Unter Polizeischutz

Unter Polizeischutz: Umstrittenes schwimmendes LNG-Terminal in Stade angekommen

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Knappe 300 Meter lang, 8,7 Meter Tiefgang. Das Spezialschiff für das LNG-Terminal Stade-Bützfleth ist am Freitag auf der Elbe eingetroffen – mit Polizeischutz.

Stade – Das Spezialschiff „Energos Force“ (früher „Transgas Force“), was als schwimmendes LNG-Terminal in Stadel liegen soll, ist am Freitag in Bützfleth eingetroffen. Bereits am Donnerstagabend, 14. März 2024, befand sich das Schiff mit einem Tiefgang von 8,7 Meter auf der Nordsee Höhe Helgoland. Am Freitagmorgen nahm das Schiff Kurs auf die 4800 Einwohner Ortschaft an der Elbe.

LNG-Terminal in Stade-Bützfleth – Spezialschiff „Energos Force“ kommt in Stade an

Bei dem Spezialschiff handelt es sich um das dritte von vier Schiffen, die durch die Bundesregierung gechartert worden, um LNG-Tanker im Bereich der Nordsee abzufertigen.

Ein Blick auf den Anleger für das eintreffende LNG-Schiff. Von hier aus soll das verflüssigte Gas an Land gebracht werden. (Archivfoto)

Bereits am Donnerstag sorgte ein erhöhtes Polizeiaufgebot in Cuxhaven für Aufsehen. Dort versammelten sich Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei, Polizei Niedersachsen und der Polizei Schleswig-Holstein, um das einlaufende Schiff auf der Elbe Begleitschutz zu gewähren.

Nicht nur Zuspruch: LNG-Terminals sorgen für unterschiedliche Emotionen

Das LNG-Projekt hatte in der Bevölkerung nämlich nicht nur positiven Zuspruch. Immer wieder gab es Störaktionen von Aktivistengruppen. Auf Rügen haben Taucher von Greenpeace den Bau einer LNG-Pipeline gestört. In Schleswig-Holstein wurde eine Pipeline sogar angebohrt – wer dies getan hat, ist allerdings unklar.

Nun hat das knappe 300 Meter lange Schiff in Stade festgemacht. Sofort in Betrieb wird das Spezialschiff allerdings nicht gehen. Zuerst fehlt dem Schiff noch das nötige Gas, es kam nämlich leer in Stade an, darüber hinaus soll das Schiff auch zunächst in einen Testbetrieb gehen.

Sobald das Terminal in Betrieb gehen kann, werden rund fünf Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr in das Deutsche Gastnetz eingespeist. Laut der Kreiszeitung-Wesermarsch soll das Terminal rechnerisch bis zu fünf Millionen Haushalt für ein Jahr mit Gas versorgen.

Die Bauzulassung für die neue Umschlaganlage für flüssige Gase im Hafen von Stade wurde nun offiziell von der Behörde für Küstenschutz genehmigt. Diese Genehmigung ermöglicht den Beginn der Arbeiten an der 650 Meter langen Hafenanlage, wie von Niedersachsen Ports (NPorts), der Betreibergesellschaft des Landeshafens, bekannt gegeben wurde.

Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Mitte Dezember durch den Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) geplant. Mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro stellt dieses Projekt das momentan größte im deutschen Hafenbau dar.

Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa

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