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Das Hochwasser hat Weyhe weniger hart getroffen als andere Orte. Gemeindeverwaltung und Abwasser-Verband rufen nun dringend dazu auf, kein Fremdwasser mehr ins Kanalnetz einzuleiten.
Weyhe – Die Hochwasserlage bleibt auch in Weyhe angespannt, aber die Wesergemeinde ist mit einem blauen Auge davongekommen. Das war die Botschaft bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Rathaus mit Bürgermeister Frank Seidel, Detlef Plate, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales, sowie dem stellvertretenden Sudweyher Ortsbrandmeister Axel Meyer für die Feuerwehr.
Fotos aus Niedersachsen zeigen Ausmaß der dramatischen Hochwasser-Lage im neuen Jahr




Meyer sprach von einer derzeit stabilen Lage. Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus, dem Mittelweser- und dem Abwasser-Verband sowie mit Landwirten und Unternehmen hob er lobend hervor. „Das zeigt, dass Weyhe eine Gemeinde ist, die in solchen Situationen zusammenhält und solche Lagen meistert“, so Meyer.
Das zeigt, dass Weyhe eine Gemeinde ist, die in solchen Situationen zusammenhält und solche Lagen meistert.
„Hochwasser und Katastrophen gucken nicht in den Kalender“, sagte Frank Seidel. Der Bürgermeister unterstrich das Ziel, „vor der Lage“ zu bleiben – also auf Ereignisse vorbereitet zu sein, statt nur auf sie zu reagieren.
80 Hochwasser-Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr in Weyhe
Laut Axel Meyer hat die Freiwillige Feuerwehr Weyhe durch das Hochwasser rund 80 Einsätze verzeichnet. Unter anderem seien vollgelaufene Keller ausgepumpt und Häuser mit Sandsäcken gesichert worden. Meyer erinnerte daran, dass die Feuerwehr bei Wasser im Keller, das nur einige Zentimeter hoch ist, schon aus technischen Gründen nur bedingt helfen könne.
Zusammen mit Mitgliedern der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) habe die Feuerwehr auf dem Bauhof rund 4000 Sandsäcke befüllt. Von denen sei bisher nur kleiner Teil gebraucht worden. Detlef Plate erklärte, dass diese Sandsäcke für den Katastrophenschutz vorgehalten und nicht an Privathaushalte abgegeben werden. Diesen empfahl er den „örtlichen Handel“, um an Sandsäcke zu kommen. Sowie generell, sich schon vor Krisensituationen vorzubereiten. Hinweise lieferten Broschüren des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Renaturierung und Auslauffläche an der Hache in Weyhe haben sich bezahlt gemacht
Als Flüsse, die die Feuerwehr besonders im Auge hat, nannte Axel Meyer den Süstedter Bach, die Hache und den Hombach. Auf deren Anstieg sei das große Hochwasser der Weser gefolgt, die Deiche seien aber in gutem Zustand. „Derzeit müssen sich die Menschen keine Sorgen machen, dass wir Probleme mit der Weser bekommen“, sagte auch Plate und verwies auf die Bauweise aus Klei (entwässertem Schlick) der Weserdeiche. Bezahlt gemacht hat sich aus Sicht der Feuerwehr und der Gemeinde zudem die Renaturierung der Hache und dass dabei eine Auslauffläche angelegt worden sei.
Zusammen mit dem Lagebild hat die Gemeinde Hinweise zum Umgang mit Wasser abgegeben. Mit dem Abwasser-Verband ruft sie dazu auf, den Verbrauch gering zu halten – um eine Überlastung der Kanalisation zu verhindern (die in anderen Kommunen bereits eingetreten ist). Bei hohen Ständen des Grundwassers sowie von Gräben und Gewässern werde dem Abwasserkanalnetz sehr viel Fremd- und Regenwasser zugeführt, heißt es zur Erklärung. Dies führe zu einer Überlastung der Abwasserpumpstationen, die das Abwasser ins Kanalnetz nach Bremen fördern. Trotz Dauerbetriebs der Pumpen und der Anstrengungen des Personals beim Abwasser-Verband könne es zu Problemen kommen.
Verband warnt vor Überlastung: Kein Regen- oder Drainagwasser in den Abwasserkanal einleiten
„In diesem Zusammenhang weisen wir nochmals darauf hin, dass kein Niederschlagswasser beziehungsweise Drainagewasser in den Schmutzwasserkanal eingeleitet werden darf. Sofern Grundwasser in die Kellerräume eindringt, darf dieses Wasser beim Abpumpen ebenfalls nicht dem Abwasserkanalnetz zugeführt werden“, heißt es vom Abwasser-Verband. Abgepumptes Wasser ist also kein Fall für den Abfluss oder die Toilette (Schmutzwasserkanal), sondern für den Regenwasserkanal.
Die Pumpen im Schmutzwasserkanalsystem sind der Mitteilung zufolge nur in der Lage, anfallendes Schmutzwasser aus dem Sanitärbereich (Waschmaschine) störungsfrei zu fördern. Jegliche Einleitung von Niederschlag beziehungsweise Drainagewasser (Fremdwasser), mache eine störungsfreie Abwasserableitung schier unmöglich, lautet die Warnung.
Gemeinde: Keine Handhabe geben Grundwasser, das in Keller drückt
Zudem nutzte die Gemeindeverwaltung die Mitteilung für eine Klarstellung: Sie könne nichts dagegen unternehmen, dass derzeit Grundwasser aufgrund hoher Stände in viele Keller eindringe. Denn dies liege in der Regel an der Beschaffenheit der Gebäude beziehungsweise der jeweiligen Kellerräume.
Rubriklistenbild: © Gemeinde Weyhe

