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Eis und Schnee: In Verden Dauereinsatz für Räumdienst

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Erst Hagel und Eisglätte, dann Schnee, der Betriebshof hat ordentlich zu tun...es blieb dafür bei kleinen Blechschäden...

Verden – Zunächst war es nur ein Hagelschauer am Montagabend, gegen 18.30 Uhr, der für glatte Straßen in Verden – und nicht nur da – sorgte. Dann, in den frühen Morgenstunden, folgten ausgiebige Schneefälle, die den Autofahrern in und um Verden schwer zu schaffen machten. Auch wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs war, hatte Mühe, die Balance zu halten. „Es blieb im Stadtgebiet Verden aber bei Bagatelle-Unfällen, soweit uns bekannt alle ohne Verletzte“, so Polizeisprecherin Fenja Land.

Verdener Betriebshof mit kompletter Mannschaft unterwegs

Mit Einsetzen der Niederschläge rückte der städtische Betriebshof mit seiner kompletten Mannschaft aus, um Schnee und Eis von den Hauptstraßen zu holen. In Verdens Innenstadt hatte sich eine dichte Schneedecke gegen vier Uhr morgens auf die Haupt- und Nebenstraßen gelegt. Mit Beginn des Berufsverkehrs bekamen das insbesondere die Autofahrer auf den Bundes- und Landesstraßen zu spüren. Nur im Kriechgang ging es langsam vorwärts. Gut beraten waren jene, die den Fuß vom Gas nahmen oder im Schlepptau eines Streufahrzeugs fahren konnten. Der Betriebshof setzte Schlepper, Unimog und wendigen Trecker in Bewegung, räumte zunächst die Hauptstraßen und dann die Nebenstrecken, alles nach einem ausgetüftelten Tourenplan. Die kleineren Fahrzeuge streuten zudem Radwege und öffentliche Plätze, darunter die Tunneleingänge am Holzmarkt und Krankenhauszufahrten. „Das läuft problemlos“, so Betriebsleiter Julian Lenz.

Verdener Busse mit erheblicher Verspätung

Schwer hatten es die Busse, pünktlich und nach Fahrplan durch den schleppenden Verkehr zu kommen. „Wir stecken da halt mittendrin“, bat Henning Rohde, Geschäftsführer von Allerbus, Reisende um Verständnis. Mittendrin, das war vor allem am Nordertor zu spüren. Wo sich der Verkehr morgens im Normalfall gegen acht Uhr zunehmend reguliert, stand der Kreisel auch noch um 9 Uhr. Der Verkehr staute sich bis Stedebergen. „Das hat sich natürlich auf unseren Fahrstrecken bemerkbar gemacht. Einige Fahrten fielen aus, andere verzögerten sich deutlich“, so Rohde. Insbesondere auf den Dörfern waren Fahrtzeiten nicht einzuhalten. „Verletzte hat es glücklicherweise keine gegeben“, so Rohde. Ähnlich die Tendenz der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Polizeisprecherin Fenja Land wusste von zehn Unfällen im Landkreis, fünf davon in Verden, sämtlich in der Kategorie leichte Blechschäden.

Ab den Morgenstunden waren die Räumdienste des Betriebshofes auf den Straßen unterwegs.

Wenig Unfälle, keine Verletzten, der Leiter des städtischen Betriebshofes sah sich auch deshalb bestätigt: „Wir sind bestens vorbereitet“, sagte Julian Lenz. „Hierzu gehört die Vorplanung zur Beschaffung von Maschinen, Geräten, Material sowie die Tourenplanung.“ Lenz kann dabei, wie er betonte, auf ein hochmotiviertes Team zurückgreifen.

Rufbereitschaft auf dem Verdener Betriebshof

Insgesamt 50 Mitarbeitende stehen für den „WiDi“ zur Verfügung. In zwei Gruppen aufgeteilt, in wöchentlichem Wechsel eingesetzt, sind bis zu 25 Einsatzkräfte auf der Straße unterwegs. „Ihre Rufbereitschaft erstreckt sich von morgens 4 Uhr bis abends 21 Uhr, sowie auch an Sonn- und Feiertagen“, erklärt Lenz. Regelmäßig läuft eine spezifische Glättevorhersage in der Betriebsstelle auf. „Trifft eine Warnung ein, fährt die Einsatzleitung ab 3 Uhr nachts Streckenkontrolle und löst, wenn notwendig, den Winterdienst per Telefonkette ab 4 Uhr aus“, so Lenz.

Das „Handwerkszeug“ zur Bekämpfung des Winters hat es durchaus in sich: Circa 100 Tonnen Salz passen jeweils in die zwei Unterfahrsilos des Betriebshofes. Der eine Silo ist bereits knapp zur Hälfte geleert. „Ressourcenschonend eingesetzt“, betont Lenz. Eine 1.000-Liter-Soleanlage komplettiert die Einrichtung.

Salz in dosierter Form auf die Verdener Straßen

Damit Salz und Lösung fachgerecht und in der richtigen Dosierung auf die Straße fallen, Schnee und Eis verschwinden, bringt der Betriebshof eine ganze Armada an Fahrzeugen und Technik in den Winter. Am Start sind vier Großtraktoren mit Trichterstreuer und Schneeschild für die Straße, sechs Kleintraktoren mit Trichterstreuer und Schneeschild oder Besen, überwiegend für den Geh- Radwegbereich. Dazu kommen weitere Fahrzeuge zum Beladen und Räumen sowie für die Handkolonnen, überwiegend an den Übergängen und Bushaltestellen. „Das klappt trotz seit Wochen vieler Einsätze reibungslos“, so Lenz.

Rubriklistenbild: © Markus Wienken

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