Die Feuerwehr in der Gemeinde Weyhe hat aufgrund des Hochwassers eine Sondereinheit gebildet, um bedrohte Nachbar-Kommunen umgehend unterstützen zu können. Außerdem erlässt die Verwaltung eine Allgemeinverfügung und verbietet ab sofort das Betreten der Deichanlagen, der deichnahen Bereiche, des Dreyer Hafens und deren Zuwegungen.
Weyhe – Die Hochwasserlage in der Gemeinde Weyhe ist relativ stabil, die Pegelstände haben sich seit Dienstag kaum verändert. Das berichtet Steffen Wohlers, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weyhe, im Gespräch mit der Kreiszeitung. Anders sehe es teilweise in umliegenden Kommunen aus.
Kritische Lage in Stuhr: Nachbargemeinde Weyhe bildet Sondereinheit der Feuerwehr und bietet Hilfe an
„Deutlich kritischer“ sei die Lage beispielsweise in Stuhr, berichtet Wohlers. Aus diesem Grund hat die Feuerwehr Weyhe am Dienstag eine Sondereinheit gegründet. Drei Fahrzeuge aus drei Ortswehren mit 30 Feuerwehrleuten stünden Gewehr bei Fuß. Die Kräfte seien im Falle eines Hilfegesuches unverzüglich einsatzbereit. Die Einsatzleitung möchte damit „vor die Lage kommen“, erklärt Wohlers. „Man möchte nicht nur reagieren, sondern agieren können.“
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Solch eine Adhoc-Einsatz-Bereitstellung ist neu, erklärt Wohlers. „Das habe ich noch nicht erlebt“, so der 38-jährige Feuerwehrmann, der seit 22 Jahren bei der Truppe ist.
Der Kräfteansatz sei so gewählt worden, dass noch ausreichend Kräfte für mögliche Einsätze in Weyhe neben der Deichsicherung zur Verfügung stehen. „Man kann nicht alle ziehen lassen“, gibt Wohlers zu bedenken.
In den vergangenen Tagen hat es zahlreiche Erkundungseinsätze in Weyhe gegeben. Führungskräfte hätten dann entschieden, ob gehandelt werden konnte oder musste, berichtet der Feuerwehr-Pressesprecher. Auch hatte die Feuerwehr in den vergangenen Tagen immer mal Häuser im kleineren Maße zu schützen sowie vollgelaufene Keller auf dem Plan.
Allgemeinverfügung: Die Gemeinde Weyhe verbietet ab sofort das Betreten der Deichanlagen
Im Bereich Sudweyhe (Südstedter Bach) ist der Pegel bis Dienstagmorgen stark angestiegen, berichtet Wohlers, seitdem habe sich die Wasserhöhe kaum verändert. Die Weser ist etwas angestiegen. Der Bauhof habe deswegen am Dienstag vorsorglich die Deichscharten geschlossen. Zusätzlich hat die Gemeinde am Dienstag ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot für die Bereiche der Deichanlagen, der deichnahen Bereiche, des Dreyer Hafens und deren Zuwegungen verhängt. Das Betreten und der Aufenthalt in diesen Bereichen ist ab sofort ausschließlich den zuständigen Behörden, den Einsatzkräften der Polizei, Feuerwehr und des Rettungsdienstes sowie Anliegern vorbehalten, teilt die Gemeinde mit.
Die Feuerwehr fliegt die kritischen Bereiche in Weyhe mit einer Drohne ab, dabei insbesondere den Süstedter Bach und den Weserbereich in Dreye.
Derweil gebe es den ganzen Tag über einen regen Austausch zwischen den Ortswehren, dem Ortsbrandmeister und dem Fachbereich Ordnung der Gemeinde Weyhe sowie Lagebesprechungen, gibt Wohlers einen Einblick in die Organisation.
Am Mittwochvormittag gab es laut Wohlers keine neuen Alarmierungen für die Feuerwehr in der Gemeinde. Die Lage sei „relativ ruhig“. Auch habe bis Redaktionsschluss keine neue Lagebeurteilung oder eine „wirkliche Expertenmeinungen über die Aussicht im Weyher Bereich“ vorgelegen.