Wohin mit dem Müll?

Müll-Problem in Cuxhaven erhitzt Gemüter – keine Besserung in Sicht

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Eine Cuxhavenerin ist sauer: Immer wieder findet sie Müll bei Spaziergängen am Strand in Cuxhaven. Ändern wird sich daran wahrscheinlich nichts.

Cuxhaven – Plastikfolie, Tüten und Überreste von einer Einkaufstasche – das hat eine Frau am Strand in Cuxhaven Sahlenburg gesammelt, als unsere Reporterin sie vor Ort antrifft. Die 31-Jährige geht hier oft spazieren. Nur eine kurze Strecke habe sie zurückgelegt, ihre Hände sind dennoch gefüllt mit Müll. „Ich kann nicht verstehen, warum es keine Mülleimer direkt am Strand gibt“, sagt sie aufgebracht.

Hat der Strand Sahlenburg zu wenig Mülltonnen? Einheimische sauer wegen Müll-Mengen

Tatsächlich befinden sich ausschließlich Mülltonen an den Strandeingängen. Dort, wo sich Urlauber, Tagesgäste und Einheimische bei einem Strandbesuch hauptsächlich aufhalten, ist weit und breit keine Mülltonne zu sehen. Jeder, der seinen Müll entsorgen möchte, muss somit den Strandbereich gänzlich verlassen und teilweise einen Umweg bis zur nächsten Mülltonne in Kauf nehmen. Für die Cuxhavenerin ist klar: „Das ist sehr umständlich.“

An diesem Strand in Cuxhaven sammelt eine Einheimische regelmäßig händeweise mit Müll. (Symbolbild)

Für die 31-Jährige sei es unbestritten, dass nicht jeder Lust habe, seinen Müll bei sich zu deponieren, bis der Strandtag zu Ende ist. Vieles lande dann im Sand an der Nordeeküste, manchmal auch im Meer. Das gehe alles zulasten der Tiere. Ein bekanntes Problem, über das auch die Schutzstation Wattenmeer auf ihrer Website aufklärt. „Die Verschmutzung der Meere und Strände mit Plastikmüll ist ein lange Zeit übersehenes, aber mittlerweile viel beachtetes Umweltthema“, heißt es dort.

Immer wieder findet eine Cuxhavenerin Müll am Sahlenburger Strand. Das nervt findet sie.

Seevögel können sich zum Beispiel in treibenden Netzen verfangen und ertrinken. Im Vogelfelsen von der Insel Helgoland strangulieren sich jährlich etwa 50 Seevögel an Plastikschnüren, so die Schutzstation. Die Vögel nutzen die Schnüre als Nistmaterial. Andere Meerestiere verwechseln kleine Plastikteile mit Essbarem und verhungern, trotz vollem Magen. Ob es auch einem Tier so erging, dessen Skelett erst vor wenigen Wochen in St. Peter-Ording angespült wurde, ist ungewiss.

