In der Nacht zu Freitag

Sturmtief „Wencke“ wütet in Niedersachsen – Teile von Gebäuden herausgerissen

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    Yannick Hanke
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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in der Nacht zu Freitag (23. Februar) mit Orkanböen. Über die Nordsee ziehe ein Sturmtief hinweg – und Niedersachsen ist mittendrin.

Update vom Freitag, 23. Februar, 09:52 Uhr: In der vergangenen Nacht verursachte das Sturmtief in Deutschland keine größeren Schäden. Obwohl Feuerwehr und Polizei im Norden von zahlreichen Einsätzen, insbesondere wegen umgefallener Bäume, berichteten, gab es keine Meldungen über Verletzte.

Sturm trifft Niedersachsen – Bahnverkehr nicht stark beeinträchtigt

Der Bahnverkehr wurde am Morgen nicht von sturmbedingten Beeinträchtigungen betroffen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Am Bremer Flughafen wurden, wie auf der Website veröffentlicht, am frühen Morgen drei Flüge annulliert. Der Sturm, der sich von Südengland bis zur dänischen Küste erstreckte, führte insbesondere in Norddeutschland zu heftigen Unwettern.

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erreichten die Orkanböen in List auf Sylt und in Büsum, Kreis Dithmarschen, Geschwindigkeiten von 119 bzw. 122 Kilometern pro Stunde. Auch in Cuxhaven in Niedersachsen waren die Winde stark, mit orkanartigen Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde. In Bremen und im Emsland verzeichnete der DWD teils schwere Sturmböen.

Die vier Hauptpolizeileitstellen in Schleswig-Holstein meldeten über 100 Einsätze in der Nacht, unter anderem wegen umgekippter Bauzäune und Bäume. Aufgrund des Sturms wurden Fähren zwischen Rostock und dem dänischen Gedser in der Nacht eingestellt.

Update vom Freitag, 23. Februar, 06:52 Uhr: Das Sturmtief „Wencke“ hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, dem 23. Februar 2024, erhebliche Windböen mit sich gebracht. An der Nordseeküste in Blomberg, Landkreis Wittmund, führte der Sturm dazu, dass bei einem Bauernhaus aus dem Jahr 1908 große Teile der Mauer herausbrachen.

Sturm „Wencke“ fegte über Niedersachsen – Hausteile einfach herausgerissen

Im Giebel des alten Gemäuers klafft ein großes Loch.

Die Feuerwehr rückte aus, sicherte die Stelle und kam nach Rücksprache mit einem Statiker zu dem Schluss, dass das Gebäude aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres unbewohnbar ist. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein sorgte das Sturmtief für ordentlichen Wind.

Update vom Donnerstag, 22. Februar, 22:13 Uhr: Die vom DWD angekündigten Orkanböen im Oberharz haben bis zum frühen Donnerstagabend noch keine Auswirkungen gezeigt. Das bestätigte die integrierte Leitstelle Harz. Bis in die Nacht zu Freitag besteht im Oberharz die Gefahr von extremen Orkanböen. Der DWD hatte zuvor die höchste Unwetterwarnung (Stufe vier) angekündigt.

Erstmeldung vom Donnerstag, 22. Februar, 18:58 Uhr: Emden/Hannover – Vor allem im Nordwesten Niedersachsens müssen sich Menschen wegen eines herannahenden Sturmtiefs über der Nordsee in den Abendstunden und in der Nacht zum Freitag (23. Februar) auf Unwetter einstellen. Am Donnerstag gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) amtliche Unwetterwarnungen (Stufe 3 von 4) wegen der Gefahr von Orkanböen für die Küstengebiete in Niedersachsen sowie die Inseln im Landkreis Aurich im Westen bis nach Cuxhaven im Osten heraus.

Unwetterwarnung für Niedersachsen: Sturmtief „Wencke“ zieht auf – und mit ihm mit bis zu 130 km/h schnelle Orkanböen

Wie es heißt, seien Windgeschwindigkeiten mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde möglich. Das entspräche der Windstärke 12. Von Donnerstagabend an ab 21:00 Uhr bis Freitagfrüh, 4:00 Uhr morgens, gilt die entsprechende Warnung. Zudem erwarten die Meteorologen auch in den übrigen Landesteilen Niedersachsens und in Bremen sehr stürmisches Wetter.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor dem Sturmtief „Wencke“ und rasanten Orkanböen, die auch Niedersachsen tangieren.

„Da braut sich etwas zusammen“, heißt es in diesem Kontext vom DWD-Meteorologen Tobias Reinartz. Vom Emsland bis zur Ostsee – einem Streifen südlich der Küstengebiete – seien schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich. Auch orkanartige Böen um die 110 Kilometer pro Stunde kann der DWD vereinzelt nicht ausschließen.

DWD warnt vor stürmischen Wind und Orkanstärke im Norden

Die Feuerwehren in Ostfriesland warnten vorsorglich die Bevölkerung. Gartenmöbel etwa sollten gesichert werden. Baugerüste und Werbeschilder etwa sollten auf ihren Halt überprüft werden, teilten die Einsatzkräfte mit. Erste Böen des Sturmtiefs mit dem Namen „Wencke“ sollten schon ab dem Nachmittag spürbar sein. 

Für den Abend spricht der DWD dann vom stürmischen Wind, in der Nacht soll er teilweise Orkanstärke erreichen. Insbesondere an der Nordsee soll es auch am Freitag stürmisch bleiben, sonst soll der Wind in den Frühstunden nachlassen. Der Sturm soll aus südwestlicher bis westlicher Richtung wehen. Entwarnung: Eine Sturmflut wird deshalb an der Nordseeküste aber nicht erwartet.

Trotz Sturmwarnung für Niedersachsen: Experten gehen nicht von erneuter Sturmflut aus

Experten des landeseigenen Sturmflutwarndienstes rechneten für das Abendhochwasser am Donnerstag nur mit geringfügig erhöhten Wasserständen von bis zu einem halben Meter über dem mittleren Tidehochwasser.

Die Stadt Wilhelmshaven rief dazu auf, die öffentlichen Parkanlagen zu meiden. Durch die starken Regenfälle der vergangenen Woche seien Böden extrem aufgeweicht, sodass Bäume bei Wind schneller entwurzelt werden könnten. Eine ähnliche Warnung gilt auch für den Bürgerpark und den Stadtwald in Bremen. 

DWD-Experte warnt vor umstürzenden Bäumen – Unwetter in Niedersachsen naht

„Bedenkt man, dass die Böden durch die vergangenen Regenfälle zum Teil recht aufgeweicht sind, muss vor allem in der Nordwesthälfte mit dem ein oder anderen umgestürzten Baum gerechnet werden“, heißt es vom DWD-Meteorologen Reinartz gegenüber dem NDR. Grundsätzlich soll der Sturm in vielen Regionen nur wenige Stunden dauern.

Zuvor aber rechnet der DWD im Landesinneren von Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein heute Nacht mit Sturmböen der Windstärke 9. In höheren Lagen wie im Harz seien aber auch orkanartige Böen der Stärke 10 möglich. (han/dpa)

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