Verstärkte Überwachung

So früh wie noch nie: Erste Brände und erhöhte Waldbrandgefahr in Teilen Niedersachsens

+
Ein Flächenbrand im Bereich eines Bahndamms im Landkreis Heidekreis beeinträchtigte den Bahnverkehr.
  • schließen

Trockene Böden und steigende Temperaturen: Die Waldbrandgefahr in Niedersachsen nimmt zu. Erste Brände führen zu Verkehrsbehinderungen.

Lüneburg – Bereits Anfang März sind die Waldböden im Nordosten Niedersachsens ungewöhnlich trocken. In einigen Regionen wie besteht in dieser Woche bereits eine erhöhte Gefahr von Waldbränden.

Besonders die Waldbrandzentrale in Lüneburg ist aufgrund der trockenen Bedingungen in Alarmbereitschaft. „Seit dem 6. März haben wir großflächig Stufe 3 erreicht und mussten die Zentrale besetzen“, erklärt Leiter Knut Sierk der Deutschen Presseagentur (dpa). „Das ist sehr früh, wir waren schon überrascht.“ Nur in der vergangenen Woche, als es leicht regnete, entspannte sich die Lage etwas.

Schon erste Flächenbrände in Niedersachsen – Bahnstrecken gesperrt

In einigen Regionen kam es schon zu ersten Bränden: So legte ein Flächenbrand am Dienstagnachmittag (18. März) in Schneverdingen im Landkreis Heidekreis die Bahnstrecke Buchholz in der Nordheide – Hannover zum Teil lahm. Gegen 14:15 Uhr gerieten laut Feuerwehr rund 850 Quadratmeter Grasfläche direkt neben der eingleisigen Bahnstrecke in Brand, die daraufhin vollsändtig gesperrt wurde.

Im Bereich eines Bahndamms bei Apen im Landkreis Ammerland brannte es gegen 14 Uhr ebenfalls an mehreren Stellen, sodass die Feuerwehr mit einem größeren Aufgebot anrücken musste, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Es sei nach ersten Erkenntnissen nicht auszuschließen, dass der Brand durch von einem Güterzug stammenden Funkenflug ausgelöst wurde, meldet die Agentur NonStop News. Die Bahnstrecke zwischen Westerstede und Leer musste aufgrund des Feuers zeitweise gesperrt werden.

Warnstufe 4 erstmals in diesem Jahr in der Lüneburger Heide

In der Lüneburger Heide und der Ostheide gilt erstmals in diesem Jahr durchgängig die Waldbrandgefahrenstufe 4 für die kommenden Tage. „Wir sind gut besetzt und vorbereitet auf das, was kommen mag“, betonte Sierk. Bis zum Wochenende steigen die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit nimmt ab und es wehen leichte Winde – ideale Bedingungen für Waldbrände. Besonders die Gebiete um Celle, Faßberg, Bergen und Lüchow stehen unter besonderer Beobachtung.

Auch der normalerweise feuchte Harz ist gefährdet. Am Boden liegt noch viel abgestorbene Vegetation aus dem Vorjahr, was eine „gewaltigen Brandlast“ darstellen könnte. Bodenfeuer könnten sich schnell entzünden. Der Klimawandel hat den Harz inzwischen brandgefährdet gemacht. „Und die Bekämpfung ist dann eine ganz andere Nummer als im Flachland, das hat man bei den Bränden am Brocken gemerkt“, fügte Sierk hinzu. Ein massives Feuer hatte im September tagelang in der Harz-Region gewütet. Menschen hatten evakuiert werden müssen.

Länderübergreifende Warnungen – 440.000 Hektar Wald in Niedersachsen werden überwacht

Ab der Waldbrandgefahrenstufe 3 von 5 ist die Waldbrandzentrale mit speziell geschulten Forstwirten der Niedersächsischen Landesforsten besetzt. Täglich gehen dort Hunderte Meldungen von den 17 niedersächsischen Standorten ein. Überwacht werden 440.000 Hektar Wald im besonders gefährdeten nordöstlichen Landesteil. Die gesamte überwachte Fläche umfasst fast eine Million Hektar.

