Sommerferien-Beginn

Darum fangen die Sommerferien in Niedersachsen so früh an

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Mit dem Sommerferien-Beginn steht für viele die schönste Zeit des Jahres an. Warum aber starten die Bundesländer zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Sommerferien? Und wer legt das fest?

Hannover – Am Montag (24. Juni) beginnen die Sommerferien in Niedersachsen und Bremen. Damit gehören die beiden Bundesländer auch in diesem Jahr wieder zu den ersten, die die Sommer-Hauptsaison einläuten. Mit dem frühen Ferienbeginn werden die Sommerferien jedoch auch schon recht früh enden, am 2. August nämlich.

Während die einen bereits am Wochenende verreisen und dabei womöglich vielerorts im Norden mit Staus rechnen müssen, hätten sich einige womöglich einen späteren Beginn der Sommerferien gewünscht. Wieso starten die Sommerferien in Niedersachsen und Bremen 2024 bereits im Juni? Und warum ausgerechnet an einem Montag?

Warum beginnen die Sommerferien in den Bundesländern zu unterschiedlichen Zeiten?

Wann die Sommerferien in den Ländern beginnen, entscheiden ihre jeweiligen Kultusminister. Grundlage ist eine Übereinkunft von Bund und Ländern aus dem Jahr 1971, das „Hamburger Abkommen“. Einsehbar ist dies unter anderem auf der Homepage der Kultusministerkonferenz der Länder. Ihm zufolge sollen die Sommerferien überall in Deutschland zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen und regional gestaffelt werden, wie Buten un Binnen mit Verweis auf das Gesetz berichtet.

Sommerferien-Touristen am Strand von St. Peter-Ording

Damit die föderal geregelte Sommerferien-Planung in den 16 Bundesländern nicht unübersichtlich wird, haben die Kultusminister sie in fünf Gruppen eingeteilt. Bundesländer derselben Gruppe feiern auch den Ferienstart zum selben Zeitpunkt – wie eben nun Niedersachsen und Bremen, die sich beide in der zweiten Gruppe befinden. Baden-Württemberg und Bayern dagegen befinden sich in Gruppe fünf und haben im Gegensatz zum Norden immer vergleichsweise spät Sommerferien. 

Die Tourismusbranche kritisiert den Zeitraum zur Sommerferien-Planung der Länder als zu kurz bemessen

Bei der Planung der Sommerferien müssen die Kultusminister auch Rücksicht auf die Tourismusbranche nehmen. Die wiederum kritisiert die im „Hamburger Abkommen“ festgelegte Zeitspanne für die Sommerferien als zu kurz bemessen – sie umfasst 72 Tage. 

Stattdessen fordert die Branche jedes Jahr eine Zeitspanne von 80 bis 82 Tagen, in denen die einzelnen Länder ihre sechswöchigen Ferien ansetzen können. Ein Grund ist, dass sich Betten in Hotels und Apartments am besten in den Ferienzeiten vermieten lassen. Gleichzeitig ist die Zahl der Betten in Unterkünften in Norddeutschland begrenzt, sodass weder der Branche noch den Urlaubern selbst geholfen wäre, wenn alle zugleich Ferien hätten.

Die Kultusminister sind den Reiseveranstaltern und Hotelbetreibern für dieses Jahr entgegengekommen, indem sie die Zeitspanne, in die die Sommerferien fallen, um 6 auf insgesamt 78 Tage verlängert haben. Möglich wurde es nur, weil sie die Sommerferienzeit für einzelne Länder in den Juni vorverlegt haben. 2024 sind davon so unter anderem Bremen und Niedersachsen betroffen, in den nächsten Jahren allerdings werden sich die Gruppen immer wieder abwechseln.

Bundesländer in Süddeutschland haben eine Sonderstellung

Dann müsste auch Bayern, in dem es den späten Beginn der Sommerferien laut Bayern 3 bereits seit über 50 Jahren gibt, einmal mit früheren Sommerferien an der Reihe sein. Doch der Freistaat beharrt auf seinem späten Ferienbeginn und genießt wie Baden-Württemberg eine Sonderstellung: Und zwar wegen der zweiwöchigen Pfingstferien, die es bis auf Baden-Württemberg sonst im Rest der Bundesrepublik nicht gibt.

Je nachdem, auf welchen Termin Pfingsten fällt, würden dann zwischen den Pfingst- und den Sommerferien nur wenige Wochen Schulzeit liegen. In dieser kurzen Zeit müssten viele Prüfungen geschrieben werden und das wäre sehr stressig.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Petra Nowack

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