Immobilienpreise steigen weiter

Häuser werden immer teurer: So viel kosten bestehende Immobilien in Niedersachsen

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Preise für gebrauchte Wohnimmobilien in Niedersachsen ziehen weiter an – besonders in Städten und gefragten Regionen. Während Neubauten stocken, verlagert sich die Nachfrage.

Niedersachsen – Wer in Niedersachsen derzeit ein gebrauchtes Eigenheim kaufen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Der Kaufpreis für bestehende Wohnimmobilien ist im ersten Quartal 2025 weiter gestiegen – vor allem bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern zeigt sich eine deutliche Steigerung.

So kosten Ein- und Zweifamilienhäuser in Niedersachsen aktuell im Schnitt drei Prozent mehr als noch 2024. Reihenhäuser und Doppelhaushälften legten sogar um vier Prozent zu. Nur bei Eigentumswohnungen fiel der Anstieg mit rund einem Prozent geringer aus.

Gebrauchte Häuser in Städten besonders gefragt – Hannover und Harburg an der Preisspitze

„Da Immobilien-Interessenten wegen des schwächelnden Neubaus verstärkt auf den Gebrauchtmarkt ausweichen, werden die Preise gerade an den begehrten Standorten weiter steigen“, erklärt Jörg Münning, Vorstandsmitglied der Landesbausparkasse (LBS) NordWest. Das große Interesse an Bestandsobjekten sorgt vor allem in Städten für anhaltend hohe Preise.

In Niedersachsen werden weniger Häuser neu gebaut. Das beeinflusst die Kosten für bestehende Immobilien.

Der teuerste Standort für Ein- und Zweifamilienhäuser bleibt auch in diesem Jahr die Landeshauptstadt Hannover. Dort kostet ein gebrauchtes Eigenheim im Schnitt 642.500 Euro. Ein Preissprung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, der deutlich über dem Landesschnitt liegt.

Im Landkreisranking landet die Region Hannover mit einem durchschnittlichen Preis von 449.000 Euro auf Platz 2. Knapp vor Lüneburg (mit rund 395.000 Euro), aber ein großes Stück hinterm Spitzenlandkreis Harburg (525.000 Euro). Dank moderater Preise und starker Wertsteigerungen locken manche Landkreise nämlich trotzdem in den Norden. Am günstigsten können Käufer in Salzgitter fündig werden. Dort liegt der mittlere Preis für ein Eigenheim bei 299.500 Euro.

Von Küste bis Hauptstadt: Wo Wohnen teuer und wo noch bezahlbar ist

Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften holt sich Hannover den Preis für teuerste Stadt dann aber zurück: als Spitzenreiter mit 458.000 Euro. Am unteren Ende der Preisskala findet man Wilhelmshaven mit preiswerten Häusern für 229.000 Euro.

Die Kaufpreise für gebrauchte Wohnimmobilien sind in Niedersachsen im ersten Quartal 2025 weiter gestiegen. Eigenheime kosteten drei, Reihenhäuser vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Bereich der Eigentumswohnungen bleibt Hannover mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von 249.000 Euro vorn. Günstiger wohnen Käufer in Oldenburg (für 215.000 Euro) und Göttingen (rund 205.000 Euro). Interessant ist ein Blick auf die Landkreise: Hoch sind die Wohnungspreise – mit 279.000 Euro bzw. 275.000 Euro – in Aurich und Leer. Küstennähe und Inselzugang machen die Region im Norden zunehmend attraktiv.

Im günstigeren Preissegment kann hier Goslar überzeugen, wo ein gebrauchtes Eigenheim durchschnittlich 74.000 Euro kostet. Laut Zahlen der LBS entspricht diese Zahl gerade einmal 1,4 örtliche Jahreshaushaltseinkommen. Immobilienfans könnten sich dort demnach bereits nach rund eineinhalb Jahren ein Eigenheim leisten.

Auch bundesweit zieht der Markt für Wohnimmobilien an

Der Preisanstieg ist kein niedersächsisches Phänomen. Eine aktuelle Erhebung des Portals immowelt zeigt, dass sich auch bundesweit die Wohnungspreise leicht nach oben bewegen. Im zweiten Quartal 2025 stiegen sie demnach in zwölf von fünfzehn untersuchten Großstädten – besonders in Dresden (+ 3,1 %) und Bremen (+ 4,1 %). Bei Häusern verlief der Anstieg verhaltener. Nur in sieben Großstädten zogen die Angebotspreise an, darunter in Duisburg (+ 2,7 %) und erneut Bremen (+ 2,5 %).

Auch wenn die aktuelle Preisentwicklung vielerorts nach oben zeigt, bleiben Experten bei ihren mittelfristigen Einschätzungen vorsichtig. Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Niedersachsen betont, dass langfristige Prognosen nicht unmittelbar zum Aufgabenbereich gehören. Gewisse Tendenzen ließen sich anhand der Daten aber dennoch erkennen.

Ein Blick in die Zukunft: Der Markt für Immobilien pendelt sich ein

So zeigt sich etwa, dass der durchschnittliche Kaufpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser in Niedersachsen seit dem Frühjahr 2024 relativ konstant bei rund 270.000 Euro liege. Das bedeute im Vergleich zu den Vorjahren – mit durchschnittlich etwa 260.000 Euro in 2023 und 2024 – nur eine sehr moderate Preissteigerung. Maßgeblich dafür sind gesunkene Zinsen und verbesserte Finanzierungsbedingungen.

Von den Rekordwerten des Frühsommers 2022, als das Landesmittel noch bei 320.000 Euro lag, ist man jedoch deutlich entfernt. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften beobachten. Zwar bleibe der Markt stabil – doch gerade für Käufer mit begrenztem Budget werden Immobilientypen dieser Art zunehmend zur attraktiven Alternative.

Wohnungspreise halten Kurs: Keine Trendwende bei Flächen

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen bewege sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis bereits seit mehr als zwei Jahren stabil um etwa 2000 Euro, ohne erkennbare Tendenz nach oben. Neubauwohnungen hingegen kosten im Schnitt etwa 4000 Euro pro Quadratmeter, was vor allem an den in den letzten Monaten stabilisierten Baukosten liegt.

Auch die Erwartung, dass künftig vermehrt kleinere und damit günstigere Grundstücke angeboten werden, um dem Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden, hat sich bislang nur begrenzt bestätigt. So liegt die durchschnittliche Grundstücksgröße im Jahr 2025 nur leicht unter dem langjährigen Mittel – bei etwa 730 Quadratmetern gegenüber früher üblichen 760 Quadratmetern.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/IMAGO

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