VonJonah Reuleschließen
Volkswagen plant mindestens drei seiner Werke in Deutschland zu schließen. Die Mitarbeiter des Konzerns reagierten wütend und enttäuscht auf die Pläne.
Wolfsburg – Volkswagen steckt tief in der Krise. Nachdem es zuletzt Berichte über Lohnkürzungen bei der Hauptmarke VW gab, folgte am Montag (28. Oktober) die nächste Hiobsbotschaft für die Beschäftigten. „Der Vorstand will in Deutschland mindestens drei VW-Werke dichtmachen“, sagte die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Daniela Cavallo, auf einer Informationsveranstaltung für die Mitarbeiter in Wolfsburg. Bei den Beschäftigten machen sich Verunsicherung und Enttäuschung breit.
VW will mindestens drei Werke in Deutschland schließen – Mitarbeiter reagieren bestürzt
Gegenüber dem NDR sprachen mehrere VW-Mitarbeiter über ihre Gedanken und Sorgen nach der Ankündigung. „Ja, das verunsichert natürlich ganz, ganz viele Menschen, weil das elementar die Zukunft infrage stellt und wie es dann hier weitergeht“, sagt ein Mitarbeiter. Ich glaube, keiner möchte in irgendeiner Form in der Situation leben, nicht zu wissen, wie es nächstes und übernächstes Jahr mit einem und dem Job weitergeht und auch mit der Region.“
Eine VW-Mitarbeiterin erklärte dem NDR: „Ich und meine Kollegen haben Angst um den Arbeitsplatz – und Angst lähmt, ist kein guter Berater. Und natürlich ist man, nachdem der Vorstand die Tarifverträge gekündigt hat, sehr demotiviert.“
Mitarbeiter sieht Vorgehen als absolutes No-Go – Mitarbeiter mehr verbunden zu VW als der Vorstand
Ein anderer Mitarbeiter kritisierte im Gespräch mit dem NDR auch den Vorstand von VW. „Wir kommen hier zur Arbeit, wir kommen gerne zur Arbeit, wir geben alles“, beginnt er sein Statement. „Die Enttäuschung ist halt dementsprechend so groß, weil wir mit dem Unternehmen verbunden sind.“ Das Handeln der Vorstands sei dementsprechend ein No-Go. „Die Kolleginnen und Kollegen diskutieren das auch so, weil sie mehr verbunden zu Volkswagen sind, als der Vorstand im Moment.“
VW plant Werksschließungen – Betriebsrat kündigt Widerstand an
Die geplanten Werksschließungen will auch der Betriebsrat von VW nicht einfach so hinnehmen. „Mit uns wird es keine Salamitaktik geben. Keine Teillösungen und keine faulen Kompromisse. Uns geht es um ein Gesamtpaket für alle drei Themenbereiche. Alles Andere wird mit uns nicht zu machen sein!“, kündigte die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats Cavallo an. Die IG Metall Niedersachsen machte sich für den Erhalt der VW-Standorte stark. (jr)
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