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Die Schafskälte 2023 droht – auch in Niedersachsen. Kommt es mitten im Juni noch einmal zu Frost? Das erwarten Wetterexperten für den Norden.
Hannover – Frost im Sommer? Was erst einmal merkwürdig klingt, könnte mit der Schafskälte 2023 eintreffen. Schlägt der Kälteeinbruch zu, sollte man seine Pflanzen dringend schützen. Doch wird es auch in Niedersachsen Mitte Juni kalt? Ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gibt Antworten.
Wetter im Norden: Das erwartet Niedersachsen bei der Schafskälte 2023
Auch wenn es in Niedersachsen in den vergangenen Tagen recht sommerlich gewirkt hatte – Mitte Juni kann es wieder bitterkalt werden. Die Schafskälte kann auch in diesem Jahr einen Kälterückfall wegen hereinströmender Polarluft verursachen. Was klingt wie eine alte Bauernregel, tritt in Mitteleuropa tatsächlich in einer gewissen Regelmäßigkeit – wie die Eisheiligen 2023 in Niedersachsen – zu. Und auch der DWD hält die Schafskälte 2023 für wahrscheinlich.
„Definiert man für die Schafskälte den Zeitraum 10. bis 12. Juni, so liegt die Wahrscheinlichkeit für eine unterdurchschnittliche Lufttemperatur bei etwa 80 Prozent, für eine überdurchschnittliche Niederschlagsaktivität bei rund 55 Prozent“, heißt es auf der Internetseite des Wetterdienstes diesbezüglich. Dieses Phänomen ist so wiederkehrend, dass Schäfer ihre Schafe deswegen auch meist erst Ende Juni scheren – zu dem Zeitpunkt droht normalerweise keine Kälte mehr. Daher kommt auch der Name „Schafskälte“.
Bodenfrost im Juni 2023? Schafskälte in Niedersachsen zwar möglich, für Prognosen ist es aber zu früh
Niedrige Temperaturen sind also durchaus möglich. Das weiß auch Marc Wenthe aus der Abteilung Klima- und Umweltberatung des DWD und erklärt, dass es jährlich zu einer bestimmten Zeit im Juni zu Kälte kommen kann. „Es kann durchaus zu Boden- und Nachtfrost kommen. Temperaturen unter 10 Grad sind nachts auch keine Seltenheit“, so der Experte. Und letzteres ist in Niedersachsen in den vergangenen Wochen bereits der Fall gewesen.
Ob dies eine „vorgezogene Schafskälte“ darstellt, ist noch unklar, so Wenthe weiter. Bezüglich einer Vorhersage müsse man vorsichtig sein. „Es kommt im Moment zu kühleren Nächten, aber eine Vorprognose für die Schafskälte ist schwierig. Wie das Wetter wird? Man kann es noch nicht genau sagen, es ist noch zu früh.“
Juni-Wetter in Niedersachsen: 20 bis 25 Grad bis Mitte des Monats möglich
Nach Angaben der Trendvorhersage des DWD, die beschreibt, in welchem Rahmen sich Temperatur und Niederschlag entwickeln werden, wird deutlich, dass es die Temperaturen bis zum 9. Juni 2023 nachts unter die Zehn-Grad-Marke fallen könnte. Tagsüber könnte es in Niedersachsen und Bremen jedoch auch regelmäßig Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad geben.
Auch Meteorologe Dominik Jung von wetter.net tut sich mit einer Prognose zur Schafskälte 2023 schwer. In einem Video erklärt er auf Grundlage der Esemble-Prognose: „Das kann man aktuell seriös noch nicht vorhersagen“. Es gehe ins Besondere darum, wann die Wetterlage in Norddeutschland kippe. Es gebe zurzeit ein stabiles Hoch über dem Norden – und genau deshalb hätten die Wettermodelle Probleme, das Ende der Blockadelage zu erkennen.
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