Großeinsatz am Brocken

Entspannung bei Waldbrand im Harz – jetzt reagiert die Brockenbahn auf drohende Gefahr

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Die Ausbreitung des Feuers im Harz konnte gestoppt werden. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Bei der Brockenbahn gibt es nun erste Konsequenzen

Update von Dienstag, 10. September, 9:10 Uhr: Obwohl der Regen in der Nacht zu Montag die Waldbrand-Lage am Brocken entspannte und viele Einsatzkräfte aus dem Harz bereits wieder abgezogen werden konnten, ist der Einsatz offiziell noch nicht beendet. Der Betrieb der Brockenbahn ist nach Angaben des Unternehmens weiterhin ausgesetzt. Man hoffe, dass die Züge ab Mittwoch wieder zum höchsten Berg Norddeutschlands fahren können.

Obwohl die Ermittlungen zur Brandursache noch nicht abgeschlossen sind, ziehen die Harzer Schmalspurbahnen bereits eine Konsequenz aus den Ereignissen der vergangenen Tage. So solle der Betrieb bereits bei niedrigerer Waldbrandgefahr auf Dieselloks umgestellt werden.

Die Harzer Schmalspurbahnen fahren häufig unter Dampf. Bei Waldbrandgefahr ist das allerdings anders. (Archivbild)

Brockenbahn soll künftig schon bei geringerer Waldbrandgefahr mit Dieselloks fahren

Wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte, sollen bereits ab der zweithöchsten Warnstufe – Warnstufe vier – Diesel- statt Dampfloks fahren. Bislang wurden Dieselloks erst ab der höchsten Waldbrandwarnstufe eingesetzt. Künftig könnten die bei Touristen beliebten Bahnen auch direkt von Niedersachsen aus in den Harz aufbrechen. Aktuell läuft eine Machbarkeitsstudie, um Braunlage an das Streckennetz in Sachsen-Anhalt und Thüringen anzubinden.

Je nach Lage könne auch bereits bei Gefahrenstufe drei entschieden werden, Dieselloks einzusetzen, so die HSB-Sprecherin. Die Entscheidung gelte zunächst präventiv und vorübergehend. Wenn der aktuelle Brand ausgewertet sei, werde auch noch einmal neu beraten.

Update von Montag, 9. September, 22:46 Uhr: Das Feuer am Brocken ist am Montagabend fast gelöscht. Das berichtet der NDR unter Berufung auf den zuständigen Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse. Er hoffe, dass das Feuer spätestens am Dienstag aus sei, so Lohse gegenüber NDR Info. Am Montag waren rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und der Verwaltung des Nationalparks noch immer mit der Brandbekämpfung nahe der Grenze zu Niedersachsen beschäftigt. Drei kleine Brandherde wurden gelöscht und die Einsatzkräfte näherten sich den Glutnestern, die bei einem weiteren Drohnenflug entdeckt wurden.

Sobald alle Brandstellen gelöscht seien, beginne die Phase der Brandnachsorge, erklärte Roland Pietsch, der Leiter des Nationalparks Harz. In dieser Phase überwachten die Mitarbeiter des Nationalparks das Gebiet rund um die Uhr, um sofort eingreifen zu können, falls ein Feuer erneut ausbreche. Pietsch äußerte die Hoffnung auf baldigen Regen, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern.

Die nächtlichen Regenfälle am Montag hatten bereits zur Entspannung der Situation am Brocken beigetragen. Am Montag war kein Einsatz von Löschflugzeugen oder Löschhubschraubern mehr notwendig. Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk planten am Nachmittag bereits ihren Rückzug. Bis Dienstagabend sollte das Gebiet am Brocken voraussichtlich noch für Wanderer und Ausflügler gesperrt bleiben.

Das Feuer am Brocken ist am Montagabend fast gelöscht.

Update von Montag, 9. September, 11:06 Uhr: Nach dem Regen der vergangenen Nacht brennt es noch immer am Brocken. Immo Kramer, der Leiter des Krisenstabes, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es derzeit noch drei aktive Brandherde gibt. Zudem gibt es zwei weitere Bereiche, die verdächtig sind. Diese sollen mithilfe von Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, genauer inspiziert werden. Kramer betonte, dass das Terrain in diesen Bereichen schwer zu erreichen ist.