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Juist Strand Niedersachsen Ostfriesische Inseln
Weißer, feiner Sand und Dünengras zeichnen den Strand der Ostfriesischen Insel Juist aus. Auch dieser Strand ist mit Regionalbahnen und somit durch das Deutschlandticket einfach erreichbar. Ähnlich wie bei der Insel Norderney ist die Endhaltestelle der Züge der Bahnhof Norddeich (Mole). Regionalzüge aus Bremen über Oldenburg steuern diesen Bahnhof an. © IMAGO / Wirestock
Norderney Strand Sonnenuntergang
Die Ostfriesische Insel Norderney ist wohl ein Strand-Klassiker. Ausgezeichnet durch feinen Sand, erstreckt sich der Strand ganze 15 Kilometer. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Deutschlandticket ist die Insel gut zu erreichen. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation. Der RE 1 klappert auf dem Weg dorthin direkt mehrere Orte ab, in denen Urlauber zusteigen können – unter anderem Emden, Oldenburg, Delmenhorst oder Bremen Hauptbahnhof.  © Imago/JanisMEYER/Priller&MAUG
Strand in Cuxhaven Duhnen Döse
Mit dem Wattwagen nach Neuwerk, zum Wattwandern oder in der Nordsee baden – wer aus Bremen oder Hamburg kommt und einen Kurzurlaub an der Küste plant, bekommt in Cuxhaven sogar mehr als nur Sandstrand geboten. Von Hamburg aus fährt der RE5 direkt bis nach Cuxhaven. Wer aus Bremen mit dem Deutschlandticket anreist, wählt die NWB RS2 und steigt in Bremerhaven in den Zug EVB RB33. © IMAGO/Torsten Krüger
Sandstrand Neuharlingersiel
Es mutet an, wie der Strand einer Ostfriesischen Insel, ist aber Neuharlingersiel. Bei 10 Hektar Fläche ist genug Platz am Strand, um zu entspannen und dem Meer zu lauschen. Wer von Oldenburg aus mit dem Deutschlandticket anreist, steigt in den RE1 Richtung Norden und hat dann nur noch eine kurze Busreise vor sich. Alle, die am Bremer Hauptbahnhof ankommen, steigen in den Bus F20. Dieser fährt bis zum Anleger, Neuharlingersiel. Von dort aus ist es zu Fuß nicht mehr weit. Die Buslinie K1 fährt aber auch in zwei Minuten direkt zum Strand. © IMAGO / Panthermedia
Strand Küste Ostfriesland Schillig
Ebenfalls ein echter Geheimtipp ist der zweieinhalb Kilometer lange Sandstrand von Schillig. Nördlich von Wilhelmshaven gelegen, ist er gut vom Oldenburger Hauptbahnhof aus mit dem Deutschlandticket zu erreichen. Die NWB RE18 bringt Urlauber nach Wilhelmshaven Hauptbahnhof. Von dort aus fährt die Buslinie 121 direkt in den kleinen Ort an der Nordsee. © IMAGO / imagebroker
Strandabschnitt zwischen Wenningstedt und Kampen auf Sylt
Ob Westerland, List oder Kampen, Sylt lockt jährlich bis zu 4,8 Millionen Übernachtungsgäste auf die Insel. Doch keine Sorge, Platz ist genug: Ungefähr 40 Kilometer lang misst der weiße Sandstrand. Der RE6 fährt direkt von Hamburg Altona durch, ohne Umstieg. Aber auch von kleiner Orten aus Schleswig-Holstein wie Bredstedt und Niebüll fahren Regionalzüge, in denen das Deutschlandticket gültig ist, zur Insel. © IMAGO/Chris Emil Janssen
Strand Pellworm
Es muss nicht immer Sandstrand sein, um ein maritimes Urlaubsgefühl zu bekommen, oder? Die Insel Pellworm ist zwar beliebt, aber längst nicht so populär wie ihre „großen Schwestern“ Sylt und Föhr. Dabei ist Pellworm genauso leicht mit dem Deutschlandticket zu erreichen: Wie bei der Anreise nach Föhr, müssen Urlauber von Hamburg aus lediglich einmal in Niebüll umsteigen.  © IMAGO / Panthermedia
Steg bei Sonnenuntergang auf der Insel Föhr
Wyk auf der Nordfriesischen Insel Föhr verfügt nicht nur über einen malerischen Sandstrand, sondern auch über eine gute Zuganbindung. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation Dagebüll Mole. Zwar steuern diesen vorwiegend Intercity Züge als Direktverbindung an, mit dem RE 60 und einem Umstieg in Niebüll können Hamburger aber ebenfalls per Deutschlandticket den Fähranleger erreichen. © IMAGO / imagebroker
Strandkorb in Sankt Peter Ording
Lange Stege, die vom Ortskern über die Dünen zum Strand führen sowie die Pfahlbauten, sind das Markenzeichen von St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein. Wer hier in der Sonne auf dem Handtuch liegen oder im Strandkorb sitzen möchte, kommt entspannt von Kiel, Hamburg oder Westerland (Sylt), mit einem Umstieg in Husum in die RB 64, per Deutschlandticket zum Urlaubsglück. © CHROMORANGE / Karl-Heinz Spremberg

Müll entstehe zum einen „seeseitig“, durch Schifffahrt, Fischerei oder Offshore-Anlagen. Auf der anderen Seite aber auch „landseitig“, als durch Tourismus an den Küsten. Auch, wenn der Großteil des Mülls, der im Meer landet, laut der Schutzstation durch die Schifffahrt produziert werde, ist der landseitige Müll nicht zu unterschätzen. Denn Müll ist Müll, egal, aus welcher Quelle er stammt. Am Strand in Sahlenburg könnten weitere Mülltonnen in der Nähe der Strandkörbe entgegenwirken. Doch die sind aktuell nicht vorgesehen.

Mülleimer-Mangel am Strand in Sahlenburg: Nordseeheilbad appelliert an Strandbesucher

„Es wäre logistisch nicht sinnvoll, die Mülleimer in den Sand direkt an den Strand zu platzieren“, sagt Katharina Ziersch, Pressesprecherin der Nordseeheilbad GmbH Cuxhaven. Die Mülleimer an den Strandzugängen seien leicht zu erreichen und zu leeren. Ziel sei es zudem nicht, mehr Mülltonnen am Strand aufzustellen, sondern eher zu vermeiden, dass Müll entstehe.

„Wir appellieren an unsere Strandbesucher, weniger Verpackungen mit an den Strand zu bringen und wenn sie es doch machen, diesen wieder mit nachhause zu nehmen“, so Ziersch. Dass dieser Appell nicht bei jedem ankommt, ist augenscheinlich nicht von der Hand zu weisen. Die Cuxhavenerin wird folglich dessen bei ihren Strandbesuchen weiterhin Müll sammeln müssen.

Rubriklistenbild: © dpa/Ingo Wagner

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