Vorschau für neun Tage

Dürre im Garten? Diese Karte zeigt die Trockenheit in Niedersachsen punktgenau an

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Trockenheit setzt Pflanzen zu. Wissenschaftler haben eine interaktive Karte entwickelt, die Auskunft über die Bodenfeuchtigkeit gibt.

Syke – Das sonnige Wetter ist für alle Sonnenanbeter eine wahre Pracht. Für Pflanzen ist es genau das Gegenteil. Viele bräuchten dringend „etwas zu trinken“. Zum Glück ist für einige Gebiete in Deutschland Regen in Sicht. Bis der mögliche Regen Niedersachsen erreicht, wässern Landwirten ihre Felder zusätzlich. Ob eine Fläche tatsächlich bewässert werden muss, dieser Frage sind Wissenschaftler nachgegangen – und haben eine interaktive Karte entwickelt.

Dürre im eigenen Garten? Diese Karte zeigt genau die Trockenheit in Niedersachsen an

Ob Hobby-Gärtner oder Landwirt, die Frage „Wie trocken ist mein Boden“ beschäftigt beide. Die nachgelagerte Frage lautet: Wie entwickelt sich die Bodenfeuchte in den kommenden Tagen? Über die genaue Dürre gibt ein Wasser-Monitor Auskunft. Entwickelt hat ihn das Forschungszentrums Jülich. Jeder Ort in Niedersachsen und Deutschland kann angewählt werden. So lässt sich für einen Zeitraum von bis zu neun Tagen in die Zukunft ablesen, ob der Boden für Pflanzen genug Wasser vorhält oder Landwirte und Hobby-Gärtner besser zur „Gießkanne“ greifen, schreibt das Forschungszentrum.

Die Farbskala zeigt die Menge an Wasser, die im Boden bis in eine Tiefe von 30 Zentimeter gespeichert ist und Pflanzen tatsächlich zur Verfügung steht.

Damit zum Beispiel Landwirte entscheiden können, ob Pflanzen bewässert werden sollten, müssen sie wissen, wie viel Wasser im Boden, oder genauer, in seinen Hohlräumen, den sogenannten Poren, gespeichert ist. Der maximale Bodenwasserspeicher, der den Pflanzen zur Verfügung steht, heißt in der Fachsprache Feldkapazität (FK).

Das Wasser im Boden ist nicht unbedingt für Pflanzen verfügbar

Zum Hintergrund: Nicht das gesamte Wasser, das im Boden gespeichert ist, ist aber für Pflanzen verfügbar. Ist der Boden schon zu stark ausgetrocknet, reicht die Saugkraft der Pflanzenwurzeln nicht aus, um das übrige Wasser aus den Poren aufzunehmen – die Pflanzen verwelken, so das Forschungszentrums Jülich. Das ist der sogenannte permanente Welkepunkt. Für die Bewässerung von Pflanzen betrachtet man daher nur den Anteil der Feldkapazität, der für Pflanzen nutzbar ist.

Pflanzenverfügbares Wasser wird in Prozent ausgedrückt. Das Forschungszentrum erklärt: Bei einer nutzbaren Feldkapazität von 100 Prozent können Pflanzen das Wasser aus dem Boden ohne besonderen „Kraftaufwand“ entnehmen. Das Wasser ist also leicht für die Pflanzen verfügbar. Je mehr der Boden trocknet und somit das pflanzenverfügbare Wasser abnimmt, desto stärker muss die Saugkraft der Pflanzenwurzeln sein, um das an den Bodenporen haftende Wasser aufnehmen zu können.

Trockenstress bei Pflanzen ist die Folge von fehlendem Wasser

Bei einer Feldkapazität von null Prozent haftet das Wasser so stark an den Bodenpartikeln, dass die Pflanzen es nicht mehr aufnehmen können und sie verwelken. Wenn das pflanzenverfügbare Wasser abnimmt, nimmt also der sogenannte Trockenstress für die Pflanzen entsprechend zu.

Aktuell leiden viele Pflanzen unter der langanhaltenden Trockenheit – auch in einem erst kürzlich prämierten Park in Bremen. Experten liefern indes eine düstere Prognose, was das Wetter in diesem Monat angeht.

Rubriklistenbild: © Wasser-Monitor des Forschungszentrums Jülich

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