VonMarcel Priggeschließen
Die Mittelweser-Region ist bei Campern besonders beliebt. Das belegen aktuelle Übernachtungszahlen. Ein neuer Stellplatz in Mehlbergen könnte die Attraktivität der Region weiter steigern.
Verden/Bruchhausen-Vilsen – Der Tourismus mit Wohnmobilen in Deutschland erlebt einen Aufschwung. Trotz hoher Niederschläge im vergangenen Jahr zog die Mittelweser-Region erneut zahlreiche Wohnmobil-Enthusiasten an. Das belegen Zahlen der einzelnen kommunalen Wohnmobilstellplätze, die die Mittelweser-Tourisik veröffentlichte. Doch warum ist der Bereich an der unteren Weser so beliebt? Ein Experte liefert Antworten.
Aktuell besteht ein Netzwerk von etwa 30 Standorten mit passender Infrastruktur, ergänzt durch kleinere Durchgangsplätze und Campingplätze. Die Mittelweser-Region verläuft dabei von Weyhe entlang der Weser über Bruchhausen-Vilsen, Nienburg, Rehburg-Loccum bis nach Petershagen. Aber auch Achim, Langwedel und Verden gehören zu der Region, in der im Jahr 2023 19.952 Wohnmobile registriert wurden. Im Vergleich dazu waren es 21.344 im Jahr 2022.
Neuer Stellplatz an der Weser geplant: In Mehlbergen sollen weitere Wohnmobil-Plätze dazu kommen
Für die übrigen, meist kostenlosen Wohnmobil-Stellplätze und Campingplätze in der Region sind keine Daten verfügbar. In Mehlbergen im Landkreis Nienburg/Weser ist die Errichtung eines neuen Wohnmobil-Stellplatzes geplant, der über mehr als zwanzig großzügige, naturnahe Parzellen im Grünen direkt an der Weser verfügen soll. Zusätzlich ist eine kleine Bar vorgesehen, die ebenfalls an der Weser und am angrenzenden Weser-Radweg liegen wird. Aber auch im restlichen Niedersachsen gibt es Highlights zu entdecken – beispielsweise die schönsten Campingplätze an der Nordsee.
Das sind die Wohnmobil-Zahlen der Stellplätze der Mittelweser-Region
- Stellplatz „Oyler Straße“: 4.853 Wohnmobile (2022: 5.319)
- Nienburger Festwiese: 1.185 Wohnmobile (2022: 947)
- Stolzenau „Am Löschplatz“: 2.246 Wohnmobile (2022: 2.475)
- Leese „Leeser See“: 390 Wohnmobile (2022: 410)
- Landesbergen am Weserufer: 1.187 Wohnmobile (Eröffnung August 2022: 378)
- Hoya „Weserblick“: 1.324 Wohnmobile (2022: 2.143)
- Petershagen: 1.160 Wohnmobile(2022: 1.247)
- Thedinghausen Schloss Erbhof: 1.380 Wohnmobile (2022: 2.126)
- Bruchhausen-Vilsen Museums-Eisenbahn: 1.576 Wohnmobile (2022: 1.3799
- Rehburg „Am Meerbach“: 1.120 Wohnmobile (2022: 1.227)
- Dörverden: 800 Wohnmobile (2022: 690)
- Steyerberg: 450 Wohnmobile (2022: 490)
- Verden (Aller): 2.281 Wohnmobile (2022: 1.671)
Studien des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr (dwif) zeigen, dass Wohnmobile durchschnittlich mit 2,4 Personen besetzt sind und 50,50 Euro pro Person/Tag inklusive Stellplatzgebühren in der Stadt oder Region lassen, heißt es von der Tourismusseite weiter. Daher flossen allein bei den oben genannten Plätzen im vergangenen Jahr etwa 2,42 Millionen Euro (2022: 2,59 Mio. Euro) in die Region. Zuvor verzeichnete die Mittelweser-Region in den Coronajahren einen Verlust von 133,4 Millionen Euro.
Camping boomt auch in Niedersachsen weiter: Überdurchschnittlich viele Übernachtungen in der Mittelweser-Region
Und dieser Trend soll anhalten. Experten prognostizieren der Caravaning-Branche ein stabiles hohes Niveau. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland mehr als 90.000 Wohnwagen und Wohnmobile neu zugelassen, heißt es vom Camping Industrie Verband (CIVD). Der Bestand an Wohnmobilen in Deutschland liegt bei rund 838.000. Der CIVD listet die Mittelweser-Region als ein Reisegebiet in Deutschland, in dem der Anteil an Übernachtungen auf Wohnmobil-Stellplätzen überdurchschnittlich hoch ist.
Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik GmbH, sieht einen Grund für die zunehmende Beliebtheit des Wohnmobiltourismus in der Mittelweser-Region auch in den umfangreichen Marketingmaßnahmen. Eine Broschüre mit einer Gesamtauflage von mittlerweile rund 400.000 Exemplaren weist auf die Plätze der Region hin. „Viele unterschiedliche Wohnmobilstellplätze tragen dazu bei, dass eine Region als wohnmobil-freundlich gesehen wird. Die Plätze bewerben sich gegenseitig“, erklärt Fahrland in einer Mitteilung. „Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die Mundpropaganda, zufriedene Gäste erzählen es weiter“, fügt Martin Fahrland abschließend hinzu.
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