Wetter in Niedersachsen

Eindrücke der Unwetter in Niedersachsen: Sturmjäger filmen eine Trichter-Wolke – War es ein Tornado?

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In Ostfriesland bildetet sich am Rande eines Gewitters eine trichterförmige Wolkenformation.
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Sonne und Gewitter wechselten sich am vergangenen Wochenende ab. Das Wetter hatte Niedersachsen fest im Griff. Einheimische teilten ihre Eindrücke.

Niedersachsen – Die Bäume werden vom Wind durchgeschüttelt, starker Regen fällt vom Himmel, sodass kaum die Hand vor Augen zu sehen ist und dann ein lauter Knall. Das skizzierte Bild ist jenes, was sich vielen Einheimischen am vergangenen Wochenende in Niedersachsen gezeigt hat. In Bremen zog ein Unwetter regelrecht wie eine Walze über die Stadt. In den sozialen Medien teilen sie ihre Erfahrungen und zeigen das Ausmaß der Unwetter in Fotos und Videos.

Wetter-Wirrwarr am vergangenen Wochenende: Niedersachsen zeigt Bilder

„Schaltet mal eure Kopfhörer ein und gebt euch einfach mal diese Akustik“, schreibt ein Mann aus Papenburg auf seinem Facebook-Profil. Etwa 25 Minuten zuvor sei über der Stadt an der Ems ein kleines Gewitter über seinen Kopf hinweg gezogen. Er zeigt ein Video, das vermutlich seinen Garten zeigt. Kaum Wind ist in den Bäumen zu sehen – die buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm. Verheißungsvolles Grummeln und dunkle Gewitterwolken zeigen: Hier geht es gleich zur Sache. Doch nicht jeder ist so begeistert und fasziniert von dem Naturschauspiel.

Für manchen Niedersachsen waren die Unwetter eine echte Belastung. Umgestürzte Bäume sowie Äste auf der Fahrbahn oder vollgelaufene Keller hielten die Feuerwehren in Niedersachsen am vergangenen Wochenende auf Trab. Ob in Celle, Landkreis Cuxhaven oder auch in der Stadt Lütjenburg – vielerorts hatten die Einsatzkräfte viel zu tun. Das geht aus diversen Pressemitteilungen der Polizeistellen in Niedersachsen hervor.

Feuerwehren im Einsatz: Wetter-Wirrwarr sorgt durch starken Regen für volle Keller in Niedersachsen

Die Feuerwehr der Stadt Lütjenburg teilt einen Einsatz am vergangenen Freitagabend. Starke Regenfälle hatten dafür gesorgt, dass vor Ort mehrere Keller sowie eine Laderampe voller Wasser standen. Es ist nur einer von unzähligen Facebook-Beiträgen, die Freiwillige Feuerwehren am vergangenen Wochenende teilen.

Dass Unwetter über Niedersachsen hinwegziehen, gehört vermutlich zum Wetter im Land, wie Fischbrötchen oder Strandkörbe zur Nordseeküste. Immer wieder kommt es durch schwere Stürme sogar zu Orkanen. Am vergangenen Wochenende traf diese Sturmintensität glücklicherweise in Niedersachsen nicht zu. In der Geschichte des Bundeslandes gab es allerdings immer wieder große Schäden durch solche Unwetter, wie unsere Bildergalerie zeigt.

