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Ein heller Lichtblitz ist in der Nacht über Twistringen gefilmt worden. Experten ordnen die spektakuläre Aufnahme ein und erklären, wie viel Glück der Fotograf hatte.
Twistringen – Ein spektakulärer Zufallstreffer ist einem Kameramann in Twistringen in Niedersachsen gelungen. Eigentlich hatte er den Nachthimmel nach Polarlichtern abgesucht, als plötzlich ein großer Meteor den Himmel erhellte. Der Leiter des Planetariums Bremen ordnet die Sichtung auf Nachfrage von kreiszeitung.de ein und erklärt, wie selten eine solche Sichtung ist.
Spektakuläre Zufallsaufnahme gelungen: Heller Lichtblitz über Niedersachsen gefilmt
Eigentlich wollte er Polarlichter filmen, dann nahm er einen großen Meteor auf: In der Nacht zu Dienstag, 19. September 2023, erhellte ein langer Lichtblitz den Nachthimmel über Twistringen. Kurze Zeit leuchtet es weiß-grün auf, dann ist die spektakuläre Sichtung schon wieder vorbei. Drei laufende Kameras – zweimal Zeitraffer, einmal in Echtzeit – bannten den Moment in ein Video und in Fotos, heißt es von Nord-West-Media TV.
„Ich selber habe das Ereignis leider verpasst, an meinem Wohnort war es sehr bewölkt“, berichtet Andreas Vogel, Leiter des Olbers-Planetariums in Bremen. Auf Nachfrage von kreiszeitung.de kann er jedoch bestätigen: Bei der Sichtung handelte es sich um einen Meteor. Solch helle Meteore – auch Feuerkugeln oder Boliden genannt – seien eher selten.
Nur wenige Male im Jahr sichtbar: Meteor zufällig auf Video festgehalten
Diese seien länger als normale Sternschnuppen zu sehen. Denn diese kurzzeitigen Himmelserscheinungen „haben nur einen Durchmesser von 1-10 Millimeter“, entsprechen also in etwa Erbsengröße, so Vogel. Sie würden außerdem nur wenige Milligramm, bis in etwa zwei Gramm wiegen. Meteore, wie der auf der Zufallsaufnahme, seien wesentlich größer.
Einige Zentimeter Durchmesser seien realistisch, entsprechend schwer würden diese Meteore sein, berichtet Vogel. Nichtsdestotrotz verglühen die meisten Feuerkugeln vollständig. Jedoch nicht immer, wie im Falle der Meteoritenfunde in Elmshorn. Ein Bolide verglühte nicht vollständig – der Meteorit traf ein Haus in Schleswig-Holstein.
Wie im Video aus Twistringen zu sehen, erlischt die Himmelserscheinung jedoch schnell. Häufig bekommt man einen Meteorit aber nicht vor die Linse, lässt der Leiter des Planetariums wissen. „Solche helle Objekte treffen die Erde regelmäßig, aber an festen Standort muss man schon etwas Glück haben.“ Nur wenige Male im Jahr seien solche Boliden überhaupt sichtbar.
Noch mehr Glück wollte eine Frau aus Wilhelshaven gehabt haben. Sie erklärte, dass ein Meteorit ihren Balkon getroffen hatte – ein Sensationsfund. Die Experten des Planetarium Bremens konnten den Fall jedoch schnell auflösen.
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