GW950m

Jagd auf Niedersachsens Killer-Wolf Nummer eins

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Kein anderer Wolf in Niedersachsen ist an so vielen Tierrissen beteiligt, wie GW950m. Nun soll der Rüde ein für alle Mal aus dem Verkehr gezogen werden.

Hannover – Er tötete Ursula von der Leyens Pony und auch sonst ist er ein echter Killer: GW950m – so seine offizielle Kennung – ist Niedersachsens Problemwolf Nummer eins. Als Mitglied des berüchtigten Burgdorfer Rudels sorgte GW950m bei Tierzüchtern in Niedersachsen – vor allem im Raum Hannover – für Angst und Schrecken.

Ein ausgewachsener Wolf kann eine Schulterhöhe von bis zu 85 Zentimeter und ein Körpergewicht von bis zu 80 Kilogramm erreichen.

Rund 13 Tötungen gehen auf das Konto des Wolfsrüden – meist Schafe, aber auch Rinder und Pferde fielen ihm zum Opfer. Ein für Wölfe absolut ungewöhnliches Verhalten, wie das niedersächsische Umweltministerium feststellt: „Pferde und Rinder gelten als wehrhafte Tiere und werden in der Regel weit weniger häufig von Wölfen attackiert als andere, nicht wehrhafte Weidetiere.“

GW950m: Niedersachsens Problemwolf Nummer eins ist ein echter Killer

An ganzen 26 Vorfällen soll GW950m beteiligt gewesen sein, bei denen mehr als 70 Tiere starben. Als er dann noch von der Leyens geliebtes Pony „Dolly“ totbiss, wurde die Jagd auf ihn wieder eröffnet. Mehr noch: Knapp zwei Wochen nach dem „Dolly“-Vorfall schlug der Wolf wieder zu. Diesmal fielen im drei Schafe im Landkreis Gifhorn zum Opfer.

Bereits 2021 hatte ihn das Land Niedersachsen auf die Abschussliste gesetzt. Doch der Wolf entkam den Flinten der Jäger. Als dann noch ein anderes Mitglied des Burgdorfer Rudels abgeschossen wurde – was für großen Ärger innerhalb der Politik sorgte – wurde GW950m wieder von der Liste genommen.

Niedersachsen hat Wolf GW950m erneut zum Abschuss freigegeben – kann er wieder entkommen?

Nun gilt die Abschuss-Erlaubnis für GW950m bis zum 31. Januar 2022. Damit will das Land auch verhindern, dass der Rüde seine Jagdtechniken, insbesondere auf große Nutztiere, weitergibt. Ob es GW950m wieder schafft, zu entkommen, ist fraglich. Die sichere Identifizierung des Wolfs während der Jagd sei nicht zweifelsfrei möglich, schreibt das Umweltministerium.

 Bitte lassen Sie die Waffen ruhen und die Wölfe in Ruhe!“

Tierschutzorganisation Peta zur Jagd auf GW950m

Die Jagd auf GW950m ruft aber auch Kritik hervor: „Wolf ‚GW950m’ soll nun dafür getötet werden, dass er seinen grundlegenden Bedürfnissen nach Nahrung nachgegangen ist. Während der Tod von ‚Dolly’ von der Familie von der Leyen zutiefst betrauert wird, scheint das Leben des Wolfs keinerlei Wert zu haben“, teilte die Tierrechtsorganisation Peta mit.

Es sei reine Doppelmoral, um ein Pferd zu trauern, aber einen Wolf töten zu wollen, schreiben die Tierschützer: „Deshalb fordern wir von der ehemaligen deutschen Verteidigungsministerin, sich gegen die Tötung von ‚GW950m’ einzusetzen. Bitte lassen Sie die Waffen ruhen und die Wölfe in Ruhe!“

Niedersachsen ist Wolf-Land: „Wachsende Zahl an Konflikten“

Ob von der Leyen, die rund einen Monat nach der tödlichen Attacke auf ihr Pony angekündigt hat, das EU-Wolfsrecht überprüfen lassen zu wollen, sich für die Forderungen der Tierschützer einspannen lässt, bleibt aber wohl ebenso fraglich.

In einem Brief, den sie an EU-Abgeordnete geschickt hatte, schreibt sie: „Die Kommission erkennt an, dass die Rückkehr von Wölfen in Gebiete, aus denen sie seit Langem verschwunden waren, sowie ihre wachsende Zahl zu Konflikten führt.“

Vor allem Niedersachsen ist nach der Rückkehr der Raubtiere im Jahr 2006 zu einem echten Wolfs-Land entwickelt. Rund 34 Rudel leben laut Experten in dem Bundesland. So nehmen auch die Begegnungen zwischen Mensch, Wolf und anderen Tiere zu. Erst Mitte November attackierte ein Wolf einen kleinen Hund und verletzte diesen tödlich.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

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