Tornado und Orkantief: Die 5 heftigsten Unwetter in Niedersachsen der vergangenen Jahre in Bildern 

Westerland auf Sylt Kyrill
Der 18. Januar 2007 ist vielen Menschen in Niedersachsen vermutlich in Erinnerung geblieben: Der Orkan „Kyrill“ zog über das Land hinweg. Diese Aufnahme zeigt den Vortag, an dem bereits hohe Wellen auf den Strand von Sylt trafen.  © dpa/Carsten Rehder
Sturm - Orkan „Kyrill“ über Deutschland
Im Fischereihafen von Norden-Norddeich schlugen am 18. Januar 2007, rund vier Stunden vor dem Maximum der zu erwartenden schweren Sturmflut, bereits die ersten Wellen über die Pierkante. Bis in den Morgenstunden des Folgetags sollte das Orkantief noch im Norden wüten und Zerstörung mit sich bringen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan "Kyrill" - Hochhausdach fällt auf Wohnhaus
Der Blick aus einem zerstörten Kinderzimmer in Barsinghausen zeigt: Das Orkantief „Kyrill“ hinterließ große Schäden in Niedersachsen. Mit einer Schadenssumme von 149 Millionen Euro verfehlte der Orkan dort nur knapp die Aufnahme in die Liste der weltweit zehn teuersten Naturkatastrophen der Gruppe. 47 Menschen starben durch „Kyrill“. © Jochen Lübke
Tornado auf Helgoland
Wenn Urlauber Helgolands an den 12. Juli 2010 zurückdenken, gefriert ihnen vermutlich das Blut in den Adern. An diesem fegte ein Tornado über die Düne der Nordseeinsel hinweg und richtete erhebliche Schäden an. Ursache für die Superzelle war das Tiefdruckgebiet „Norina“. © dpa/Uwe Nettelmann
Tornado fegt über Helgoländer Düne
Der Tornado, der am 12. Juli 2010 über die Helgoländer Düne hinwegfegte, sorgte vom Land aus für eindrucksstarke Bilder durch massive Wolkenformationen.  © dpa/Kay Martens
Tornados in Norddeutschland - Helgoland 2010
Der Tornado hinterließ auf Helgoland ein Trümmerfeld. Dieses Bild zeigt einen Campingplatz auf der Düne der Insel. Elf Menschen wurden verletzt. Auch kam es zu Schäden in Niedersachsen. Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter zum Beispiel Schäden von etwa einer Million Euro an. Zudem starben zwei Menschen.  © dpa/Andrea Auer
Sturmflut am Hafen in Neuharlingersiel (Niedersachsen)
Der Orkan „Xaver“ wütete vom 4. Dezember 2013 bis zum 10. Dezember 2013 im Norden Europas. Den Norden Deutschlands erwischte er am 6. Dezember 2013 mit voller Wucht. Die „Nikolausflut“ gehört zu den schwersten der letzten 100 Jahre. Dieses Foto zeigt die Stärke der Flut am Hafen von Neuharlingersiel in Niedersachsen.  © dpa/Ingo Wagner
Orkantief Xaver Hochwasser Bensersiel Niedersachsen
Das Hochwasser in den Mittagsstunden am 6. Dezember 2013 überflutete während des Sturmtiefs „Xaver“ den gesamten Campingplatz in Bensersiel, Niedersachsen. Auf den Inseln waren „erhebliche Dünenabbrüche zu verzeichnen“, teilte das niedersächsische Umweltministerium (NLWKN) mit. Insbesondere waren die Dünen am Hammersee auf Juist und die Zeltplatzdünen auf Spiekeroog sowie die Harlehörn-Düne auf Wangerooge betroffen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan Xaver Lüneburg
Auch im Inland Niedersachsens kam es während des Orkantiefs „Xaver“ zu erheblichen Schäden. Auf eisglatter Fahrbahn wurde der Bus von einer Sturmböe erfasst, rutschte von der Straße und knallte in zwei Bäume. Der Gesamtschaden in Deutschland wurde auf 100 bis 200 Millionen Euro geschätzt. Präzise Wettervorhersagen und verbesserter Küstenschutz konnten großeren Summen vorbeugen. In Europa starben insgesamt 13 Menschen, davon in Deutschland eine Person.  © dpa/Polizei Lüneburg
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Das Sturmtief „Friederike“ erreichte am 18. Januar 2018 seinen Höhepunkt. Im Norden Deutschlands brachte der Orkan unter anderem starken Schneefall mit sich. Die Straßen waren deshalb spiegelglatt. So kam es zu einer Reihe an Unfällen. Besonders den Süden Niedersachsens erwischte es heftig. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Den Süden Niedersachsens erwischte der Orkan „Friederike“ heftig. Während in den flachen Regionen des Landes nur wenig Schäden verzeichnet wurden, sah die Lage in der Hauptstadt Hannover ganz anders aus. Wie auf dem Foto zu sehen ist, stürzten unter anderem Bäume in Häuser. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Waldschäden nach Orkan Friederike
Die größten Schäden richtete „Friederike“ in den Wäldern von Niedersachsen an. Landesweit werde mit mehr als zwei Millionen Kubikmetern Sturmholz gerechnet, erklärte damals das Niedersächsische Umweltministerium. Insbesondere im Mittelgebirge wurden Wälder zerstört, wie zum Beispiel im Harz, Solling und dem Weserbergland. © dpa/Stefan Rampfel
Sturmtief Zeynep - Bensersiel
275431582.jpg © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Sturmtief Zeynep - Emden Niedersachsen
Ein Unimog der Hafenbehörde fährt am überschwemmten Kai im Hafen Emden in Niedersachsen vor der Fähre „Westfalen“. Es ist der 18. Februar 2022. An der Nordsee erreichen die Windböen des Orkantiefs „Zeynep“ stellenweise bei über 140 Kilometer pro Stunde. © dpa/Lars Klemmer
Stürme verursachen Schadholz im Privatwald
Mitte Februar zog nicht nur das Orkantief „Zeynep“ über Niedersachsen hinweg. Auch zwei weitere, „Ylenia“ und „Antonia“, sorgten für Unwetter und Sturm. Nach Schätzungen der Landwirtschaftskammer entstanden dabei gut eine Million Festmeter Schadholz. Das Orkantief „Zeynep“ forderte in Europa insgesamt 17 Todesopfer. Ein Mann starb bei Dacharbeiten an der Wurster Nordseeküste, Niedersachsen. In Ostfriesland wurden laut Feuerwehrverband ca. 1900 Feuerwehreinsätzen abgearbeitet. © dpa/Philipp Schulze

