Hochwasser am Dümmer: Der Deich wird weich

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Alles unter Kontrolle am Dümmer, aber das Hochwasser hat Folgen: Der Deich weicht an einigen Stellen langsam auf.

Hüde/Lembruch – Die Nachricht als solche ist gewiss keine Überraschung: Die Pegelstände am und im Dümmer steigen wieder. Das war nach den teils ergiebigen Regenfällen der vergangenen beiden Tage so zu erwarten gewesen. Doch bloß, weil man es hatte kommen sehen, macht es die Situation an Niedersachsens zweitgrößtem Binnensee nicht besser. Bernd Fredrich, Geschäftsführer des für das Wassermanagement des Dümmers zuständigen Hunte-Wasserverbands sieht zwar nach wie vor eine gut zu beherrschende Hochwasserlage, er sagt aber: „Die Niederschläge jetzt sind unglücklich, die braucht kein Mensch.“

Land unter im Diepholzer Süden - die Bilder

Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Das Gebiet zwischen Dümmer und Diepholz steht unter Wasser
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Nachdem die Pegel vor dem Jahreswechsel schon wieder auf dem Rückzug waren und am Messpunkt Schäferhof, wo die Hunte in den Dümmer fließt, an Neujahr die Marke für die erste Meldestufe deutlich unterschritten wurde, ist nun sogar Meldestufe zwei wieder in Sicht. Mit 38,09 Meter über NN fehlte am Mittwochmittag nur noch ein Zentimeter, um den Wert zu knacken. Und die Prognose sagt im Verlauf des Donnerstags sogar einen Anstieg von weiteren zehn Zentimetern voraus. In der Konsequenz bedeutet das: Es bleibt weiterhin viel Wasser im Dümmer.

Ein tristes Dümmerbild. In der Nähe des British Yacht Club in Lembruch wird eine Bank, die normalerweise Spaziergänger zum Ausruhen einlädt, von Wasser umspült. Der Pegel am Dümmer ist zuletzt wieder deutlich gestiegen.

Schon seit Weihnachten geht das so. Maßnahmen wie an Silvester, als 70 Feuerwehrleute einen 250 Meter langen Abschnitt der Verwallung mit Sandsäcken absichern mussten, sind Beleg dafür, dass der hohe Wasserstand im See – am Dienstag waren es 37,60 Meter über NN – Folgen hat. Kurz gesagt: Der Deich wird weich. Die Verwallungen – offizieller Name für den Deich rund um den Dümmer – „weichen so langsam auf“, bestätigt Bernd Fredrich: „Deshalb kommt es zu Maßnahmen, damit der Deichfuß stabilisiert wird.“

Dabei ist die Wassermenge allein gar nicht das ganz große Problem. „Es ist immer die Kombination aus Wasserstand und Wellen, die gefährlich ist“, erklärt Fredrich. Stehendes Wasser setze dem Deich zwar zu, in Bewegung befindliches Wasser aber noch viel mehr. Weshalb zuletzt auch für den Wind galt: Braucht kein Mensch.

Fotos aus Niedersachsen zeigen Ausmaß der dramatischen Hochwasser-Lage im neuen Jahr