Die Löschflugzeuge könnten im Laufe des Tages erneut zum Einsatz kommen, um die Brandstellen zu bekämpfen. Allerdings ist das Wetter momentan zu neblig und die Sichtverhältnisse sind nicht ausreichend, so Kramer. Am Nachmittag werde jedoch Flugwetter sein. Die zusätzlichen Hubschrauber, die am Wochenende im Einsatz waren, sind mittlerweile nicht mehr vor Ort.

Update von Montag, 9. September, 08:30 Uhr: Nachdem es in der Nacht ausgiebig geregnet hatte, soll am Morgen die Situation vor Ort durch Einsatzkräfte überprüft werden. Immo Kramer, der Leiter des Krisenstabes, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass der stundenlange, konstante Regen zur Entspannung der Lage beigetragen haben könnte.

Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse hält währenddessen einen weiteren Löscheinsatz aus der Luft für eher unwahrscheinlich. Er plant hauptsächlich Nachlöscharbeiten im Gelände und die Suche nach Glutnestern. Lohse geht davon aus, dass etwa 50 Einsatzkräfte eingesetzt werden.

Update von Montag, 9. September, 07:30 Uhr: Nachdem am Freitagnachmittag, 6. September, am Brocken im Harz ein Feuer im Wald ausgebrochen ist, das mehrere Hundert Einsatzkräfte und die Luftwaffe der Bundeswehr forderte, ist die Situation am Montag unter Kontrolle. Die Brandursache ist jedoch weiterhin ungeklärt. Während der Harzer Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse eine Brandstiftung in Betracht zieht, sagte der Nationalparkchef Roland Pietsch hingegen, dass ein vorsätzlich gelegtes Feuer aufgrund des schwierigen Geländes unwahrscheinlich sei. Ein Brandermittlungsverfahren ist eingeleitet, Ermittler sollen den Brandort jetzt untersuchen.

Update vom Sonntag, 8. September, 18.52 Uhr: Der Harzer Nationalparkchef Roland Pietsch geht beim Waldbrand am Brocken nicht von Brandstiftung aus. „Aufgrund der Unzugänglichkeit des Geländes halte ich es für unwahrscheinlich, dass dort an acht Stellen in naher zeitlicher Reihenfolge Feuer gelegt werden konnte“, sagte Pietsch der Deutschen Presse-Agentur. Im MDR hatte er zudem darauf verwiesen, dass man an diesen Stellen sehr langsam unterwegs sei. Pietsch wirbt dafür, die Ergebnisse der Brandermittlungen abzuwarten.

Der Harzer Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse hält es dagegen für möglich, dass das Feuer am Brocken bewusst gelegt worden ist. „Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen“, sagte Lohse. Er verwies darauf, dass das Feuer am Freitag zeitgleich an mehreren Stellen ausgebrochen war. Die Brandstellen hatten sich später zu einer größeren Feuerfront vereinigt.

Die Polizei teilte auf Anfrage mit, dass ein Brandermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Nähere Angaben zur Brandursache seien erst möglich, wenn man den Brandort untersuchen könne, hieß es.

Update von Sonntag, 8. September, 15:42 Uhr: Die Löschflugzeuge und Hubschrauber sollen am Brocken noch bis Sonntagabend im Einsatz sein. Immo Kramer, der Leiter des Krisenstabes, bestätigte gegenüber der dpa: „Bis Sonnenuntergang wird weitergeflogen“. Er fügte hinzu: „Das Feuer ist unter Kontrolle.“ Trotzdem wird man den gesamten Tag über auf die Unterstützung aus der Luft angewiesen sein. Ab Montag liegt der Fokus dann auf den Bodentruppen. Sie werden im Brandgebiet nach versteckten Glutnestern suchen, so Kramer.

Update von Sonntag, 8. September, 13:37 Uhr: Kai-Uwe Lohse, der Kreisbrandmeister des Harzes, äußerte die Vermutung, dass das Feuer auf dem Brocken möglicherweise vorsätzlich entfacht wurde. Er teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen“. Lohse wies darauf hin, dass das Feuer am Freitag gleichzeitig an verschiedenen Orten ausgebrochen war.

