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Perseiden-Feuerwerk, Mondfinsternis und Sternen-Explosion: Himmelsspektakel im August

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Fans von Himmelsspektakeln können sich auf den August freuen: Denn dort warten einige Highlights, wie Björn Voss, Leiter des Planetariums Hamburg verrät.

Hamburg – Sternschauer-Feuerwerk, Planeten-Ballett und eine echte Mondfinsternis. Der August wartet mit einigen Highlights am Himmel auf, wie Björn Voss, Direktor des Planetarium Hamburg, verrät. Auch auf das sehr seltene kosmische Schauspiel einer Nova, die Entstehung eines neuen Himmelskörpers durch eine Explosion, können Sternenfans hoffen. Doch dazu später mehr.

Sternschauer-Feuerwerk, Mondfinsternis und Co.: Diese Himmelsspektakel gibt es im August

Zunächst wird im August ein echtes Sternschauer-Feuerwerk erwartet: „Am 12. August sehen wir bei idealen Sichtbedingungen bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde, der Höhepunkt des alljährlichen Meteorschauers der Perseiden“, sagt Björn Voss.

Im Sommer wird eine Sternen-Nova erwartet. Ein Spektakel, das nur alle 80 Jahr stattfindet.

Schon während der letzten Juliwochen würde sich der Erde die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle nähern, dem „Verursacher“ der Perseiden. „Die ersten kosmischen Leuchtspuren zierten unseren Himmel daher bereits ab dem 16. Juli“, so Voss. Nun könne man sich auf immer mehr Sternschnuppen freuen. „Ende Juli nimmt der Ansturm kosmischer Staubpartikel auf unsere Erdatmosphäre allmählich weiter zu, bevor er am 12. August seinen Höhepunkt erreicht“, sagt Voss.

Der Meteorschauer bleibt dem Sommerhimmel aber auch noch bis zum 24. August erhalten.

Planeten-Ballett im August und eine strahlende Venus im September

Wer am 12. August in den Nachthimmel blickt – zur funkelnden Formation Perseus – kann zudem Zeuge eines Planeten-Balletts werden, sagt Voss: „In den frühen Morgenstunden des 15. August beobachten wir, wie der schnelle Mars dem Riesenplaneten Jupiter äußerst nahekommt. Wir sehen einen ‚Doppelstern‘ aus dem hell-weißen Jupiter und dem orange-rötlich leuchtenden, aber viel lichtschwächeren Mars.“

Es sei ein ungleiches Paar, das sich begegnet und nach wenigen Tagen wieder trennt. Auch die Venus tauche langsam wieder an unserem Abendhimmel auf – werde ihrem Ruf als Abendstern aber noch lange nicht gerecht. „Erst ab September wird sie in voller Pracht am Firmament erstrahlen und alle Blicke auf sich ziehen“, so der Planetariums-Leiter.

Himmelsspektakel im Norden: Saturn und Mondfinsternis – der „wohl schönste Himmelsanblick des Monats“

Das nächste Highlight gebe es dann ab dem 19. August, denn da erreiche unser Mond seine Vollmondphase. Kurz darauf, in der Nacht vom 20. auf den 21. August, biete er laut Voss gemeinsam mit dem Saturn ein besonderes kosmisches Schauspiel: „Denn unser Trabant kommt dem Ringplaneten so nahe, dass er ihn bedeckt.“ Leider ereigne sich das Treffen der beiden Himmelskörper in der zweiten Nachthälfte. „Am besten blicken wir zwischen 3 und 5 Uhr zum südwestlichen Firmament“, so Voss.

Den Gasgiganten Saturn könne man zum Monatsende hin bereits kurz nach der Abenddämmerung am Himmel ausmachen. „Am 28. August gegen 1 Uhr bietet sich uns der wohl schönste Himmelsanblick des Monats“, sagt Voss. „Im Süden steht Ringplanet Saturn hoch am Firmament. Über ihm gibt uns das funkelnde Sternenviereck des Sternbilds Pegasus einen ersten Vorgeschmack auf den Herbst.“

Und weiter: „Blicken wir weiter nach links in Richtung Osten, entdecken wir Jupiter und Mars, die gemeinsam mit der schmalen Mondsichel ein hübsches Dreieck bilden. Rechts oberhalb von ihnen funkelt der offene Sternhaufen der Plejaden.“ Zudem würde derzeit auch die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht erstrahlen. Aktuell ist der Anblick besonders faszinierend, denn in den Sommermonaten schauen wir aufgrund unserer Stellung zur Sonne und der Neigung der Erdachse ins sternenreiche Zentrum unserer Galaxie“, weiß der Sternenexperte.

Erwartete Nova dürfte alles in den Schatten stellen

All diese Himmels-Phänomene dürften aber in den Schatten gestellt werden, würde es im aktuellen Sommerhalbjahr zu dem Ereignis kommen, auf das viele Experten und Wissenschaftler hoffen. „Seit Wochen schauen wir mit Spannung zum Sternbild Nördliche Krone“, sagt Voss. Denn dort werde das seltene kosmische Schauspiel einer Nova erwartet.

Dieses Spektakel ereigne sich nur alle 80 Jahre und gehöre zu den fünf sichtbaren, wiederkehrenden Novae in unserer Galaxie. Ort des Geschehens sei das Doppelsternsystem T Coronae Borealis aus einem Weißen Zwergstern und einem Roten Riesenstern.

Beiden Sterne befänden sich in so engem Abstand zueinander, dass durch die Gravitationskräfte Wasserstoff vom Roten Riesen auf die heiße Oberfläche des Weißen Zwergs gelangt. Ist eine kritische Menge erreicht, kommt es zu einer thermonuklearen Reaktion. Der Lichtpunkt der Explosion wird annähernd so hell erstrahlen wie der Polarstern.

Von der Erde aus wird es den Anschein haben, als hätte die Nördliche Krone für kurze Zeit einen achten Stern dazugewonnen. „Leider steht die Nördliche Krone nicht mehr lange in günstiger Position an unserem Himmel“, so Voss: „Es heißt also Daumendrücken, dass wir das Naturschauspiel nicht verpassen.“

Sternschauer-Feuerwerk, Mondfinsternis und Co.: Hier lassen sich die Himmelsspektakel im Norden besonders gut beobachten

Für alle Fans von Sternschauer-Feuerwerk, Mondfinsternis und Co. hat Astronom Voss noch ein paar Tipps. „Interessierte suchen am besten einen dunklen Ort fern der Lichter der Stadt auf und lassen ihren Augen eine halbe Stunde Zeit, um sich an die Lichtverhältnisse der Nacht zu gewöhnen.“ Die beste Beobachtungszeit sei kurz vor der Morgendämmerung, so Voss. „Auf jeden Fall sollten wir warten, bis der Halbmond gegen Mitternacht unter den Horizont gesunken ist und sein Schein den Himmel nicht länger erhellt.“ 

Und wer zum Beobachten der Himmelshighlights aufs dunkle Land fährt, freut sich außerdem über den beeindruckenden Anblick des milchigen Bands unserer Galaxie, der Milchstraße. Beobachter müssten zudem ein gutes Auge haben, etwa bei den Sternschnuppen: Diese seien mit 60 Kilometern in der Sekunde besonders flink.

Rubriklistenbild: © DePo/imago

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