Energiewende

Mit Smart Metern und dynamischen Stromtarifen: Niedersachsens Plan für günstigeren Strom

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Dynamische Stromtarife und Smart Meter sollen in Niedersachsen bald für günstigere Preise sorgen. Die rot-grüne Regierung will das vorantreiben – Teile der Opposition sind skeptisch.

Hannover – Intelligente Stromzähler, auch Smart Meter genannt, in Kombination mit dynamischen Stromtarifen könnten sowohl private als auch gewerbliche Nutzer finanziell entlasten. Dies ist die Botschaft, die die Regierungsfraktionen SPD und Grüne in Niedersachsen, zusammen mit der oppositionellen CDU, am Mittwoch im Landtag in Hannover vermittelt haben. Sie haben Anträge eingereicht, um die Implementierung eines Smart-Meter-Systems im Bundesland zu fördern.

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter, auch intelligentes Messsystem genannt, bildet die digitale Infrastruktur für das zukünftige auf erneuerbaren Energien basierende Energiesystem. Ein Smart Meter besteht aus einem digitalen Stromzähler („moderne Messeinrichtung“) sowie einer Kommunikationseinheit (dem „Smart-Meter-Gateway“):
Der erste Bestandteil, die moderne Messeinrichtung (mME), ist ein digitaler Stromzähler.

Im Gegensatz zum herkömmlichen analogen und meist schwarzen „Ferraris-Zähler“ kann man mit einem digitalen Stromzähler nicht nur den aktuellen Zählerstand, sondern den tatsächlichen Stromverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit (zum Beispiel Tag, Woche, Monat, Jahr) präzise erkennen.

Das Smart-Meter-Gateway (SMGW) ist eine besonders gesicherte Schnittstelle für die Kommunikation zwischen den Stromverbrauchern und -erzeugern mit den Betreibern der Stromnetze und den Energielieferanten.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz)

Strompreis in Niedersachsen: Tarife und Smart Meter könnten für „erhebliche“ Einsparungen sorgen

Bei dynamischen Tarifen variiert der Strompreis je nach Nutzungszeit. „Damit können sie Strom beziehen, wenn er kostengünstig in Zeiten mit hoher Erneuerbare-Energien-Erzeugung zur Verfügung steht“, so der Antrag der SPD-Grünen-Koalition. Jonas Pohlmann (CDU) betonte ebenfalls, dass Verbraucher durch diese Methode erheblich sparen könnten. Daher sei es von entscheidender Bedeutung, wie schnell die Smart Meter im Land eingeführt werden könnten. Aktuell zahlen deutsche Haushalte noch viel zu viel für Strom.

Rot-Grün und CDU wollen Verbraucher mit dynamischen Stromtarifen und Smart Metern entlasten. (Symbolbild)

Marcel Queckemeyer (AfD) kritisierte jedoch die anderen Parteien. Er warf ihnen vor, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, ohne die notwendige Infrastruktur bereitgestellt zu haben. Er argumentierte, dass intelligente Systeme nun dazu dienen sollten, die von ihnen selbst verursachten Probleme zu mildern.

Wirtschaftsministerium sieht viele Vorteile bei Installation von Smart Metern

Niedersachsen würde damit der Marschroute der Bundesregierung folgen. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium heißt es dazu, die großflächige Installation von Smart Metern sei „Grundlage für die Digitalisierung der Energiewende und damit notwendig für das Erreichen unserer Klimaziele.“ Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde bereits 2023 verabschiedet. Die intelligenten Messsysteme seien „Allround-Talente“, die laut Wirtschaftsministerium für Verbraucher und Haushalte mehrere Vorteile mit sich bringen:

  • Transparenz und Stromsparen
  • Genauere und bequemere Abrechnung
  • ein Gerät für Strom, Gas, Wasser und Wärme
  • erfolgreiche Energiewende sicherstellen

Für die Energiewende ist Niedersachsen ein zentraler Standort: Laut Daten der Deutsche Windguard lag das Bundesland mit 12.500 Megawatt Gesamtleistung aus Windrädern im Jahr 2023 deutlich vor anderen Bundesländern. Das liegt wohl auch an der großen Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern. Eine Umfrage bescheinigte zuletzt Lust auf noch mehr Windenergie. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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