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Noch genießt der Norden ungewöhnlich mildes Wetter. Doch Ex-Hurrikan Kirk steuert auch auf Niedersachsen zu. Eine turbulente Wetterlage droht.
Hannover – Von wegen goldener Herbst – Deutschland steht eine unruhige Wetterwoche bevor. In den nächsten Tagen drohen Sturmschäden und Überschwemmungen durch Hurrikane Kirk. Wie Wetter-Experte Nico Bauer vom Deutschen Wetterdienst DWD erklärt, wird es schon bald ungemütlich, eine „turbulente Wetterwoche steht uns bevor“.
Voraussichtlich in der Nacht zu Donnerstag, 10. Oktober, wird Kirk in Deutschland als außertropisches Sturmtief Einzug halten. Der Hurrikan steuert vom Atlantik aus auf Niedersachsen zu – und bringt heftige Windgeschwindigkeiten und auch viel Regen mit sich.
Warmes Herbstwetter in Niedersachsen hat bald ein Ende – Sturmfront zieht heran
Noch genießt der Norden ein ungewöhnlich mildes Wetter für diese Jahreszeit, da sich Deutschland noch auf der Vorderseite mehrerer Tiefdruckgebiete befindet. Diese schieben warme Luftmassen aus dem Süden bis weit nach Mitteleuropa. Doch der Herbsttraum hat schon bald ein Ende: „Die aktuell milden Temperaturen sind kein langfristiger Trend. Es bahnt sich eine deutliche Wetteränderung an“, führt Meteorologe Johannes Graf von wetter.net aus: „mit teils stürmischen Entwicklungen ist in vielen Regionen zu rechnen“, so Graf.
„Ausgewachsene Sturmlage“: Zugbahn von Hurrikan Kirk noch unsicher
Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte die voraussichtliche Zugbahn des sich laut der National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA zum Tropensturm abschwächenden Hurrikans. Danach soll Kirk in der Nacht zum Donnerstag (2 Uhr mitteleuropäischer Zeit) von Frankreich aus über das Bundesgebiet ziehen. „Verbreitet droht eine ausgewachsene Sturmlage“, meldet der DWD. Die genaue Zugbahn sei jedoch noch unsicher.
Zugbahn von Hurrikan KIRK (laut der National Oceanic and Atmospheric Administration). In der Nacht zum Donnerstag (12 AM Thu=02 MESZ) bzw. am Donnerstag soll KIRK von Frankreich auf uns übergreifen. Verbreitet droht eine ausgewachsene Sturmlage (genaue Zugbahn noch unsicher)./V pic.twitter.com/UY7F72OzH7
— DWD (@DWD_presse) October 7, 2024
Schon am Dienstag, 8. Oktober, und am Mittwoch, 9. Oktober, könne in Niedersachsen viel Regen niedergehen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt ab Montag vor unbeständigem Wetter in Norddeutschland. Besonders die Küstenregionen und die Hochlagen des Harzes müssen mit Sturmböen rechnen. Auf den Ostfriesischen Inseln können Windgeschwindigkeiten von bis zu 55 km/h erreicht werden. Auch sei im Harz ist mit starken Böen aus südwestlicher Richtung zu rechnen.
Hurrikan #KIRK bei seiner aktuell stattfindenden Umwandlung zu einem außertropischen Tief. Beeindruckend auch die Wolkenspirale von Tief #GERDA südwestlich von Irland./V. pic.twitter.com/f07XQzEMrL
— DWD (@DWD_presse) October 7, 2024
Auch wenn sich der Hurrikan der Prognose nach zu einem Sturm abschwächt, kann dieser sehr heftig ausfallen und starken Wind, Regen und hohe Wellen mit sich bringen. Bereits in der Nacht zum Donnerstag wird im Südwesten Niedersachsens ein deutlich zunehmender Wind erwartet.
„Nasse und stürmische Zeiten“: Experten rechnen mit heftigem Wind und viel Regen
Nach der aktuellen Prognose wird sich dieser sich im Laufe des Donnerstags zu stürmischen Böen in der Südwesthälfte und später auch in der Landesmitte bis ins Flachland Niedersachsens ausbreiten. Besonders bei Schauern und Gewittern können sogar Sturmböen mit der Windstärke 8 oder schwere Sturmböen mit um die 100 km/h auftreten.
In höheren Lagen besteht die Möglichkeit von orkanartigen Böen mit Windstärken um die 110 km/h. „Große Schäden wie bei einem ausgewachsenen Hurrikan wird es aber dennoch nicht geben!“, erklärt DWD-Meteorologe Graf, „trotzdem stehen uns somit nasse und zeitweise auch stürmische Zeiten bevor“.
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Turbulente Wetterlage in Niedersachsen: Regen, Stürme und Überschwemmungen möglich
„Mit dem Einzug von Ex-Hurrikan Kirk müssen wir uns auch auf ergiebige Regenfälle einstellen“, warnt Graf. Vor allem im Westen und Norden Deutschlands könne es vermehrt zu Starkregenereignissen kommen. In Kombination mit den starken Windböen gebe es örtlich die Gefahr von Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen. Daher sollten lose Gegenstände im Garten gesichert, und geplante Outdoor-Aktivitäten verschoben werden.
Rubriklistenbild: © Imago/Zuma/ Press Wire/NOAA

