Nordsee-Preisvergleich 2024

Teurer Spaß in den Sommerferien: So viel kostet der Urlaub an der Nordsee

  • schließen

Sommer, Sonne, Nordseestrand: und steigende Preise. In diesem Jahr wird es für Urlauber an der Nordsee teurer als sonst. Wie viel aber kosten Kurtaxe, Speisen und Getränke genau?

Cuxhaven – Die Sommerferien in Bremen und Niedersachsen sind bereits gestartet, und damit sind die Urlaubsorte und die Strände in Norddeutschland zur Hochsaison wieder gut besucht. Obwohl die vormals lang anhaltende Inflation seit dem Frühjahr wieder etwas abgeflaut ist, könnte ein Urlaub im Norden für Reisende im Sommer 2024 dennoch deutlich teurer werden als noch in den vergangenen Jahren. 

Wie aber sieht die Preislage an der Nordsee in diesem Jahr konkret aus? Hierzu haben wir uns beliebte Aktivitäten und Produkte und ihre Preise von Emden bis Sylt einmal angesehen und für einen besseren Überblick miteinander verglichen.

Nordsee-Urlauber müssen teils deutlich mehr Kurtaxe bezahlen als in den Vorjahren

Am Anfang eines jeden Nordsee-Urlaubs steht die Kurtaxe. Erhoben wird sie von den Kommunen, und zwar unabhängig davon, welche Fremdenverkehrsangebote Urlauber in Anspruch nehmen. Fällig wird sie, sobald sich ein Tourist im Urlaubsort aufhält. Dies gilt auch, wenn der Strand für einen Tagesausflug genutzt wird. Die Kommunen setzen mit der Kurtaxe die Angebote des Fremdenverkehrs instand. Zugleich dient die Gebühr der Erhaltung und Sauberkeit der Strände. Dem Informationsportal Nordsee 24 zufolge wird in den meisten Urlaubsorten streng kontrolliert, ob die Urlauber die Gebühr tatsächlich entrichten.

Beschriftete Speisekarte in einem Restaurant in Husum

Was aber kostet die Kurtaxe an der Nordsee, und wie groß sind die Preisunterschiede zwischen einzelnen Orten und Regionen? Vergleichsweise günstig ist es an der Nordsee betreffend der Kurtaxe noch im Seebad Wremen im Landkreis Cuxhaven. Hier kostet der Gästebeitrag pro Nacht für Volljährige 2 Euro. Hinzu kommt allerdings noch die Strandgebühr von 2,50 Euro pro Tag. In Neuharlingersiel dagegen kostet die Kurtaxe laut Website des Urlaubsortes 3 Euro pro Tag je Erwachsener. In Esens-Bensersiel sind es dagegen 3,20 Euro pro Tag, wie aus der Homepage des Ortes hervorgeht.

Auf den Nordseeinseln wird es für Urlauber dagegen noch etwas teurer als auf dem Festland. So etwa auf der ostfriesischen Insel Borkum: Hier kostet der Gästebeitrag Erwachsene stolze 4,80 pro Nacht – und damit so viel wie ein Fischbrötchen. Oder doch nicht? Hierzu später mehr. Teuer wird es aber auch auf Norderney: Hier zahlen Gäste 4,90 Euro Gästebeitrag pro Nacht und 4 Euro, falls sie nur einen Tag bleiben. Etwas günstiger ist es auf der Insel Sylt: Hier zahlen Urlauber pro Tag 3,90 Euro Gästebeitrag.

Auch die Parkgebühren in Strandnähe sind an der Nordsee nicht mehr so erschwinglich wie früher

Nachdem die Kurtaxe bezahlt ist, steht einem erholsamen Tag an einem der vielen einladenden Nordseestrände nichts mehr im Weg. Eigentlich stimmt das – kämen da nicht noch die Parkgebühren an den gut besuchten Stränden der Nordseeinseln oder -küste hinzu. Denn auch die können es in sich haben. 

