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Extremer Starkregen und sogar Tornados: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigem Unwetter in Niedersachsen und Bremen am Donnerstag.
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 20:21 Uhr: Die amtliche Warnung vor starkem Gewitter wird vonseiten des DWD ausgeweitet. Bis 21:30 Uhr gilt ebenjene Warnung auch für die Landkreise Diepholz, Verden und Oldenburg sowie das Stadtgebiet Oldenburg.
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 19:55 Uhr: Der DWD gibt eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter für den Kreis Nienburg (Weser) heraus. Es könne vermehrt zu Blitzeinschlägen kommen. „Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr! Vereinzelt können beispielsweise Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Während des Platzregens sind kurzzeitig Verkehrsbehinderungen möglich“, heißt es in einer Mitteilung. Die Warnung besteht voraussichtlich bis 22 Uhr.
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 19:13 Uhr: Die Unwetter sind im Süden Niedersachsens, genauer in Göttingen, angekommen. Schwere Gewitter und Hagel haben dort Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Von 17 bis 19 Uhr wurden in der Stadt und im Landkreis Göttingen 250 Sturmeinsätze gezählt, innerhalb von 30 Minuten gab es allein 100 Alarmierungen für die Einsatzkräfte, berichtet die Feuerwehr.
Sting-Konzert wegen Unwetter abgesagt: „Konkrete Gefährdungslage“
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 18:11 Uhr: Ein Open-Air-Konzert des Musikers Sting am Donnerstag in Lingen in Niedersachsen ist abgesagt worden. „Die vorhergesagte Unwetterlage ist massiv und begründet eine konkrete Gefährdungslage, die eine Absage erforderlich macht“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Der Veranstalter bemühe sich um einen Ersatztermin. Tickets sollen ihre Gültigkeit behalten.
Zweithöchste Warnstufe ausgerufen: Starkregen und überflutete Keller in Niedersachsen erwartet
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 16:45 Uhr: Von diesen Regenmassen wird Bremen wohl nicht verschont bleiben: Wie ein DWD-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte, werde der Streifen von Südwestniedersachsen über Vechta und Bremen bis nach Hamburg und ins Wendland hinein von den Unwettern am stärksten betroffen sein. Heftiger Starkregen werde etwa ab 18.00 Uhr bis Freitag gegen 10.00 Uhr erwartet, danach soll sich die Lage beruhigen.
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 13:10 Uhr: Hannover – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die zweithöchste Warnstufe für Niedersachsen und Bremen ausgerufen. Unter anderem seien aufgrund des heftigen Starkregens überflutete Keller und Straßen sowie Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen möglich. Auch Erdrutsche könnten auftreten.
Der DWD rät: „Schließen Sie alle Fenstern und Türen! Vermeiden Sie möglichst Aufenthalt im Freien!“
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 13:05 Uhr: Hannover – Aufgrund des Unwetters „Lambert“ erwartet die Deutsche Bahn (DB) Auswirkungen auf den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands. Aus diesem Grund sind für kurze Zeit bereits gekaufte Fahrtickets auch für andere Verbindungen und Züge nutzbar. „Alle Fahrgäste, die ihre vom 22.06. bis 23.06.2023 geplante Reise aufgrund des Unwetters verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen“, schreibt die DB in einer Mitteilung. Das Ticket gelte für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei storniert werden.
Auch Tornados möglich: Unwetter- und Hochwasser-Gefahr in Niedersachsen und Bremen
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 12:55 Uhr: Bremen – Die zu erwartenden Unwetter in Niedersachsen sollen sich auch in Bremen bemerkbar machen. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst und spricht eine Warnung vor heftigem Starkregen aus. Ab 18 Uhr können im Stadtgebiet 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter fallen. Lokal könnten sogar 150 Liter pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden möglich sein. Die Warnung gilt bis Freitagmorgen, 4 Uhr.
Auch Tornados möglich: Wetter-Dienst warnt vor schwerem Unwetter und Hochwasser in Niedersachsen
Update, Donnerstag, 22. Juni 2023, 11 Uhr: Hannover –Angesichts drohender Unwetter mit heftigen Regenfällen am Donnerstag warnen Experten vor möglichen Hochwassern in Niedersachsen. „Ab heute Nachmittag bis in die Morgenstunden zum Freitag sind aufgrund von lokal teils extrem heftigem Starkregen starke Wasserstandsanstiege insbesondere in Bächen und kleineren Flüssen möglich“, teilte die Hochwasservorhersagezentrale in Hildesheim am Donnerstagmorgen mit.
Die genaue Lage und Intensität der Niederschläge könne aktuell nicht zuverlässig vorhergesagt werden. Hochwasservorhersagen seien bei solchen Wetterlagen mit Unsicherheiten verbunden, hieß es.
Auch fern von Gewässern können Überflutungen auftreten.
Je nach Ort und Stärke der Niederschläge könne es ab dem späten Donnerstagabend dazu kommen, dass Flusspegelstände die sogenannte Meldestufe drei überschreiten, teilte die Behörde mit, die zum Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gehört. Es gibt vier Meldestufen. Bei der Meldestufe drei sind den Angaben zufolge Überschwemmungen größerer Flächen, einzelner Grundstücke, Straßen und Keller möglich. „Auch fern von Gewässern können Überflutungen auftreten“, teilte die Behörde mit.
