Wolfsbegnung im Fokus

Was tun bei einer Wolfsbegegnung? Richtig verhalten und Gefahren vermeiden

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Ob bei einem Spaziergang mit dem Hund oder einem Ausritt auf dem Pferd, bei einer Wolfsbegegnung sollten wichtige Verhaltensregeln beachtet werden. Hier erfahren Sie mehr. 

Obwohl es in der Natur des Wolfs liegt, eher scheu zu sein und den Menschen zu meiden, sind Wolfsbegegnungen keine Einzelfälle. Ziehen beispielsweise junge Wölfe los, um sich ein eigenes Territorium zu suchen, können sie neugierig werden und sich nähern. Trifft ein Spaziergänger mit seinem Hund oder ein Reiter während eines Geländeritts mit seinem Pferd auf einen Wolf, sollten bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden.

Richtiges Verhalten bei einer Wolfsbegegnung? So vermeiden Sie Gefahren

Für alle, die sich fürchten, wenn sie in den Wäldern und Wiesen spazieren gehen, weil sie dort auf einen Wolf treffen könnten, gibt es zunächst einmal Entwarnung. „In den letzten 20 Jahren, in denen sich Menschen und Wölfe in Deutschland wieder den Lebensraum teilen, hat sich kein einziger Wolf Menschen auf aggressive Art und Weise genähert“, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf seiner Website. Dennoch können Situationen bedrohlich wirken, denn bei einem Wolf handelt es sich schließlich um ein Raubtier. Das Niedersächsische Umweltministerium stellt klar: „Wölfe sind keine Kuscheltiere.“

Eine richtige Reaktion bei der Begegnung mit einem Wolf sei besonders für Laien eine Herausforderung. Spaziergänger, die einem Wolf begegnen, sollten laut Umweltministerium in jedem Fall Ruhe bewahren – vor allem, wenn der Wolf bereits auf den Eindringling aufmerksam geworden ist. In der Regel zieht sich ein Wolf dann von alleine zurück. Grundsätzlich sei es wichtig, Abstand zu halten, vor allem in einem besonderen Fall.

Checkliste für den Ernstfall: Das sollten Sie bei einer Wolfsbegegnung beachten

  • Durch laute Geräusche auf sich aufmerksam machen, zum Beispiel durch Reden, Rufen oder In-die-Hände-Klatschen
  • „Beherztes Auftreten“ signalisiert dem Wolf, dass Sie die Kontrolle haben
  • Es ist möglich, sich langsam und ruhig zu entfernen, aber immer mit dem Gesicht zum Wolf
  • Weglaufen sollte unbedingt vermieden werden, weil dies den Jagdinstinkt des Wolfs wecken kann
  • Falls sich der Wolf trotzdem nähert, sollten Spaziergänger mit Bestimmtheit auf ihn zugehen, Lärm machen und mit Steinen oder Stöcken werfen
  • Auf keinen Fall sollte ein Wolf gefüttert werden

„Nähern Sie sich auf keinen Fall einem Wolf, der ein Tier gerissen hat“, so das Umweltministerium. Laufe der Wolf nicht von alleine weg, sondern gehe auf Spaziergänger zu, könne es sich um ein Jungtier handeln. Diese seien neugierig und agieren unvorsichtiger als ältere Tiere, manchmal sogar dreist. Fühlt sich der Mensch durch einen Wolf bedroht, helfe vor allem eines: Krach machen. Lautes Reden, Rufen oder in die Hände zu klatschen kann Wölfe in die Flucht schlagen. Auch lohnt es sich, laut Umweltministerium, eine Trillerpfeife dabeizuhaben und sie im Notfall zu benutzen.