Löschflugzeuge und -hubschrauber versuchen den Waldbrand im Harz einzudämmen.

Die Polizei bestätigte, dass ein Verfahren zur Brandermittlung eingeleitet wurde. Allerdings könnten genauere Angaben zur Ursache des Brandes erst gemacht werden, wenn eine Untersuchung des Brandortes möglich sei, wurde hinzugefügt.

Update von Sonntag, 8. September, 10:45 Uhr: Die Einsatzkräfte, die gegen einen massiven Waldbrand am Brocken ankämpfen, setzen ihre Hoffnungen auf einen Wetterwechsel, der ab dem späten Sonntagabend Regenfälle mit sich bringen könnte. Kai-Uwe Lohse, der Kreisbrandmeister des Landkreises Harz, äußerte gegenüber der dpa, dass mit Änderung der Großwetterlage am Montag die Brandbekämpfung zu Ende gehen könnte.

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für den Sonntag weiterhin sehr warme Luft, die nach Sachsen-Anhalt zieht. Ab dem späten Sonntagabend wird jedoch ein Stark- oder Dauerregen erwartet, der von Westen her einsetzt. Dabei könnten auch Unwetter mit mehr als 40 Litern Regen pro Quadratmeter auftreten.

Update von Sonntag, 8. September, 08:55 Uhr: Die Brandbekämpfungsmaßnahmen am Brocken im Harz wurden früh am Morgen wieder aufgenommen. Michael Randhahn-Schülke, Sprecher des Landkreises Harz, gab gegenüber der Deutschen Presseagentur bekannt, dass bereits zwei Löschhubschrauber in der Luft sind. Im Laufe des Tages rechnet man mit dem Eintreffen von vier Bundeswehrhubschraubern. Parallel dazu starteten auch die Bodentruppen mit den Löscharbeiten.

Update von Samstag, 7. September, 22.15 Uhr: Der Waldbrand am Brocken breitet sich derzeit nicht weiter aus. „Es ist uns gelungen, unter dem Einsatz von viel Manpower und auch Technik, das Feuer jetzt zu fixieren“, sagte der Harzer Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse. „Das heißt, es breitet sich im Moment nicht weiter aus.“ Nach Angaben des Landkreises Harz brennt es auf einer Länge von 1000 Metern am Königsberg, einer Nebenkuppe des Brockens. 

Waldbrand im Harz: Ein Löschhubschrauber fliegt über dem Königsberg durch dichte Rauchwolken und wirft dabei Wasser ab.

Noch bis Einbruch der Dunkelheit sollte die Bekämpfung des Feuers aus der Luft fortgesetzt werden, teilte der Landkreis mit. Später würden die Einsatzkräfte am Boden reduziert, in der Nacht werde es lediglich Patrouillenfahrten geben. Lange Rauchschwaden flogen über die Bergflanke, Feuerwehren waren bei Sommerhitze im Dauereinsatz. Hubschrauber und Löschflugzeuge flogen im Minutentakt. 

Erstmals werde dem Löschwasser auch ein feuerhemmendes chemisches Mittel zugesetzt, sagte Kreisbrandmeister Lohse. Das soll die Wirkung verstärken. Es handele sich um eine deutschlandweite Premiere. Trotzdem stellt sich die Feuerwehr auf einen tagelangen Einsatz ein. „Wir rechnen mit mehreren Tagen, hoffen aber, dass mit Änderung der Großwetterlage am Montag hier Schluss ist“, sagte Lohse. Erst dann soll es regnen. Sorgen bereitet der Feuerwehr, dass Glutnester in der Erde neue Brände entfachen könnten. Auch der Wind stellte ein Problem dar.

Update von Samstag, 7. September, 18.45 Uhr: Nach wie vor wütet der Waldbrand im Harz. Vor zwei Jahren brannte es schon einmal an exakt derselben Stelle am Brocken. Diesmal sind die Ausmaße des Waldbrandes jedoch wesentlich größer, erklärte Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse der Bild: „Der Brand ist mindestens so schlimm wie vor zwei Jahren, eher schlimmer. Wir sind aber diesmal besser vorbereitet.“

Laut Einsatzleiter Torsten Breiting versuche man derzeit „mit aller Macht das Brockenmoor zu schützen“. Noch bis zum Sonnenuntergang werden die Einsatzkräfte ihre Löschbestrebungen fortsetzen, kündigte er an. Aufgrund des unwegsamen Geländes müssen die Löscharbeiten am Brocken über Nacht ruhen. Lohse hofft allerdings, dass der für Montag angesagte Regen hilft, das Feuer in den Griff zu bekommen.