Die Hochwasserexperten rieten, auf die aktuellen Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu achten. Der Vorhersage der Meteorologen zufolge ziehen Regen und Gewitter südwestlich der Linie Emsland, Osnabrück, Bremen und Elbmündung ab dem Mittag auf. Demnach sind unwetterartige Regenmengen zwischen 20 und 40 Litern pro Quadratmetern binnen kurzer Zeit wahrscheinlich – örtlich seien auch mehr als 60 Liter pro Quadratmeter nicht ausgeschlossen, hieß es. Abseits der Gewitter könne es Starkregen zwischen 20 und 35 Litern pro Quadratmeter binnen sechs Stunden geben.
Auch Tornados möglich: Wetter-Dienst warnt vor schwerem Unwetter in Niedersachsen
Update, Mittwoch, 21. Juni 2023, 15:30 Uhr: Hannover – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Warnung für das Bundesland Niedersachsen ausgeweitet. Am Donnerstag droht extrem heftiger Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit – punktuell sind sogar 90 Liter in drei bis sechs Stunden möglich.
Besonders gefährlich: Laut den Wetter-Experten sind sogar Tornados möglich. Die extrem gefährlichen Windhosen können im südlichen Niedersachsen auftreten, können sich aber auch örtlich bilden. Der DWD mahnt zur Vorsicht, Schutzmaßnahmen sollten getroffen werden.
Ab Donnerstagnachmittag ziehen von Südwesten her gebietsweise schauerartig verstärkte und mitunter gewittrig durchsetzte Starkregenfälle auf. Da sie gebietsweise über Stunden andauern können, ist auch hier Vorsicht geboten. Zudem können bis zu zwei Zentimeter große Hagelkörner vom Himmel prasseln.
In der zweiten Nachthälfte in der Nacht zum Freitag nimmt die Unwettergefahr von Westen her langsam ab, so der DWD.
Durchatmen nach Unwetter-Nacht – doch Donnerstag droht komplettes Wetter-Chaos
Erstmeldung vom Mittwoch, 21. Juni 2023, 10 Uhr: Hannover – Schwere Unwetter mit Starkregen zogen am Dienstagabend über Niedersachsen und Bremen. Allein in der Hansestadt musste die Feuerwehr über 130 vollgelaufene Keller leerpumpen, auch in Niedersachsen waren die Helfer im Dauereinsatz, im Landkreis Oldenburg etwa entwurzelte das Gewitter Bäume.
Wetter in Niedersachsen und Bremen: Am Mittwoch durchatmen – an der Nordsee sogar heiter und trocken
„Heute Mittag und am Nachmittag bei wechselnder Bewölkung noch einzelne Regenschauer“, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Mittwoch nach der Unwetternacht eine erfreulich unaufgeregte Prognose. „Nahe der Nordsee heiter und trocken. Höchsttemperatur zwischen 22 Grad auf Norderney, bis 27 Grad in Bremen und 29 Grad zwischen Wendland und südlichen Weserbergland. Schwacher bis mäßiger, von Südwest auf West drehender Wind“, heißt es weiter.
Doch viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht, bereits am Donnerstag droht das nächste Wetter-Chaos. Prognosen zufolge wird es hochexplosiv: Hagel, Platzregen, Orkanböen – sogar Tornados und Superzellen sind möglich, befürchtet Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met.
Nach Unwetter-Nacht mit Gewittern und Starkregen – auch am Donnerstag droht Wetter-Chaos
„Die erste großflächige Unwetterlage des Jahres“ drohe. Zunächst von Baden-Württemberg bis nach Brandenburg reichend, droht das Unwetter-Band auch noch in andere Regionen auszuschlagen. Jung: „Wo genau die heftigsten Gewitter niedergehen, kann man an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht sagen, aber die Lage könnte ziemlich brisant werden.“
Es seien Signale vorhanden für sogenannte Superzellen. „Superzellen sind gewaltige Gewitterzellen, die sich durch rotierende Aufwärtsbewegungen auszeichnen“, so der Wetter-Experte. Sie können schwere Unwetter, Starkregen, Hagel und Tornados verursachen. „Tornados sind starke, wirbelnde Luftwirbel, die aus einer Superzelle heraus entstehen und große Zerstörungskraft haben. Sie sind gefährlich und erfordern angemessene Schutzmaßnahmen“, so Jung.
Wetter-Chaos in Deutschland befürchtet: In Niedersachsen drohen Unwetter
Ob das gefährliche Unwetter-Band auch bis nach Niedersachsen reicht: unklar. Für das Bundesland sagt der Deutsche Wetterdienst zunächst Schauer voraus, die aus dem südlichen Bergland heraufziehen. Im Tagesverlauf droht auch gewittriger Regen, der sich im südöstlichen Niedersachsen voraussichtlich unwetterartig verstärkt.
Die wirklich krassen Wetter-Extreme, wie Superzellen und Tornados, ziehen nach aktueller Vorhersage an Niedersachsen vorbei. Aber: „Man muss am Donnerstag besonders wachsam sein und die aktuellen Gewitter- und Unwetterwarnungen verfolgen. Denn erst, wenn die ersten Gewitterzellen entstanden sind, kann man genau abschätzen wie sich diese entwickeln werden und wohin sie ziehen“, mahnt Diplom-Meteorologe Jung zur Wachsamkeit.
Anschließend kann es auch in der Nacht zu Freitag erneut zu unwetterartigem Starkregen kommen, der dann langsam ostwärts abziehen soll. Erst dann wird es wieder freundlicher, der Samstag wird heiter. Die Sonne lässt sich mit einem Mix aus Wolken dann in der kommenden Woche blicken.
Rubriklistenbild: © Bernd März/dpa & DWD