Hochwasser in Niedersachsen - Ems
Blick auf das Hochwassergebiet, nachdem der Fluss Ems über die Ufer getreten ist steht das Wasser auf vielen flachen im Landkreis Emsland. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal
Sandsäcke liegen auf einem Deich vor evakuierten Wohnhäusern an der Wörpe. In Lilienthal dürfen wegen des Hochwassers auch die Deichanlagen und die deichnahen Bereiche nicht betreten werden. © Sina Schuldt/dpa
Blick auf einen überfluteten Weg.
In Oldenburg werden noch einmal deutlich höhere Pegelstände erwartet – wegen des aktuellen Dauerregens. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hochwasser-Sicherung: Mehrere Tonnen stehen nebeneinander und bilden ein Deichsystem.
Ein mobiles Deichsystem, bestehend aus zahlreichen mit Wasser gefüllten Behältern, steht in Oldenburg, um ein Wohngebiet vor dem drohenden Hochwasser zu schützen. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ein Traktor fährt über eine überflutete Straße im Hochwassergebiet. Nachdem der Fluss Ems über die Ufer getreten ist, steht das Wasser auf vielen Flächen unter Wasser.
Ein Traktor fährt über eine überflutete Straße im Hochwassergebiet. Nachdem der Fluss Ems über die Ufer getreten ist, steht das Wasser auf vielen Flächen unter Wasser. © Lars Penning
Ein Hof im Bremer Ortsteil Timmersloh steht unter Wasser (Aufnahme mit einer Drohne).
Ein Hof im Bremer Ortsteil Timmersloh steht unter Wasser (Aufnahme mit einer Drohne).  © Sina Schuldt/dpa
Weite Teile des Deichvorlandes sind überschwemmt. Wasser steht auf den Feldern und zerstört das Saatgut.
Weite Teile des Deichvorlandes sind überschwemmt. Wasser steht auf den Feldern und zerstört das Saatgut. © Bartz
An der Sandkruger Straße wird der mobile Deich aufgebaut.
An der Sandkruger Straße in Oldenburg wird ein mobiler Deich aufgebaut. © Sascha Stüber/Stadt Oldenburg
Mit schwerem Gerät wurden die Deiche gesichert.
Mit schwerem Gerät wurden vielerorts in Niedersachsen die Deiche gesichert.  © dpa/Uwe Arndt
Eine kräftige Pumpe entlastet in Kirchwahlingen das örtliche Schöpfwerk.
Eine kräftige Pumpe entlastet in Kirchwahlingen das örtliche Schöpfwerk. © Meyer
Einige Regionen sind nach wie vor von Überschwemmungen betroffen. Dazu gehört unter anderem der Landkreis Verden.
Einige Regionen sind nach wie vor von Überschwemmungen betroffen. Dazu gehört unter anderem der Landkreis Verden. © Str/dpa
Luftaufnahme: Auf einem Deich bei Haren bilden zahlreiche Menschen eine Sandsand-Kette.
In Haren an der Ems bildeten Hunderte Freiwillige eine Menschenkette und halfen den Einsatzkräften beim Platzieren von Sandsäcken. © dpa/Nord-West-Media TV/Torsten Albrecht
Faeser besucht Hochwassergebiet
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) triff in Sandkrug Einsatzkräfte von Technischem Hilfswerk (THW) und der Bundespolizei.  © Markus Hibbeler
Hochwasser - Niedersachsen
Wasser steht in einer evakuierten Wohnstraße nahe der Wörpe in Lilienthal. © Focke Strangmann/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Achim
Bäume ragen aus dem Hochwasser der Weser in Achim-Baden. © dpa
Hochwasser - Niedersachsen
Sandsäcke und Bigbacks liegen bereit, um mit einem Hubschrauber an die Hunte bei Oldenburg gebracht zu werden. © Jörn Hüneke/xoyo/dpa
Silvester auf dem Deich: Der DLRG ist seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz.
Silvester auf dem Deich: Der DLRG ist in Niedersachsen seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz.  © DLRG Landesverband Niedersachsen / Facebook / Screenshot
Blick auf einen unter Wasser stehenden Spielplatz im Butendieker Gehölz.
In Lilienthal im Landkreis Osterholz steht ein Spielplatz im Butendieker Gehölz unter Wasser. © Sina Schuldt/dpa
Der DLRG ist seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz, hier in Wathlingen, wo mit über 10.000 Sandsäcken ein Deich per Menschenkette gesichert wurde.
Der DLRG ist seit Tagen im Hochwasser-Dauereinsatz, hier in Wathlingen, wo mit über 10.000 Sandsäcken ein Deich per Menschenkette gesichert wurde. © DLRG Landesverband Niedersachsen / Facebook / Screenshot
Hochwasser in Achim: Ein Ortsschild von Baden unter Wasser.
Im Landkreis Verden, hier bei Achim-Baden, ist die Hochwasser-Lage weiterhin kritisch. © dpa

Insgesamt wirkt die Situation am Dümmer allerdings noch harmlos. Das Wasser hat sich zwar ausgebreitet, ist vom Deich und der Deichkrone aber noch ein gutes Stück entfernt. Doch diese optische Einschätzung ist die eines Laien, betont der Experte vom Hunte-Wasserverband. Für den Dümmer gelte: „Wenn es für das ungeübte Auge spektakulär aussieht, ist es eigentlich schon zu spät.“ Als reiner Sanddeich käme die Verwallung um den Dümmer dann an ihre Grenzen. Aber, und das betont Bernd Fredrich immer wieder: Die Lage am Dümmer sei stabil, die Deichbereiche seien unter ständiger Beobachtung und größere Schäden bislang nicht festgestellt worden.

Dass wieder mehr Wasser in den Dümmer einfließt, bedeutet freilich auch, dass dieses Plus abgeleitet werden muss – und zwar über Hunte, Lohne und Grawiede Richtung Norden, Richtung Diepholz. Dass es dort zu Überschwemmungen auf landwirtschaftlichen Flächen führt, sei nicht zu ändern, so Fredrich: „Was abgeleitet werden kann, muss weg.“ Land- und forstwirtschaftliche Flächen seien als Überschwemmungsgebiete ausdrücklich vorgesehen.

Rubriklistenbild: © Sander

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