In der Stadt Cuxhaven etwa hat der Stadtrat schon 2022 eine Anhebung der Parkgebühren für strandnahe Parkplätze in Duhnen, Döse und Sahlenburg bekannt gegeben. Statt 4 Euro zahlt man dort nun 8 Euro, um ganztägig zu parken. Etwas Besonderes hat sich dagegen die Kreisverwaltung im Wangerland einfallen lassen. Hier können Besucher ihre Parkscheine nicht nur an Automaten vor Ort erhalten, sondern auch auf digitalem Wege per Smartphone-Apps. Der Tagestarif kostet hier, wie auch in Cuxhaven, acht Euro. 

So viel zahlen Urlauber für Bier und andere alkoholische Getränke diesen Sommer an der Nordsee

Hat man es an den Strand geschafft, ist endlich Zeit, es sich gut gehen zu lassen und einmal völlig auszuspannen. Ruht der Blick auf den Wogen der Nordsee, lassen sich die drängendsten Sorgen schnell einmal vergessen. Und wer sich zusätzlich erfrischen will, dem bleibt neben dem Sprung ins kühle Nass auch der Gang zum nächsten Lokal oder zur örtlichen Strandbar. Aber wie fallen dort aktuell die Preise für alkoholische Getränke wie Bier oder Aperol Spritz aus?

Recht teuer, so viel sei vorab gesagt. Im Hotel „HaWattn“ in Dornumersiel, das Gäste mit einer geräumigen Cocktail-Lounge lockt, gibt es den halben Liter Fassbier für schlappe 5,90 Euro. Das 0,33er-Bier kostet dagegen zwischen stolzen 3,30 Euro und 3,90 Euro. Etwas teurer wird es dagegen noch auf der beliebten Nordseeinsel Norderney. Im Restaurant „Strandpieper“ kostet ein kleines Fassbier (0,33 Liter) schon 4,99 Euro – für den halben Liter Hefeweizen muss man gar 7,50 Euro auf den Tisch legen. Und den 0,2 Liter Aperol Spritz gibt es für schlappe 10,50 Euro. Wohl bekomm’s!

Wegen Mehrwertsteuer-Rückkehr steigen die Preise in der Gastronomie – auch an der Nordsee

Egal, ob meinen einen entspannten oder einen ereignisreichen Urlaubstag verbracht hat: Am Ende des Tages kehren viele Nordsee-Urlauber am liebsten in einem der zahlreichen urigen Fischrestaurants auf den Nordseeinseln oder an der Küste ein. Aber auch dort ziehen die Preise in diesem Jahr einmal mehr an – besonders in der sommerlichen Hochsaison. Grund ist die Rückkehr zu 19 Prozent Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die während der Corona-Pandemie ausgesetzt worden war, seit Jahresbeginn aber wieder gilt.

In der „Fischereigenossenschaft Neuharlingersiel“ etwa zahlen Kunden 14,90 Euro für eine Portion Krabben mit Schwarzbrot. Den Backfisch im Brötchen gibt es hier für 6,90 Euro und das Lachsfilet für 19,90 Euro. Andernorts sieht es nicht wirklich anders aus. Im „Fischereihafen Restaurant & Lloyds“ in Cuxhaven etwa kostet das Kabeljaufilet mit Lauch, Karotten und gedünstetem Staudensellerie in einer Honig-Senfrahmsauce mit Salzkartoffeln 24,90 Euro. 

Auch, wer in diesem Sommer nach Sylt reist, sollte sich auf einiges gefasst machen. Denn hier liegen die Restaurantpreise mit am höchsten im gesamten Nordsee-Raum. Etwa im Restaurant „Seenot“ in Westerland kostet die Nordseescholle mit Kartoffeln und Salat glatte 30 Euro. Mit einer Extra-Portion Krabben ist man bei insgesamt 36 Euro angelangt. (fh)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Drechsler

Kommentare