Flugzeuge helfen beim Löschen des Brandes im Harz.

Update von Samstag, 7. September, 15:20 Uhr: Das Feuer am Brocken im Harz breitet sich aktuell nicht weiter aus. „Es ist uns gelungen, unter dem Einsatz von viel Manpower und auch Technik, das Feuer jetzt zu fixieren. Das heißt, es breitet sich im Moment nicht weiter aus“, sagte der Harzer Kreisbrandmeister am Nachmittag in Schierke am Fuß des Brockens. Es werde nun bis in die Nacht weiter gelöscht. Das Feuer brenne weiterhin auf einer Länge von rund 1000 Metern.

Zur erwarteten Dauer des Einsatzes sagte Lohse: „Wir rechnen mit mehreren Tagen, hoffen aber, dass mit Änderung der Großwetterlage am Montag hier Schluss ist.“ Derzeit seien 180 Einsatzkräfte unterwegs. Derzeit seien zudem vier Löschflugzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz, dazu dreht ein Erkundungshubschrauber der Landespolizei Thüringen seine Runden. Erwartet würden noch drei Löschhubschrauber der Bundeswehr.

Update von Samstag, 14 Uhr: Das Feuer im Harz wird sich voraussichtlich noch mehrere Tage hinziehen. Vor allem der Blick auf das Wetter und das unwegsame Gelände spielen den Einsatzkräften wahrlich nicht in die Karten. Erst in der kommenden Woche könnte Regen das Blatt wenden. Wanderungen und Veranstaltungen sind in der gesamten Region derzeit nicht möglich.

Einsatzleiter Immo Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), man plane mit den vorhandenen Kräften die nächsten Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. „Wir stellen uns auf einen mehrtägigen Einsatz ein.“ Es sei zunächst nicht mit Regen, sondern eher mit Wind zu rechnen. Man müsse sehen, wie sich das auf den Brand auswirke, so Kramer.

Das Feuer im Harz ist auch am Samstagmittag noch nicht unter Kontrolle, der Wind könnte ein Problem für die Einsatzkräfte werden.

In den nächsten Stunden ist weitere Verstärkung aus der Luft geplant. Gegenwärtig sei man dabei, die Logistik aufzubauen, da die Hubschrauber und Flugzeuge nicht überall landen könnten. Es ginge zudem darum, das Betanken mit Sprit und Wasser sicherzustellen, sagte Kramer. Am Vormittag hatte ein Stadtbrandmeister der Feuerwehr die Hoffnung geäußert, das Feuer im Harz bis zum Samstagabend mithilfe möglichst optimaler Bedingungen unter Kontrolle bringen zu können. Danach sieht es nach aktuellem Stand aber noch nicht aus.

„Hoffen, das Feuer bis heute Abend unter Kontrolle zu bringen“

Update von Samstag, 12:20 Uhr: Hans Ervenich, Stadtbrandmeister in Braunlage, berichtet von den Löscharbeiten im Harz. Demnach sind die Hubschrauber unter anderem im Pendelverkehr zwischen den Feuern auf unwegsamen Gelände und dem See auf dem Wurmberg unterwegs. Dabei seien die Einsatzkräfte besser vorbereitet als beim Brand vor zwei Jahren an derselben Stelle.

Das Feuer im Harz wütet in unwegsamem Gelände und muss daher vor allem aus der Luft bekämpft werden.

Am Freitag mussten die Löscharbeiten laut dem Stadtbrandmeister mit Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr beendet werden: „Wir haben befürchtet, dass der Brand heute Morgen doppelt so groß sein könnte. Dies hat sich zum Glück nicht bestätigt.“ Laut Ervenich sei das Feuer zwar etwas größer geworden, aber nicht so viel wie befürchtet. „Wir hoffen, das Feuer bis heute Abend unter Kontrolle zu bringen“, sagte der Feuerwehrmann am Vormittag.

