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Reike Raczkowskischließen
Die Pegel der Aller im Heidekreis sind kräftig gefallen, aber der Landkreis ruft die Bewohner dazu auf, weiterhin sehr wachsam zu bleiben.
Heidekreis – „Es ist irre, was hier geschieht“, schildert Steffen Meyer die Hochwasser-Situation in Kirchwahlingen. Mittlerweile sind dort diverse Pumpen im Einsatz, unter anderem die größte THW-Pumpe in Niedersachsen. „Wir konnten den Wasserstand rund um den Ort um einige Zentimeter senken.“ Am Silvester habe man bis nach 22 Uhr mit alle Mann gearbeitet. „Auch mit tüchtigen Kollegen und vor allem mit dem Team des THW Verden“, sagt der Landwirt.
Seit Freitagmorgen läuft in dem vom Hochwasser der Aller eingeschlossenen Kirchwahlingen eine kräftige Pumpe des THW, das Schöpfwerk kann so entlastet werden. Wie Meyer sagt, sei ein Fahrzeug des Technischen Hilfswerks auf seinem Hof stationiert. Bürgermeister Björn Symank berichtet, dass auch ein Boot in Stellung gebracht worden ist.
Bisher ist die Lage im Heidekreis allerdings so stabil geblieben, dass noch keine Evakuierungen notwendig geworden sind. „Allerdings ist die Situation weiterhin angespannt und insbesondere die Bewohner der Bereiche Kirchwahlingen, Teile von Hademstorf und Hodenhagen werden gebeten, weiterhin sehr wachsam zu bleiben“, schreibt der Heidekreis auf seiner Homepage.
Autos fahren durch überschwemmte Straßen im Heidekreis
Björn Fahrenholz aus dem Rethemer Rathaus spricht am Neujahrsmorgen von einer „leichten Entspannung“ der Lage, er hofft, dass das Wasser weiter zurückgeht. „Wir haben mit unseren hervorragend arbeitenden Rettungskräften alles im Griff“, sagte er. Eine allgemeine Wachsamkeit und ein grundsätzliches „Vorbereitet-Sein“ bleibe wie bei jeder Hochwasserlage an der Aller und seinen Nebengewässern selbstverständlich.
Von der Samtgemeinde Ahlden kommt der dringende Hinweis, gesperrte und noch überflutete Straßen nicht zu benutzen. Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, die sich nicht daran halten. Wie beispielsweise in den letzten Tagen zwischen Essel und der Allerbrücke. An der Bothmer-Mühle in Gilten musste ein Fahrzeug aus den Fluten geborgen werden.
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Im Bereich Hodenhagen zeigen die eingeleiteten Maßnahmen Erfolg, der Serengeti-Park ist bis auf eine Geländevertiefung freigepumpt und Wegestrukturen sind wieder nutzbar gemacht worden. Auch im Hansadamm in Hademstorf gehen die Wasserstände bereits wieder zurück. Die Einsatzleitung habe aufgrund der Entspannung der Lage beschlossen, den Kräfteeinsatz der ehrenamtlichen Helfer sukzessive herunterzufahren und ab sofort die örtliche Einsatzleitung nicht mehr dauerhaft besetzt zu haben, heißt es seitens der Wehr. Auswärtige Verbände würden nach und nach abrücken.
Leider war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu hektischen Hilfsaufrufen in den Sozialen Medien und Chatgruppen gekommen, es gab Gerüchte und sogar Falschmeldungen in der Warn-App des Landkreises. Bei den Einsatzkräften sorgt so etwas natürlich für zusätzlichen Stress.
Rubriklistenbild: © Meyer


