VonHolger Heitmannschließen
Einige Tage der Erholung haben die Rotenburger Feuerwehrleute. „Seit Silvester waren die Pumpen nicht mehr im Einsatz, toitoitoi“, sagt Feuerwehrsprecherin Natascha Carstensen zur Hochwasserlage in der Kreisstadt. Auch Erste Stadträtin Bernadette Nadermann atmet einmal durch, auch wenn das Grundwasser nach wie vor hoch sei und immer noch auf Grundstücke drücke.
Rotenburg - „Es ist noch nicht überstanden, Entspannung ist erst für Ende kommender Woche zu erwarten“, sagt Nadermann. Auch wenn weitere Niederschläge zu erwarten seien und Pegel punktuell auch noch mal steigen können, gehe das Wasser langsam zurück. Allerdings ist die Kanalisation übervoll, einzelne Kanäle laufen über. So etwa an der Bahnhofstraße und an der Mühlenstraße bei Frank Neumann. Auf sein Grundstück und auch in sein Haus läuft Abwasser, und das bereits seit dem 23. Dezember immer wieder.
Weder Feuerwehr noch Stadt konnten ihm helfen, sodass Neumann und der Hausmeister regelmäßig einen Gully öffnen, durch den das Wasser in die Wümme läuft. Sonst wäre der Schaden im Gebäude noch höher und das Kanalwasser liefe auch ins Nachbarhaus, ist der Anwohner sicher. Nadermann erklärt, bei einem solchen Rückstau greife eine Elementarschadenversicherung, bei Grundwasserschäden könne es schwieriger werden, sich Kosten durch Schäden von der Versicherung erstatten zu lassen.
An der Burgstraße ist ein Schmutzwasserrohr gebrochen und repariert
Zudem ist an der Burgstraße auf Höhe des Heimathauses eine Druckrohrleitung mit Schmutzwasser gebrochen, die nun auf neun Metern Länge repariert werden muss. Dafür habe auch ein Baum gefällt werden müssen, teilte die Stadt mit. Die Stelle sei durch Sandsäcke gesichert worden, und das austretende Wasser soll umgeleitet worden sein, nach Nadermanns Informationen seien keine Privatgrundstücke betroffen. Aus dem Rotenburger Bauhof gingen sowohl leere als auch gefüllte Sandsäcke nach Verden, wo die Lage zuletzt deutlich schlimmer war als im hiesigen Landkreis. Eine Reserve ist aber in Rotenburg geblieben, berichtet Nadermann.
Hilfe für andere Regionen leistete auch das Technische Hilfswerk Rotenburg, genauer gesagt waren sechs Rotenburger THW-Ehrenamtler in Oldenburg, um dort Sandsäcke zu verbauen. Insgesamt waren 45 THWler aus dem hiesigen Regionalbereich, zu dem Rotenburg gehört, in Oldenburg im Einsatz. Eigene Sandsäcke hatten sie nicht mitzubringen, es waren am Dienstag ausschließlich starke Arme beim Anpacken gefragt.
Wir sind noch nicht durch.
Aus der Kreisstadt waren nicht mehr als das halbe Dutzend nötig, worüber Uwe Behrens vom THW-Ortsverband auch nicht unglücklich war, da das THW Rotenburg viele Tage am Stück mit durchgehend 20 Leuten im Schichtbetrieb tätig war und auch weiterhin am Ort gebraucht werde.
Das THW hat die Feuerwehr nicht selten bis in die Nacht etwa am Stadtspeicher mit Beleuchtung unterstützt und auch selbst Pumpen im Einsatz gehabt. Die THW-Mitarbeiter seien nach wie vor hoch motiviert, berichtet Behrens, auf Einsätze wie zuletzt bereite man sich schließlich vor. Zudem habe sich gezeigt, dass die Hilfskräfte und die Stadt gut organisiert seien.
Aber auch Behrens glaubt: „Wir sind noch nicht durch.“ Zu weiteren Prognosen will er sich angesichts weiterer zu erwartender Niederschläge ebenfalls nicht hinreißen lassen. Noch schauen alle in den Himmel und auf den Wetterbericht. Akuten Grund zur Sorge gebe es aber derzeit nicht, beruhigt Nadermann.