Extremes Wetter in Niedersachsen: Die beeindruckendsten Bilder

Sturm Norderney
Trifft viel Wind auf die niedersächsische Küste, kann es zu hohen Wellen kommen. © Imago
Sturmtief Nadia an der deutschen Nordseeküste
Dann kann es insbesondere auf den Nordseeinseln unruhig und ungemütlich werden. © Imago
Sturm Nordsee
Nimmt der Wind jedoch weiter Fahrt auf, drückt er das Meer ins Landesinnere. Es kommt zu einer Sturmflut. © Christine Höfelmeyer/Imago
Norderney Sturm Spaziergänger
Dann tritt das Wasser über die Befestigungen an den Stränden. Jeder Spaziergang könnte gefährlich werden. © Imago
Fähre Nordsee
Wenn die Fähren noch fahren, ist das Wetter jedoch noch nicht kritisch. © Imago
Schneesturm fegt mit 130 Km/h über Berg
Anders sieht da Sturm auf Niedersachsens Bergen aus. Da kann man schon einmal die Haltung verlieren. © Martin Dziadek/Imago
Schwere Gweitter Niedersachsen
Aber auch Gewitter mit seinen extremen Begleitphänomenen trifft Niedersachsen regelmäßig hart. © Roland Bock/Imago
Blitz Gewitter
Auf keinen Fall sollte man sich jetzt im Freien aufhalten © Roland Bock/Imago
Blitze Gewitter Niedersachsen
Blitzeinschläge können zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen. © Roland Bock/Imago
Niedersachsen, Hannover, Gewitter
Aber sie sind schön anzusehen. © Florian Petrow/Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter im südlichen Niedersachsen
Während eines Gewitters kann es zu viel Hagel kommen. Das kann zu Glätte führen.  © Bernd Mrz/Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter Niedersachsen
Plötzlicher Starkregen kann die Straße noch gefährlicher machen. © Bernd Mrz/Imago
Unwetter in Niedersachsen.
Und Sturmböen können dann auch geparkte Autos beschädigen. © Imago
Rotenburg an der Wümme
Fällt zu viel Regen in kurzer Zeit, kann es zu Hochwasser kommen © Silke Heyer/Imago
Nach sintflutartigen Regenfällen: Teich im Ortskern drohte überzulaufen
Dann sind auch die Kanalisationen überlastet. © Roland Bock/Imago
Einsatzkräfte des THW Ortsverband Friedrichsthal aus Saarbrücken im Hochwasser
In manchen Fällen helfen nur Sandsäcke gegen die Wassermassen. © Rainer Droese/Imago
Niedersachsen, Hannover, umgestürzter Baum auf überflutteter Straße
Wo keine sind, werden auch mal Straßen überflutet. © Imago
Der Fluss Ems tritt übers Ufer
So können ganze Landstriche Unterwasser gesetzt werden. © Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter
Dann ist die Feuerwehr im Dauereinsatz © Imago
Überflutung Niedersachen
Manchmal kommt man nur noch mit schwerem Gerät durch die Straßen. © Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter NDS
Denn es droht die Gefahr, einfach mit dem Auto in den Fluten stehen zu bleiben. © imago
Regenbogen ueber offenem Land
Doch das Wetter in Niedersachsen ist wechselhaft. Der Regen kann sich auch schnell wieder legen. © Martin Wagner/Imago
Traumhafter Sonnenaufgang in Niedersachsen
Dann kommt auch mal die Sonne raus. © Imago
Sonne über NDS
Zu viel Sonnenschein ist jedoch nicht gut für die Ernte. Es kommt zu trockenen Böden. © Imago
Malerischer Sonnenaufgang
Dann drohen Pflanzen einzugehen. Landwirte stehen dann vor Problemen. © Imago
Dürre NDS
Besonders in heißen Sommermonaten sind dann viele Felder von Dürre betroffen. © Martin Wagner/Imago
Landwirtschaft-Auf einem Acker
Die Ernte fällt schlechter aus, die Trockenheit ist schlecht für die Böden. © Martin Wagner/Imago

Bereits im März konnten neue Mitarbeiter an realen Beispielen geschult werden. Kleine Feuer auf den Truppenübungsplätzen wurden schnell an Feuerwehr und Bundeswehr gemeldet.

Die Kamerastandorte erstrecken sich über sechs Landkreise: Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle. Aus Lüneburg werden auch länderübergreifend Warnungen in angrenzende Gebiete nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gesendet.

Vergangene Pfingsten war das Risiko für Waldbrände aufgrund von Trockenheit in Niedersachsen ebenfalls hoch – auch in einer beliebten Urlaubsregion.

Kommentare