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Der Februar hat sich als April verkleidet. Ungewöhnlich hohe Temperaturen dominieren, daher könnte es der wärmste Februar aller Zeiten werden.
Bremen/Hannover – Ein Blick auf das Thermometer am Donnerstag (15. Februar) deutet eher auf April statt auf Februar hin. In Niedersachsen und Bremen können bis zu 14 Grad erreicht werden. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) könnte es an Rhein und Neckar bis zu 18 Grad warm werden. Der diesjährige Februar sei allgemein ungewöhnlich warm, teilte der DWD mit. Er „könnte einer der wärmsten seiner Zunft zu werden“, sagte Meteorologe Adrian Leyser. Zwar sei erst die Hälfte des Monats vorbei, die aktuelle Temperaturabweichung von rund 6 Grad für den Februar sei erstaunlich.
Zum Vergleich: Die bisher wärmsten Februarmonate von 1990 und 2020 brachten am Ende eine Abweichung von 5 bis 5,5 Grad. Eine nennenswerte Kaltfront zeichnet sich laut DWD zumindest für die nächsten Tage nicht ab. Leyer: „Die nächste Wärmewelle nimmt ihren Lauf.“ In den nächsten Tagen ereignet sich der nächste markante Vorstoß sehr milder Luftmassen nach Deutschland. Um die Abweichung zu bestimmen, wird ein Basiswert zugrunde gelegt. Dieser Wert ist die Temperatur, die zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre, so der DWD.
Am Freitag gibt es anfangs im Osten von Niedersachsen noch einige sonnige Momente, ansonsten stark bewölkt bis bedeckt und von Westen durchziehender Regen. Höchstwerte auf den Inseln um 11 Grad, sonst sehr milde, frühlingshafte 14 bis 17 Grad. Am Sonnabend ist es zu Beginn meist noch stark bewölkt und gebietsweise leichter Regen oder Sprühregen, im Tagesverlauf etwas auflockernde Bewölkung und nur noch selten Niederschläge. Höchstwerte zwischen 7 Grad auf den Inseln und 13 Grad im Raum Göttingen. Also gutes Wetter für eine Kohltour.
Meteorologen erklären: Es könnte den wärmsten Februar seit 140 Jahren geben
Wer winterliche Temperaturen sucht, der muss weiter östlich von Deutschland suchen. Aufgrund der Wetterlage über Europa kommt diese Kaltfront nicht nach Deutschland. Ergo: Der Februar bleibt mild. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es den wärmsten Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881, also seit über 140, geben kann. 2023 war schon das wärmste Jahr seit der Aufzeichnung.
Die Großwetterlage im Februar ist im Wesentlichen geprägt von einer aktiven Westdrift. Dabei kann sich zwischen hohem Luftdruck über Südeuropa und Tiefdruckgebieten über Nord- und Westeuropa eine zumeist westliche bis südwestliche Strömung einstellen, mit der mal mehr, mal weniger milde Atlantikluft zu uns nach Mitteleuropa gelangt, schreibt der DWD.
Doch so ganz gibt sich der Winter noch nicht geschlagen. Kommenden Woche soll das Thermometer nur noch Temperaturen zwischen 4 und 11 Grad anzeigen, so Wetter.de. Weiter schreiben sie: Höhen über 800 Metern sogar etwas Schneefall möglich. Für Niedersachsen könnte es Temperatursturz samt Spätwinter geben.
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