Ein komplettes Ende der Brände ist aber noch nicht abzusehen. Einsatzleiter Jerry Grunau sagte dem MDR: „Im Vergleich zu vor zwei Jahren ist die Lage auf jeden Fall schwieriger und schlimmer anzuerkennen.“ Spätestens am Montag soll es in der Region regnen. Am Boden werden den Angaben zufolge weitere Schutzstreifen geschlagen und Wege geschaffen. Über diese solle der Wassertransport erfolgen.

Update vom Samstag, 11 Uhr: Die Waldbrände im Harz werden mehr und mehr auch aus der Luft bekämpft. Das Feuer erstreckt sich auf eine Länge von rund einem Kilometer. Am Samstagvormittag seien neben rund 150 Einsatzkräften am Boden auch ein Flugzeug und ein Hubschrauber im Einsatz.

Gegen Mittag würden drei weitere Flugzeuge sowie ein weiterer Hubschrauber erwartet, teilte der Landkreis Harz mit. Bei der Bundeswehr, Bundespolizei und in Thüringen seien weitere Hubschrauber angefordert worden. Um 14 Uhr werde erneut ein Lagebericht erstellt, wie viele Hektar mittlerweile betroffen sind, was am Vormittag noch unklar.

Am Rückhaltebecken am Torfhaus holen Hubschrauber-Besatzungen Wasser für die Waldbrandbekämpfung am Brocken ab.

Nach Angaben des Landkreises wurde in Elend ein Hubschrauber-Flugplatz eingerichtet. Auch der Wasserbetankungsplatz in Aue Hattorf sei einsatzbereit. Am Boden würden weitere Schutzstreifen geschlagen und Wege geschaffen. Über diese solle dann der Wassertransport zum vom Feuer betroffenen Königsberg erfolgen. Dichte Rauchwolken standen am Vormittag weithin sichtbar über dem Harz, Anreisende werden per Lautsprecher gewarnt, das Gebiet am Brocken zu betreten.

Feuer am Brocken außer Kontrolle – Nationalpark komplett gesperrt

Update von Samstag, 8:30 Uhr: Die Waldbrände im Harz werden seit dem frühen Morgen gegen 5 Uhr erneut mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Dazu zählen unter anderem sieben Hubschrauber und vier Flugzeuge, die nach und nach zum Brocken gerufen worden waren. Am Morgen wolle sich die Einsatzleitung einen Überblick verschaffen und das weitere Vorgehen beraten, teilte die Leitstelle Harz mit.

Kampf gegen den Waldbrand im Harz: Am Brocken lodern die Flammen am Samstag weiter.

Der Landkreis Harz hat am Freitagabend die Bevölkerung und Touristen umfassend über die Situation in dem Mittelgebirge informiert. Demnach ist das gesamte Gebiet im Nationalpark gesperrt, alle Veranstaltungen rund um den Brocken seien abgesagt worden. Der bei Besuchern beliebte Parkplatz „Am Tälchen“ in Schierke ist Sammelstelle für alle Einsatzkräfte, heißt es – und daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. „Bitte halten Sie Straßen und Zufahrtswege rund um Schierke und den Brocken frei und behindern Sie nicht die Einsatzkräfte!“, heißt es auf der Website des Landkreises.

Vor fast genau zwei Jahren gab es an der aktuellen Brandstelle im Harz einen tagelangen Löscheinsatz wegen eines Waldbrandes gegeben. Der Brocken ist mit 1141 Metern der höchste Berg Norddeutschlands. Auch im vergangenen Jahr hatte es dort schwere Wald- und Flächenbrände gegeben.

Update von Samstag, 7:27 Uhr: Der großflächige Waldbrand am höchsten Berg im Harz soll weiter intensiv aus der Luft und am Boden bekämpft werden – mit Hubschraubern, Flugzeugen und vielen Feuerwehrkräften. Nach Angaben des Landkreises vom späten Abend ist das seit Stunden lodernde Feuer am Brocken weiterhin nicht unter Kontrolle und breitet sich ungehindert aus. Viele Brandstellen hätten sich vereinigt und es sei eine größere Feuerfront entstanden, hieß es nach einer Lagebesprechung. Nähere Angaben wollten bis zum frühen Morgen dann weder der Landkreis noch Polizei und Feuerwehr machen.

