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Rassismus-Eklat auf Schützenfest: Mitglieder treten aus Verein aus

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    Marvin Köhnken
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Ein Video von einem Schützenfest in Löningen sorgt für Aufsehen: Mitglieder grölen rassistische Parolen. Nun haben einige von ihnen den Verein verlassen.

Update von Dienstag, 28. Mai, 8:35 Uhr: Im Anschluss an die rassistischen Äußerungen während des Schützenfestes in Löningen (Landkreis Cloppenburg) haben einige der beteiligten Mitglieder ihren Austritt aus dem Verein erklärt. Der Vorstand bestätigte, dass diese Mitglieder ihre Mitgliedschaft beendet haben.

Rassistische Parolen: Mitglieder verlassen Schützenverein in Löningen

Die betroffenen Mitglieder beabsichtigen, auf diese Weise dem Schützenverein weiteren Schaden zu ersparen, so die Mitteilung des Vereins nach einer Vorstandssitzung am Montagabend. Der Vorstand hat die Austritte nun offiziell anerkannt, berichtet der NDR.

Während des Schützenfestes am Pfingstmontag im Festzelt seien rechtsextreme Parolen skandiert wurden. Der Vorstand betonte jedoch, dass dies nur in einem begrenzten Bereich geschehen sei, was von weiteren Gästen bestätigt wurde.

Schützenverein erwägt nach Rassismus-Eklat Mitglieder-Ausschluss

Erstmeldung von Montag, 27. Mai, 12.29 Uhr: Löningen – Nachdem auf einem Schützenfest in Niedersachsen rassistische Lieder angestimmt worden sind, zieht der Verein nun den Ausschluss der beteiligten Mitglieder in Betracht. Der erweiterte Vorstand des Schützenvereins Bunnen wird sich am Montagabend, 27. Mai, treffen, um über die Folgen des Vorfalls zu beraten, erklärte Vereinspräsident Gregor Meyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Möglichkeit, die an den Gesängen beteiligten Mitglieder auszuschließen, wird dabei diskutiert. Der NDR hatte zuvor darüber berichtet.

Gemäß der Vereinssatzung ist ein Ausschluss der Mitglieder bei schädlichem Verhalten gegenüber dem Verein möglich, so Meyer. „Unsere Satzung gibt das her.“ Die Entscheidung müsse jedoch vom gesamten Vorstand getroffen werden, nicht nur von ihm als Vorsitzendem. Er wollte daher nicht vorgreifen. „Wenn das die Beschlusslage des Vorstands sein wird, dann werden wir so verfahren.“

Schützenfeste sollen Spaß machen – in Löningen ist es aber wohl zu rassistischen Gesängen gekommen sein.

Nach rassistischen Liedern auf Schützenfest: Schützenverein erwägt Ausschluss von Mitgliedern

Während des mehrtägigen Schützenfestes in Löningen, westlich von Cloppenburg, wurden laut Polizei am Pfingstmontag rassistische Parolen zu dem Lied „L‘amour toujours“ von Gigi D‘Agostino gesungen. Dies wurde durch Videos von Zeugen belegt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein ähnlicher Fall hat sich auch im Kreis Gifhorn beim Schützenfest Altendorf ereignet. Das wurde am Montag, 27. Mai, überregional bekannt, nachdem die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet hat.

Der Schützenverein Bunnen distanzierte sich sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls in Löningen. Doch das Thema hat inzwischen weite Kreise gezogen und der Verein spürt bereits den Imageschaden, so Meyer. „Das hat inzwischen Ausmaße angenommen, dass der Verein in ein Licht gerückt wird, in das er nicht hingehört.“ Der Druck, Maßnahmen zu ergreifen, ist daher enorm. „Die Leute wollen eine Entscheidung. Die Erwartungshaltung ist enorm groß.“

Schützenverein-Vorstand aus Bunnen schockiert: „Wir sind wie vor den Kopf gestoßen“

Es ist unbestreitbar, dass die Gesänge stattgefunden haben und Vereinsmitglieder daran beteiligt waren, die auf den Videos identifiziert wurden. „Ich habe mit einzelnen gesprochen, die sich auch entschuldigt haben“, sagte Meyer. „Aber das war kein ganzes Festzelt, das rechte Parolen gegrölt hat.“ Der Vorstand erfuhr erst im Nachhinein von dem Vorfall. „Wir sind wie vor den Kopf gestoßen.“

Der Rassismus-Eklat geschah nahezu zeitgleich mit einem ähnlichen Vorfall auf Sylt. Dort hatten offenbar einige Besucher ebenfalls zum Gigi-D‘Agostino-Hit ausländerfeindliche Parolen gesungen. Zudem ist es an Pfingsten dort offenbar zu einem weiteren fremdenfeindlichen Vorfall gekommen. Eine junge Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Gruppe junger Männer, die sie mehrfach beleidigten und sogar ins Gesicht schlugen.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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