Tatsächlich fotografierten Sturmjäger in Ostfriesland aber die trichterförmige Wolkenformation einer Gewitterfront an der Nordsee. Wie im Facebook-Post beschrieben wurde sie von den Sturmjägern erstmalig in Hagermarsch, mit Blickrichtung zur Ostfriesischen Insel Juist entdeckt. Etwa zehn Minuten später dann auch in der Ostermarsch, ebenfalls mit Blickrichtung zu den Ostfriesischen Inseln Norderney und Juist. Gegenüber kreiszeitung.de bestätigten die Sturmjäger, dass es sich um „Funnelclouds“ oder eine sogenannte „Wasserhose“, eine Tornado-Form, handeln könnte. Offen bleibt allerdings, ob das tatsächlich eine war. „Genaueres weiß ich nicht“, sagte einer der Sturmjäger Ostfriesland auf Nachfrage. Spektakulär waren diese Eindrücke in jedem Fall.

Unter dem Beitrag teilten Anwohner und Urlauber, die das Gewitter ebenfalls entdeckt hatten, ihre Fotos und Videos von der markanten Wolkenformation. Obwohl laut Sturmjäger die Trichterform nur ungefähr zehn Minuten zu sehen war, faszinierte das Ausmaß der Wolkenfront viele Menschen. Während in Teilen Niedersachsens Gewitter tobten, konnten Einheimische am Deich bei Bremerhaven einen traumhaft schönen Sonnenaufgang genießen.

Ein Mann aus der Region hielt den Augenblick mit seiner Kamera fest und wünschte: „Guten Morgen und ein schönes Wochenende mit dem Blick zum Sonnenaufgang über den Deich und die Weser Richtung Bremerhaven-City.“

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