Viele Brandstellen hatten sich im Harz vereinigt und es war eine größere Feuerfront entstanden.

Einsatzleiter Immo Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das THW ist dabei, Wege zu bauen und eine Brücke herzurichten, damit bei Tageslicht der Einsatz am Boden weitergehen kann.“ An wichtigen Wegen seien Beregner im Einsatz, die mehrere Tausend Liter Wasser pro Minute verteilen, damit die Flammen nicht weiter vorrücken. Für Samstag, 7. September, seien vier Löschflugzeuge und sechs Löschhubschrauber angefordert worden, so Kramer. In der Nacht mussten sich einige Feuerwehrkräfte zurückziehen, weil einzelne Schutzstreifen vom Feuer übersprungen wurden. 

Waldbrand im Harz: 500 Menschen vom Brocken gerettet – Bundeswehr angefordert

Update vom 6. September, 22:40 Uhr: Der Waldbrand im Harz breitet sich weiter aus. Das bestätigt der Landkreis am späten Freitagabend. Die Lage scheint dramatisch: „Laut Einsatzleitung mussten sich einige Feuerwehrkräfte zurückziehen, da einzelne Schutzstreifen vom Feuer übersprungen wurden“, heißt es. Für Samstag (7. September) ist geplant, dass sieben Hubschrauber und vier Flugzeuge die Flammen aus der Luft bekämpfen.

Mit Blick auf Bevölkerung vor Ort und Touristen bittet der Landkreis Harz, dass Straßen und Zufahrtswege rund um Schierke und den Brocken frei bleiben, damit Einsatzkräfte nicht behindert werden. Das gesamte Gebiet im Nationalpark bleibe zunächst gesperrt, alle Veranstaltungen rund um den Brocken seien abgesagt.

Wernigerodes Bürgermeister Tobias Kascha erklärte gegenüber dem mdr, Löschen sei aktuell undenkbar. Aktuell gehe es nur darum, den Waldbrand nahe dem Brocken einzudämmen. Die Lage sei komplizierter als noch beim Großbrand an gleicher Stelle vor zwei Jahren. Damals hatten Einsatzkräfte tagelang gegen die Flammen gekämpft. Auch internationale Hilfe sei in Anspruch genommen worden.

Waldbrand im Harz: Viele Brandstetten am Brocken – Bundeswehr angefordert

Update vom 6. September, 21:29 Uhr: Entwarnung im Harz ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Viele Brandstellen haben sich am Königsberg nahe dem Brocken vereinigt zu einer großen Feuerfront. Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen. Rund 150 Feuerwehrleute sind inzwischen am Boden im Einsatz. Sie wurden aus dem gesamten Harzkreis sowie den benachbarten Landkreisen Goslar und Göttingen zusammengezogen. Dazu kommen drei Flugzeuge – zwei aus Niedersachsen und eines des Landkreises Harz – sowie ein Hubschrauber. Sie alle sind an den Löscharbeiten beteiligt. Sechs weitere Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei sind angefordert.

Doch nicht nur am Königsberg war Feuer ausgebrochen, auch weiter nordöstlich brannte es: Auf dem Truppenübungsplatz Altmark brach bei einer Übung ein Brand aus. Die Heide habe relativ großflächig gebrannt, sagte der Presseoffizier des Gefechtsübungszentrums des Heeres, Alexander Helle. Starke Winde trieben das Feuer weiter an. Es breitete sich auf insgesamt 144 Hektar Fläche aus. Am Abend teilte Helle mit, dass der Brand gelöscht werden konnte.

Waldbrand im Harz: Vor zwei Jahren brannte es bereits über Tage

Am Königsberg im Harz nahe dem Brocken kämpfen die Einsatzkräfte derweil weiter gegen die Flammen. Vor fast genau zwei Jahren gab es an der Brandstelle bereits einen tagelangen Löscheinsatz wegen eines Waldbrandes. Bis zu sieben Löschhubschrauber und zwei italienische Löschflugzeuge hatten den Einsatz unterstützt, es gab internationale Hilfe. Das Feuer war Anfang September 2022 am Goetheweg nahe dem Aussichtspunkt Goethebahnhof entdeckt worden. Der Weg zum Brocken gilt als einer der meistfrequentierten Wanderwege im Nationalpark Harz. Grundsätzlich ist das Gelände sehr schwer zugänglich. 

