Feierstunde

Gegenseitige Wertschätzung: Empfang für die Feuerwehr im Weyher Rathaus

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Volles Haus: Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen vor Mitgliedern der Feuerwehr und anderer Blaulicht-Organisationen sowie Vertretern aus Rat und Verwaltung.
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Anders als viele andere Kommunen richtet die Gemeinde Weyhe einen zentralen Empfang für ihre Freiwillige Feuerwehr aus. Die Feierstunde stand im Zeichen gegenseitig zum Ausdruck gebrachter Wertschätzung.

Weyhe – Zum inzwischen achten Mal hat die Gemeindeverwaltung einen Jahresempfang für die Freiwillige Feuerwehr Weyhe ausgerichtet. Die Feierstunde zur Würdigung der ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft am Donnerstagabend im Ratssaal war einerseits ein Rückblick auf das ausklingende Jahr, das im Zeichen des Jugendfeuerwehr-Zeltlagers stand. Anderseits wirft der Feuerwehr-Bedarfsplan seine Schatten voraus, den der Gemeinderat in seiner Sitzung vor Weihnachten wohl beschließen wird.

Beide Seiten lobten ihre gute Zusammenarbeit miteinander und mit der Politik: Die Feuerwehr in Weyhe stehe gut da, sagte Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen. „Die Wertschätzung ist gegenseitig“, gab Bürgermeister Frank Seidel zurück.

Bürgermeister Frank Seidel dankt den Feuerwehrleuten für ihren den Einsatz.

Für die Zusammenarbeit verschiedener Ebenen stand auch das Publikum: Neben der Weyher Feuerwehr waren Vertreter der Kreisfeuerwehr und Kreisjugendfeuerwehr, von Rotem Kreuz, Polizei, DLRG und THW ins Rathaus gekommen, außerdem Mitglieder des Gemeinderats und die Verpächter des Zeltlager-Felds.

Seidel: Zeltlager der Jugendfeuerwehren Höhepunkt des Jahres

Das Zeltlager im Juli bezeichnete Seidel als „absoluten Höhepunkt des Jahres“ – nicht nur für die Feuerwehr, sondern die Gemeinde überhaupt. „Wir sind froh, dass wir als Gemeinde Gastgeberin sein konnten“, unterstrich Seidel, mit dem Nachsatz: „gerne wieder“. Als er dafür (wohl angesichts des gerade bewältigten Arbeitsaufwands) Lacher aus dem Publikum erntete, beschwichtigte er, dass das Zeltlager ja nicht jährlich wiederkomme.

Über den – bislang nicht öffentlichen – Feuerwehrbedarfsplan sagte der Bürgermeister, dass der „einiges an Hausaufgaben“ mit sich bringen werde, die man aber gerne erledigen werde.

Übernahme: Fachbereichsleiter Detlef Plate (r.) begrüßt eins von 14 neuen Mitgliedern im aktiven Dienst. Zudem gab es Ehrungen für 25, 40, 50 und 75 Jahre in der Feuerwehr sowie ein Totengedenken durch Pastor Holger Tietz.

Kreisbrandmeister Michael Wessels hob gestiegene Anforderungen bei der Gefahrenabwehr hervor. Er nannte äußere Einflüsse wie etwa internationale Krisen, eine „etwas stochastische Energiepolitik“ sowie durch den Klimawandel hervorgerufene Wetterereignisse, um deren Folgen sich die Feuerwehr und gerade das THW kümmern müssten. Zudem verwies Wessels auf eine Kostenexplosion beim Material, um anschließend hervorzuheben: „Es nutzt nichts, technisches Gerät zu haben, wenn man nicht das nötige Personal hat, um es einzusetzen.“ Für die Feuerwehr sei, neben Quereinsteigern, die Kinder- und Jugendarbeit der Schlüssel zum Erfolg.

Jahresbilanz: Zahlreiche Einsätze, positive Entwicklung bei der Kinderfeuerwehr

Ohne seinen erkrankten Stellvertreter Folkard Wittrock zog Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen die Jahresbilanz. Er konnte auf 330 Aktive in der Weyher Gemeindefeuerwehr verweisen, „zwölf mehr als im vergangenen Jahr.“ Die Jugendfeuerwehr habe 136 Mitglieder, die Kinderfeuerwehr 66. Hier sprach der Gemeindebrandmeister von einem riesigen Andrang und erfreulichen Aussichten.

Laut Scharringhausen gab es im laufenden Jahr bis dato 246 Alarmierungen, 387-mal seien die Ortsfeuerwehren ausgerückt, also mehr als einmal am Tag. Brandmeldeanlagen bezeichnete Scharringhausen als „leidiges Thema“ – „wir haben da einen Stammkunden“. Man sei bei 46 Alarmierungen 121-mal zu solchen Fällen ausgerückt, zehnmal, nachdem private Rauchmelder ausgelöst hätten. Einige weitere Zahlen, die der Gemeindebrandmeister nannte: In 103 Fällen sei die Feuerwehr zu technischen Hilfeleistungen ausgerückt, 22-mal sei die Fachkompetenz außerhalb der Gemeinde gefragt gewesen. „Langeweile gibt es bei der Feuerwehr in Weyhe definitiv nicht“, lautete das Fazit des Gemeindebrandmeisters.

„Gigantisch“: Großer Einsatz für das Jugendfeuerwehr-Zeltlager

Am Zeltlager hob er das Engagement hervor, als Teile des Platzes in den Niederschlägen zu versinken drohten: Noch nachts sei ein Lkw voll mit gespendeten Rindenmulch-Hackschnitzeln organisiert worden. „Das ist absolut gigantisch.“ Überhaupt wäre das Zeltlager laut Scharringhausen ohne Spenden ein Minusgeschäft gewesen. Über den Feuerwehrbedarfsplan sagte er: „Das Ergebnis ist da, das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Die Umsetzung werde nicht billig. Aber: „Nur ein Handwerker, der vernünftiges Werkzeug hat, kann vernünftige Leistung bringen.“ Angst machten ihm aber die aktuellen Lieferzeiten, so Scharringhausen.

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