Hochwasser

Betretungsverbot für Deichanlagen in Weyhe und des Dreyer Hafens

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Trockene Füße: Dieser Traktorfahrer bringt einen Wohnwagen in der Gemeinde Weyhe vor den herannahenden Wassermassen in Sicherheit.
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Die Feuerwehr in der Gemeinde Weyhe hat aufgrund des Hochwassers eine Sondereinheit gebildet, um bedrohte Nachbar-Kommunen umgehend unterstützen zu können. Außerdem erlässt die Verwaltung eine Allgemeinverfügung und verbietet ab sofort das Betreten der Deichanlagen, der deichnahen Bereiche, des Dreyer Hafens und deren Zuwegungen.

Weyhe – Die Hochwasserlage in der Gemeinde Weyhe ist relativ stabil, die Pegelstände haben sich seit Dienstag kaum verändert. Das berichtet Steffen Wohlers, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weyhe, im Gespräch mit der Kreiszeitung. Anders sehe es teilweise in umliegenden Kommunen aus.

Kritische Lage in Stuhr: Nachbargemeinde Weyhe bildet Sondereinheit der Feuerwehr und bietet Hilfe an

„Deutlich kritischer“ sei die Lage beispielsweise in Stuhr, berichtet Wohlers. Aus diesem Grund hat die Feuerwehr Weyhe am Dienstag eine Sondereinheit gegründet. Drei Fahrzeuge aus drei Ortswehren mit 30 Feuerwehrleuten stünden Gewehr bei Fuß. Die Kräfte seien im Falle eines Hilfegesuches unverzüglich einsatzbereit. Die Einsatzleitung möchte damit „vor die Lage kommen“, erklärt Wohlers. „Man möchte nicht nur reagieren, sondern agieren können.“

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

Solch eine Adhoc-Einsatz-Bereitstellung ist neu, erklärt Wohlers. „Das habe ich noch nicht erlebt“, so der 38-jährige Feuerwehrmann, der seit 22 Jahren bei der Truppe ist.

Der Kräfteansatz sei so gewählt worden, dass noch ausreichend Kräfte für mögliche Einsätze in Weyhe neben der Deichsicherung zur Verfügung stehen. „Man kann nicht alle ziehen lassen“, gibt Wohlers zu bedenken.

In den vergangenen Tagen hat es zahlreiche Erkundungseinsätze in Weyhe gegeben. Führungskräfte hätten dann entschieden, ob gehandelt werden konnte oder musste, berichtet der Feuerwehr-Pressesprecher. Auch hatte die Feuerwehr in den vergangenen Tagen immer mal Häuser im kleineren Maße zu schützen sowie vollgelaufene Keller auf dem Plan.

Allgemeinverfügung: Die Gemeinde Weyhe verbietet ab sofort das Betreten der Deichanlagen

Im Bereich Sudweyhe (Südstedter Bach) ist der Pegel bis Dienstagmorgen stark angestiegen, berichtet Wohlers, seitdem habe sich die Wasserhöhe kaum verändert. Die Weser ist etwas angestiegen. Der Bauhof habe deswegen am Dienstag vorsorglich die Deichscharten geschlossen. Zusätzlich hat die Gemeinde am Dienstag ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot für die Bereiche der Deichanlagen, der deichnahen Bereiche, des Dreyer Hafens und deren Zuwegungen verhängt. Das Betreten und der Aufenthalt in diesen Bereichen ist ab sofort ausschließlich den zuständigen Behörden, den Einsatzkräften der Polizei, Feuerwehr und des Rettungsdienstes sowie Anliegern vorbehalten, teilt die Gemeinde mit.

Die Feuerwehr fliegt die kritischen Bereiche in Weyhe mit einer Drohne ab, dabei insbesondere den Süstedter Bach und den Weserbereich in Dreye.

Derweil gebe es den ganzen Tag über einen regen Austausch zwischen den Ortswehren, dem Ortsbrandmeister und dem Fachbereich Ordnung der Gemeinde Weyhe sowie Lagebesprechungen, gibt Wohlers einen Einblick in die Organisation.

Am Mittwochvormittag gab es laut Wohlers keine neuen Alarmierungen für die Feuerwehr in der Gemeinde. Die Lage sei „relativ ruhig“. Auch habe bis Redaktionsschluss keine neue Lagebeurteilung oder eine „wirkliche Expertenmeinungen über die Aussicht im Weyher Bereich“ vorgelegen.

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