Waldbrand am Brocken: Feuer breitet sich ungehindert aus – Viele Einsatzkräfte im Harz

Update vom 6. September, 20:53 Uhr: Der Waldbrand am Brocken scheint sich derzeit nicht kontrollieren zu lassen. Er breite sich derzeit ungehindert aus, teilte ein Sprecher des Landkreises Harz nach einer Lagebesprechung am Abend mit. Die Feuerfront sei demnach angewachsen, viele Brandstellen haben sich zu einer großen Front vereinigt.

Auch die Einsatzkräfte, die versuchen sollen, die Flammen zu löschen, sind verstärkt worden: Rund 150 Feuerwehrleute seien inzwischen am Boden im Einsatz. Drei Flugzeuge und ein Hubschrauber sind an den Löscharbeiten beteiligt. Sechs weitere Hubschrauber seien angefordert worden. Die 500 evakuierten Personen, die vom Brocken in Sicherheit gebracht wurden, werden zur Stunde im Ort Schierke im Landkreis Harz betreut.

Erstmeldung vom 6. September 2024:

Wernigerode – Das schöne Wetter hatte viele Menschen in den Harz gelockt. Doch der Ausflug in die Natur endet für einige von ihnen mit einem Schrecken. Wegen eines Waldbrandes müssen sie evakuiert werden. Der Brand war am Freitagnachmittag am Königsberg ausgebrochen und hatte sich von dort ausgebreitet. Von etwa 300 Metern Brandlänge sprach der Kreisbrandmeister von Wernigerode, Kai-Uwe Lohse.

Touristen und Wanderer im Harz geraten in gefährliche Situation – Evakuierung angeordnet

Etwa 500 Menschen mussten deshalb vom Gipfel des Brocken in Sicherheit gebracht werden. Es handele sich dabei um Touristen, Wanderer und Sportler, wie ein Sprecher des Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt erklärte. Sie werden zur Stunde (Stand 19:35 Uhr) mit Bussen von dem Harzgipfel geholt.

Auch viele Camper zieht es wegen der malerischen Landschaft in den Harz.

Die Brandstelle befindet sich an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Das Gebiet um den Brocken wurde abgesperrt. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (mdr) hat die Feuerwehr acht Brandherde bestätigt, die sich stark in Richtung Westen ausbreiten. Die Rauchsäule sei kilometerweit zu sehen.

100 Feuerwehrleute, zwei Flugzeuge aus Niedersachsen und ein Hubschrauber löschen die Flammen

Derzeit läuft ein Großeinsatz, um das Feuer zu löschen. Am Abend waren zwei Flugzeuge aus Niedersachsen, eine Maschine des Harzkreises sowie ein Hubschrauber an den Löscharbeiten beteiligt. Dazu kamen laut Landkreissprecher noch rund 100 Feuerwehrleute am Boden. Die Stadt Wernigerode und der Landkreis Harz bildeten dabei einen gemeinsamen Einsatzstab.

Durch den Waldbrand ist der Verkehr der Harzer Schmalspurbahnen beeinträchtigt. Die Strecke zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken ist gesperrt. Laut den Betreibern komme es zu erheblichen Verzögerungen. Eine besetzte Bahn wurde nach Berichten des Norddeutschen Rundfunk (NDR) evakuiert. Die Fahrgäste wurden von Bussen zurück ins Tal gebracht.

Derzeit hohe Waldbrandgefahr in Sachsen-Anhalt – auch im Harz

Die Waldbrandgefahr ist derzeit in weiten Teilen Sachsen-Anhalts sehr hoch. Auch im Harz ist das Risiko immer wieder erhöht. An derselben Stelle hatte es zuletzt 2022 tagelang gebrannt. Der Landkreis Harz hatte den Katastrophenfall verhängt. Im Harz liegen daher auch Löschwasserkissen gegen Waldbrände bereit.

Doch auch starke Unwetter sorgen im höchsten Gebirge Norddeutschlands immer wieder für Ausnahmesituationen. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd März/imago & Matthias Bein/dpa (Montage)

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