Massive Veränderungen

Einer der beliebtesten Parks Deutschlands hat mit einem großen Problem zu kämpfen

+
Es sind beeindruckende Stauden: Im Rhododendron-Park Bremen befindet sich eine der größten Sammlungen der Welt. Doch der Park kämpft mit einem Problem.
  • schließen

2025 könnte zu einem „weiteren Katastrophenjahr“ werden, warnt der Leiter eines prämierten Bremer Parks. Denn eine Entwicklung wird aktuell zum massiven Problem.

Bremen – Gerade hat er noch in einem internationalen Ranking als einer der besten Parks in Deutschland abgeräumt, jetzt kommen eher sorgenvolle Nachrichten aus dem Rhododendron-Park in Bremen. In dem im Osten der Hansestadt gelegenen Park befindet sich eine der größten Rhododendron-Sammlungen der Welt, über 650 Wildformen und 3.700 Züchtungen der üppigen Blütensträucher können Besucher dort bewundern. Gerade jetzt, im Mai, zur Blütezeit erstrahlt der Park in einer überwältigenden Farbenpracht: Rot, Pink, Orange, ein wahres Farbenfest.

Große Sorge im Rhododendron-Park Bremen – die Pflanzen kämpfen mit einem Problem

Doch den Betreibern bereitet eine Entwicklung aktuell große Sorgen. Und die betrifft eben genau jene Blütenpracht. Denn: Die Sträucher im Bremer Rhododendron-Park blühen in diesem Jahr rund zwei Wochen früher als üblich. „Wir sind deutlich voraus mit der Blüte“, sagte Parkleiter Hartwig Schepker der Deutschen Presseagentur (dpa). Das habe vor allem zwei Gründe: die derzeitige, ungewöhnlich langanhaltende Trockenheit sowie die milden Temperaturen. „Diese Trockenheit ist so eine Art Katalysator“, erklärt der Experte.

Schon in den vergangenen Jahren sei man im Park auf die Entwicklung aufmerksam geworden. Das Problem habe sich daher bereits seit längerem abgezeichnet. „Es gibt leider keine normale Blüte mehr“, so Schepker. „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir generell eine frühere Blüte haben.“ Das seien die spürbaren Folgen des Klimawandels. Im Winter werde es nicht mehr kalt genug und im Frühjahr fehle der Niederschlag. Es ist einfach viel zu trocken.

Parkleiter aus Bremen: 2025 könnte ein weiteres Katastrophenjahr werden

In den Jahren 2018 und 2022 hätten die Pflanzen besonders unter der Trockenheit und Wärme gelitten. „Wenn das so weitergeht, dann könnte sich 2025 in die Katastrophenjahre einreihen“, warnt der Parkleiter. Und die Zeichen stehen nicht besonders gut, was den Mai angeht. Ein Wettermodell machte kürzlich eine düstere Prognose und sagte einen fatalen Monat in Sachen Dürre voraus – auch für Niedersachsen.

Damit würde sich der Mai in eine Abfolge viel zu trockener Monate in diesem Jahr reihen. Schon der März war alarmierend: Meteorologen verzeichneten eine Rekord-Dürre: Es war der regenärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wenn sich daran im Mai nichts ändert und der von Landwirten und Gärtnern so ersehnte Regen nicht einsetzt, dann wäre es bereits der vierte Dürre-Monat in Folge.

Und diese Entwicklung ist längst keine vorübergehende Erscheinung mehr, wie auch die Betreiber des Rhododendron-Parks feststellen müssen. Die Folgen sind dramatisch, nicht nur in der Natur, sondern auch in den „behüteten“ Pflanzenwelten in Parkanlagen.

Trockenheit bedeutet Stress für Pflanzen – das macht sie anfälliger

Die Pflanzen- und Tierwelt gerate durch die neuen Bedingungen aus den Fugen. „Wenn die Pflanzen plötzlich früher blühen und die Insekten sind noch nicht da, haben wir ein Problem“, erklärte der Leiter des Rhododendron-Parks. Die andauernde Trockenheit setze die Sträucher im Park unter Stress. Das mache sie anfälliger für Schädlinge und Pilze.

Und auch die Mitarbeitenden der Anlage gerieten dadurch unter Druck, wie der Parkleiter berichtete. Schon im April und Mai müssten sie anfangen, die Böden flächendeckend zu gießen. „Viele Sachen bleiben liegen, weil wir nur noch am Gießen sind.“ Bei 46 Hektar Fläche sei der zeitliche Aufwand enorm.

Wer die blühenden Rhododendren in Bremen noch sehen will, sollte sich beeilen

Wer die vielfältigen Pflanzen in einer der größten Rhododendron-Sammlungen der Welt noch in voller Blüte bestaunen möchte, der sollte sich beeilen und den Rhododendron-Park unbedingt noch in den nächsten zwei Wochen besuchen (Stand: 12. Mai). Danach ist es wahrscheinlich vorbei mit der Pracht. Doch es besteht noch etwas Hoffnung: Wenn es nachts weiterhin so kalt bleibt und die Temperaturen tagsüber nicht über 18 Grad liegen, könnten sich die Blüten noch etwas länger halten. Das bleibt aktuell allerdings noch abzuwarten.

Der 46 Hektar umfassende Rhododendron-Park zeichnet sich durch botanische Vielfalt aus. Er ist von Wasserläufen durchzogen und Besucher können fast 4.000, zum Teil 150 Jahre alten Bäume bewundern. Somit bieten die Wäldchen und Wiesen Lebensräume für zahlreiche einheimische Tiere – und den Besuchern ein echtes Naturerlebnis, mitten in Bremen. Der Park ist ganzjährig von 7:00 Uhr bis 22:30 Uhr zugänglich, und zwar kostenlos.

Kommentare