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Nancy Faeser, Bundesinnenministerin, im Hochwasser-Gebiet. Doch anstelle von allgemeiner Freude gibt es Ärger. Auch, weil offizielle Stellen spät davon erfuhren.
Der Besuch von Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Niedersächsischen Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, am Neujahrstag ab 15 Uhr gemeinsam mit THW-Präsidentin Sabine Lackner und dem Präsidenten der Bundespolizei, Dr. Dieter Romann, im Hochwassergebiet in Sandkrug (Gemeinde Hatten) stößt nicht überall auf Begeisterung. „Tja da wo es Katastrophen gibt, sind Politiker nicht weit weg um sich zu profilieren“, heißt es beispielsweise in Sozialen Netzwerken.
Offenbar war der Besuch auch nicht mit den Kommunen vor Ort abgestimmt. So war beispielsweise Landrat Christian Pundt am Silvestertag noch nicht offiziell informiert, obwohl die Ministeriumspressestelle den Besuch bereits ankündigte. Seltsam mutet auch die Ankündigung an, dass sich die Ministerinnen den Einsatz des Bundespolizei-Hubschraubers ansehen wollen, „der mit dem Transport großer Sandbehälter die Einsatzkräfte vor Ort dabei unterstützt, die Deiche zu verstärken und Deichbrüche zu verhindern“, wie es in der Pressemitteilung heißt.
Hubschrauber ging im Hochwasser-Gebiet gar nicht in der Luft
Die Hubschrauber haben nämlich bereits am Tag vor Silvester ihre Arbeit eingestellt, weil die Pegelstände sinken und die Deichsicherheit vorerst gewährleistet ist. „Es befinden sich keine Hubschrauber mehr in der Luft, eine vorsichtige Entspannung ist spürbar“, hieß es von der Kreisfeuerwehr am Silvestertag.
„Sollten weitere Sicherungsmaßnahmen notwendig werden, werden die Kräfte erneut in den Einsatz gehen. Sandsäcke und Big-Bags stehen für den Notfall bereit. Auch die Hubschrauber der Bundeswehr in Nordholz und der Bundespolizei in Rastede stehen bereit, um schnell reagieren zu können“, teilt die Feuerwehr weiter mit. Faeser und Behrens werden somit vor Ort gar keine großen Aktivitäten zu sehen bekommen - es sei denn, es werden extra noch wieder Hubschrauber herangeschafft.
„Politiker wollen sich profilieren“ – deutliche Kritik bei Facebook
„Jetzt kommen die ganzen Politiker, um sich öffentlich zu profilieren. Die sollten lieber die jeweiligen Institutionen finanziell unterstützen statt, wie angedacht, Gelder zu kürzen. Wirklich angepackt hat ja keiner von denen ...“, lautet eine Kritik bei Facebook. Jemand anderer schreibt: „Erst das Wasser, dann die Faeser, das hat keiner verdient.“
Andere finden den Besuch allerdings auch gut: „Hier meinen also einige, die zuständigen Ministerinnen sollten nicht hierherkommen und mit unserem Bürgermeister und Landrat zu beraten, wie die Schäden beseitigt und neue verhindert werden können und wie das bezahlt wird. Nur her mit den Ideen, wie es denn ohne Hilfe von Land und Bund bewerkstelligt werden kann. Ich bin gespannt“, heißt es in einem Beitrag.