VonCarolin Gehrmannschließen
Trockene Böden und steigende Temperaturen: Die Waldbrandgefahr in Niedersachsen nimmt zu. Erste Brände führen zu Verkehrsbehinderungen.
Lüneburg – Bereits Anfang März sind die Waldböden im Nordosten Niedersachsens ungewöhnlich trocken. In einigen Regionen wie besteht in dieser Woche bereits eine erhöhte Gefahr von Waldbränden.
Besonders die Waldbrandzentrale in Lüneburg ist aufgrund der trockenen Bedingungen in Alarmbereitschaft. „Seit dem 6. März haben wir großflächig Stufe 3 erreicht und mussten die Zentrale besetzen“, erklärt Leiter Knut Sierk der Deutschen Presseagentur (dpa). „Das ist sehr früh, wir waren schon überrascht.“ Nur in der vergangenen Woche, als es leicht regnete, entspannte sich die Lage etwas.
Schon erste Flächenbrände in Niedersachsen – Bahnstrecken gesperrt
In einigen Regionen kam es schon zu ersten Bränden: So legte ein Flächenbrand am Dienstagnachmittag (18. März) in Schneverdingen im Landkreis Heidekreis die Bahnstrecke Buchholz in der Nordheide – Hannover zum Teil lahm. Gegen 14:15 Uhr gerieten laut Feuerwehr rund 850 Quadratmeter Grasfläche direkt neben der eingleisigen Bahnstrecke in Brand, die daraufhin vollsändtig gesperrt wurde.
Im Bereich eines Bahndamms bei Apen im Landkreis Ammerland brannte es gegen 14 Uhr ebenfalls an mehreren Stellen, sodass die Feuerwehr mit einem größeren Aufgebot anrücken musste, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Es sei nach ersten Erkenntnissen nicht auszuschließen, dass der Brand durch von einem Güterzug stammenden Funkenflug ausgelöst wurde, meldet die Agentur NonStop News. Die Bahnstrecke zwischen Westerstede und Leer musste aufgrund des Feuers zeitweise gesperrt werden.
Warnstufe 4 erstmals in diesem Jahr in der Lüneburger Heide
In der Lüneburger Heide und der Ostheide gilt erstmals in diesem Jahr durchgängig die Waldbrandgefahrenstufe 4 für die kommenden Tage. „Wir sind gut besetzt und vorbereitet auf das, was kommen mag“, betonte Sierk. Bis zum Wochenende steigen die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit nimmt ab und es wehen leichte Winde – ideale Bedingungen für Waldbrände. Besonders die Gebiete um Celle, Faßberg, Bergen und Lüchow stehen unter besonderer Beobachtung.
Auch der normalerweise feuchte Harz ist gefährdet. Am Boden liegt noch viel abgestorbene Vegetation aus dem Vorjahr, was eine „gewaltigen Brandlast“ darstellen könnte. Bodenfeuer könnten sich schnell entzünden. Der Klimawandel hat den Harz inzwischen brandgefährdet gemacht. „Und die Bekämpfung ist dann eine ganz andere Nummer als im Flachland, das hat man bei den Bränden am Brocken gemerkt“, fügte Sierk hinzu. Ein massives Feuer hatte im September tagelang in der Harz-Region gewütet. Menschen hatten evakuiert werden müssen.
Länderübergreifende Warnungen – 440.000 Hektar Wald in Niedersachsen werden überwacht
Ab der Waldbrandgefahrenstufe 3 von 5 ist die Waldbrandzentrale mit speziell geschulten Forstwirten der Niedersächsischen Landesforsten besetzt. Täglich gehen dort Hunderte Meldungen von den 17 niedersächsischen Standorten ein. Überwacht werden 440.000 Hektar Wald im besonders gefährdeten nordöstlichen Landesteil. Die gesamte überwachte Fläche umfasst fast eine Million Hektar.
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Bereits im März konnten neue Mitarbeiter an realen Beispielen geschult werden. Kleine Feuer auf den Truppenübungsplätzen wurden schnell an Feuerwehr und Bundeswehr gemeldet.
Die Kamerastandorte erstrecken sich über sechs Landkreise: Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle. Aus Lüneburg werden auch länderübergreifend Warnungen in angrenzende Gebiete nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gesendet.
Vergangene Pfingsten war das Risiko für Waldbrände aufgrund von Trockenheit in Niedersachsen ebenfalls hoch – auch in einer beliebten Urlaubsregion.
