollwerk rückt die Aller der Stadt nahe.

Die Information über die aktuelle Lage und die Entwicklung bietet nicht nur das Internet (siehe Infokasten!). Vor dem Hintergrund des aktuellen Hochwassergeschehens hat die Kreisverwaltung vorsorglich ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Nummer 04231/15-815, so eine Pressemitteilung vom Mittwoch, können sich Bürgerinnen und Bürger täglich von 8 bis 16 Uhr über hochwasser-bedingte Straßensperrungen sowie Verhaltensmaßnahmen informieren, aber auch beobachtete Auffälligkeiten an Deichen und in überfluteten Bereichen melden.

Das Wasser der Weser, wie hier bei Hutbergen, hat die Marsch fest im Griff.

„Wir beobachten einen zunehmenden Hochwassertourismus auf den Deichen“, erklärt die Erste Kreisrätin Regina Tryta. Dadurch würde aber auch die den Deich schützende Grasnarbe und damit der Halt der Deiche insgesamt gefährdet werden. Auch aus Eigenschutz sollten sich keine Personen in unmittelbarer Nähe von Hochwasser führenden Flüssen oder von überschwemmten Flächen aufhalten, da mit gefährlichen Strömungen und Untiefen zu rechnen sei, so Tryta weiter.

Landunter auf dem Fußballplatz in Fischerhude.

Die Katastrophenschutzplanung des Landkreises hatte sich rechtzeitig auf eine solche Zuspitzung eingestellt. Um die Leistungsfähigkeit des Systems auch im Raum Blender/Thedinghausen zu gewährleisten, war neben Verden und Achim ein zusätzlicher Standort für Rettungsfahrzeuge auch auf der Weserseite geschaffen worden. Die Leitstelle im Kreishaus berücksichtige die Verfügbarkeit der Verbindungen bei der Koordination der Einsätze, erklärte Kreispressesprecher Ulf Neumann auf Anfrage.

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

Ähnlich verfahren die Disponenten in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle im Kreishaus, wenn Bürger den Feuerwehrnotruf 112 wählen. Um der besonderen Situation Rechnung zu tragen, hat der Landkreis die Rettungswache Morsum im Tagdienst um einen zweiten Rettungswagen ergänzt. Um dieses eigentlich in Achim stationierte Fahrzeug auszugleichen, wurde in Zusammenarbeit mit dem Johanniter-Ortsverband Verden ein ehrenamtlich besetzter Rettungswagen bis zu einer Entspannung der Hochwassersituation in Achim in Dienst genommen.

Seit Samstag diverse Hochwassereinsätze im Landkreis Verden

Für die Feuerwehren im Kreisgebiet zeichnen sich seit Samstag diverse Hochwassereinsätze ab. Bis zum Mittwochnachmittag haben sie 82 Einsätze abgearbeitet. Dabei steht die Leitstelle in ständigem Austausch mit der Technischen Einsatzleitung, der Unteren Wasserbehörde, der Kreisstraßenmeisterei und den Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden. Da im Kreis 59 Ortsfeuerwehren vorgehalten werden, können die Orts- und Strukturkenntnisse genutzt werden.

Die Kreisfeuerwehr hat vor den Feiertagen eine Sandsackreserve von 14 000 befüllten Säcken angelegt. Weitere 24 000 unbefüllte Säcke liegen als Reserve bereit. Die Säcke sind nur für den Deich- und Hochwasserschutz an gefährdeten Deichabschnitten bestimmt, eine Abgabe an Privatpersonen ist nicht möglich.

Kein Durchkommen: Die Landesstraße 156 bei Achim-Uesen wird von den Wassermassen überspült.

Wer sich privat mit Sandsäcken versorgen will, wird sich allerdings auf eine längere Suche einstellen müssen. „Keine Säcke, kein Sand“, muss Mark Meyer der stellvertretende Marktleiter beim Hönischer Hagebau-Markt mit Bedauern berichten. Im Achimer BBM gab’s die weißen Säcke noch, aber für die Füllung müsse man sich eine andere Quelle suchen, hieß es gestern.

Wer schon mit dem Nass im Keller kämpft, wird sich in noch einem größeren Umkreis für die Suche nach Pumpen und Sauggeräten umsehen. „Schon vor Weihnachten haben wir es aufgegeben, eine Liste von Vormerkungen zu führen“, berichtet Meyer. Das habe auch damit zu tun, dass der Nachschub wgen der unsicheren Transportwege stockt. „Wir haben versucht nachzudisponieren, aber der Erfolg ist nicht sicher.“

Rubriklistenbild: © Klee, Ronald

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