VonMarvin Köhnkenschließen
Nach einem rassistischen Vorfall beim Schützenfest in Altendorf sucht die Polizei Zeugen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
Altendorf – Die Polizeiinspektion Gifhorn bittet um Mithilfe bei einem aktuellen Strafverfahren. Im Fokus der Ermittlungen steht ein Vorfall, der sich während des Altendorfer Schützenfestes in der Nacht zum vergangenen Sonntag, 26. Mai, ereignet hat. Laut Polizeibericht wurde in diesem Zusammenhang das Lied „L‘amour toujours“ von Gigi d‘Agostino gespielt.
Einige Festteilnehmer sollen jedoch nicht den Originaltext gesungen haben, sondern eine abgeänderte Version mit dem Inhalt „Ausländer raus“. Der Vorfall wurde den Ordnungshütern durch eine Anzeige zugetragen. Ähnliche Vorfälle hatte es an Pfingsten auch auf Sylt und beim Schützenfest Löningen im Kreis Cloppenburg gegeben. Vor allem der Vorfall auf der Nordsee-Insel in Schleswig-Holstein hatte in den vergangenen Tagen viel Aufmerksamkeit erzeugt. Sogar für das Oktoberfest in München soll es Konsequenzen geben. Wiesn-Boss Clemens Baumgärtner (CSU) kündigt eine Null-Toleranz-Politik an.
Polizei sucht nach Rassismus-Vorfall in Altendorf bei Gifhorn nach Zeugen
Die Ermittlungen zum Fall in Altendorf im Kreis Gifhorn wurden umgehend aufgenommen und liegen nun in den Händen des für den Staatsschutz zuständigen Fachkommissariats der Polizeiinspektion Gifhorn, heißt es. Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zu diesem Vorfall geben können, sich unter der Telefonnummer 05371/980-0 zu melden.
Bei Gifhorn distanzierte sich der Vorstand des Schützenvereins Altendorf laut „Braunschweiger Zeitung“ von dem dortigen Ereignis. „Leider gab es einen Vorfall, welchen wir nicht so im Raum stehen lassen können und wollen“, schrieb er dem Blatt zufolge im sozialen Netzwerk Facebook. „Der Schützenverein Altendorf distanziert sich von jeglichem rechten und ausländerfeindlichem Gedankengut! Wir werden uns zeitnah beraten und unsere Schlüsse daraus ziehen.“
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