Zudem sollte sich der Mensch in einer solchen Situation selbstbewusst verhalten. Weglaufen könnte fatale Folgen haben und den Jagdinstinkt des Tieres wecken. Stattdessen sei es hilfreich, sich langsam und ruhig mit dem Gesicht zum Wolf zurückzuziehen. Sollte sich der Wolf wider Erwarten nähern, empfiehlt das Umweltministerium, Steine oder Stöcke nach dem Tier zu werfen. Auch Pfefferspray kann eine wirksame Methode sein, um das Raubtier abzuhalten. Ist ein Hund dabei, gibt es Weiteres zu beachten.

Wolfsbegegnung bei Spaziergang mit Hund: Was Besitzer tun können, um Gefahren zu vermeiden

Fällt die gewählte Route für einen Spaziergang mit dem Hund in ein Wolfsterritorium, sollten Hunde grundsätzlich angeleint werden. Alternativ ist darauf zu achten, dass frei laufende Hunde jederzeit abrufbar sind. Wer dann einem Wolf begegnet, sollte seinen Hund sofort zu sich rufen und anleinen, so das Umweltministerium. Abstand halten, den Hund nahe bei sich behalten und ruhig bleiben, sind die nächsten Schritte. Auch hier gilt: Nicht wegrennen, sondern sich langsam, rückwärts entfernen.

Während eines Spaziergangs in bekannten Wolfsterritorien sollten Hunde möglichst an der Leine geführt werden. Kommt es zu einer Wolfsbegegnung, sollte immer Ruhe bewahrt werden. (Symbolbild)

Komme der Wolf wider Erwarten auf Mensch und Hund zu, sollten diese anhalten, das Raubtier durch Rufen oder Klatschen eingeschüchtert werden, aber auch der Hund ruhig gehalten werden. Verhält sich der Wolf penetrant und nähert sich weiter, kann auch er ebenfalls durch Werfen mit Stöcken, Steinen oder ähnlichem vertrieben werden. Das Niedersächsische Umweltministerium empfiehlt bei geringer Distanz und günstigen Windverhältnissen ein Tierabwehrspray einzusetzen. Weiterhin gilt: Wölfe sollten nicht gefüttert werden. Nach einem Picknick sollten keine Abfälle oder Essensreste liegen gelassen werden. Zu dokumentarischen Zwecken können Videos oder Fotos gemacht werden, wenn es zu einer Wolfsbegegnung kommt.

Besonderheit mit dem Pferd: Das können Reiter bei einer Wolfsbegegnung im Gelände tun

Die Landschaft zu Pferde genießen, kann sich bei einer Wolfsbegegnung zu einem Schockmoment verwandeln. Trotzdem sollten Reiter nicht fluchtartig davon galoppieren, wenn sie auf einen Wolf treffen, heißt es in einem Empfehlungsschreiben des Niedersächsischen Umweltministeriums. Im Gegensatz zum Spaziergang alleine oder mit dem Hund empfiehlt es sich nicht, in die Hände zu klatschen oder mit den Armen zu fuchteln, da dies das Pferd erschrecken kann. Pferde sollten nebeneinander dem Wolf zugewandt gestellt werden, damit sie den Wolf sehen können.

Bei Wolfsbegegnung während eines Ausrittes: Entschlossen auf den Wolf zureiten

Wichtig ist, laut Umweltministerium, darauf zu achten, dass das Pferd gut an den Hilfen steht und bleibt. Ist genügend Platz vorhanden, empfiehlt das Ministerium, an ihm vorbeizureiten. Verfolgt ein Wolf Pferd und Reiter, sollten sich diese umdrehen und entschlossen auf das Raubtier zureiten, um zu signalisieren, dass sie diese Nähe nicht tolerieren. Weicht der Wolf zurück, gilt es, anzuhalten, damit sich der Wolf nicht in die Enge getrieben fühlt. Falls es in der Situation möglich ist, wird zudem empfohlen Fotos oder Videos zu machen, um die Wolfsbegegnung zu dokumentieren. Hunde sollten in bekannten Wolfsterritorien nicht zu einem Ausritt mitgenommen werden.

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