Nächstes Ziel fürs Ronolulu-Hallenbad: Neustart im März

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Die neue Fassade aus Holz und viel Glas, obwohl reduzierter gestaltet als einst vorgesehen, ist sie ein Aushängeschild für Bäderarchitektur, sagt der neue Ronolulu-Chef.
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Der Umbau des Erlebnisbades Ronolulu schreitet voran. Die neue Holzfassade des Hallenbads mit großen Fensterelementen ist ein weithin sichtbares Zeichen dafür. Im Inneren arbeiten die Handwerker auch auf Hochtouren. Der neue Badleiter muss aber auch vertrösten: Die Wiedereröffnung wird frühestens im März möglich sein. Und das Freibad schließt in diesen Tagen.

Rotenburg – „Wir haben sowieso einen Neustart“, sagt Thilo Jakobs. Becken, Lüftung, Technik, Dach, Innenräume, vielleicht noch Umkleidekabinen, dann irgendwann das Freibad und der Rutschenturm: Das Erlebnisbad Ronolulu ist großen Veränderungen unterworfen. Es wird viel neu- und umgebaut, auch intern: Seit Oktober ist Jakobs neuer Chef im Ronolulu. Frischer Wind von außen, alte Strukturen sollten aufgebrochen werden, sagt der 25-Jährige selbstbewusst. Jakobs kommt aus Bad Laer (Kreis Osnabrück) und war zuletzt Leiter Bäderbetrieb bei den Stadtwerken Greven im nördlichen Münsterland. Gelernt hat er bei den Stadtwerken Osnabrück. Jakobs ist Meister für Bäderbetriebe, Bädermanager und technischer Betriebswirt. Rotenburg kannte er bislang nicht, das Ronolulu bis zum Dienstantritt im Oktober nur aus Erzählungen von Kollegen auf der Meisterschule. Nun ist er der Chef von gut 30 Mitarbeitern – alles neu im Erlebnisbad mit überregionaler Bedeutung.

Im Bereich des Kursbeckens sieht man schon fertige Bereiche der neuen Innenkonstruktion.

Allein zwölf Millionen Euro werden derzeit in die Erneuerung des Hallenbads gesteckt. Hauptsächlich Fördergelder, aber auch Eigenmittel der Betreiberin, der Stadtwerke, werden investiert, weil das, was 1974 als schick und funktional galt, heute „energetisch eine glatte Sechs“ ist, wie es Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Meyer formuliert hat.

Für Jakobs, der den Weg nach Rotenburg über einen Recruiter gefunden hat, war diese Umbruchphase ein ausschlaggebendes Argument, sich schon in jungen Jahren neu zu orientieren. In seiner letzten Station in Greven ging es um ein Hallen- und Freibad, getrennt voneinander, zusammen rund 110 000 Besucher. Damit nicht nur deutlich kleiner als das Ronolulu, wo man bald wieder die jährliche 300 000-Besucher-Marke knacken will, sondern auch gefestigt statt im Wandel. „Ich möchte gestalten und Entscheidungen treffen“, betont Jakobs mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in der Kreisstadt. „Deswegen bin ich hier.“

Thilo Jakobs ist seit Oktober Badleiter.

Entscheidungen gilt es noch einige zu treffen in nächster Zeit. Zum Beispiel: Werden auch die Umkleidekabinen des Hallenbads komplett erneuert? Das Dach auch dort war marode, wurde saniert. Die Bauarbeiten in den vergangenen Monaten hätten den Zustand des Kabinenbereichs nicht verbessert. Doch kann diese, bislang nicht geplante Investition auch noch gestemmt werden? Derzeit sind viele Gewerke auf der Großbaustelle Hallenbad tätig. Das Dach ist bald dicht, der Innenausbau läuft parallel. Dennoch ist der einstige Plan, das Freibad so lange offen zu lassen, bis das Hallenbad fertig ist, nicht zu halten. „Verzögerungen hat man immer“, sagt Jakobs und verweist darauf, dass weitgehend alle Arbeiten von Firmen aus der Region erledigt werden sollten. Da müsse man dann zum Beispiel auf einen Maler auch mal länger warten, Fachkräfte sind bekanntlich rar. Zudem habe es zwischenzeitlich Probleme mit dem Holznachschub gegeben. Insgesamt müsse man sich sowieso fragen, ob der Zeitplan nicht etwas „zu sportlich“ angesetzt war. Ziel jetzt: Hallenband-Eröffnung im März.

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Das Freibad wird derweil in den kommenden Tagen schließen, nur noch der Wellness- und Saunabereich geöffnet sein. 150 bis 170 Gäste wurden draußen zuletzt täglich gezählt. Die Besucher freuten sich, dass die Außenbecken auf bis zu 28 Grad geheizt wurden. Aber das sei finanziell langsam nicht mehr tragbar. Zudem gebe es Sicherheitsbedenken: Glatteis und Nebel drohen. Kommt der erste Frost, schließt das Freibad. Jakobs und sein Team dürfen sich dann auch Neustart-Gedanken über den Außenbereich machen. „Ist die Wasserfläche zu groß? Braucht man ein 50-Meter-Becken?“, sind Fragen, die beantwortet werden müssen in naher Zukunft.

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