VonFabian Raddatzschließen
Das aufgetauchte Geisterschiff auf Norderney sorgte für einigen Gesprächsstoff. Nun soll eine Spendenaktion das merkwürdige Gefährt retten.
Norderney – Diese Nordsee-Insel hat ein Herz für Seeleute: Mehrere Insulaner haben sich zusammengetan, um das Geisterschiff, das vor rund einer Woche am Weststrand von Norderney auf Grund lief, zu retten. Laut Norderneyer Wetter TV seien bei einer Spendenaktion bereits 4500 Euro zusammengekommen (Stand: 11. November, 13:12 Uhr).
Bereits am Freitag sei der havarierte Kahn, den ein 75-jähriger Skipper in 30-jähriger Handarbeit selbst zusammengebaut haben soll, mit einem Spezialkran abtransportiert worden. Zudem sei ein Kfz-Meister dabei, den Außenborder der Segeljacht wieder flottzumachen, heißt es.
Geisterschiff von Norderney: Insel-Bewohner kümmern sich auch um den Skipper
Auch kümmerten sich die Inselbewohner von Norderney um den gestrandeten Kapitän, wie die Bild-Zeitung berichtet. So wurden Verpflegung und Unterkunft für den 75-Jährigen organisiert. Chell Michels, einer der Hauptinitiatoren der Spendenaktion und Insel-Legende sagt dazu: „Eine Bekannte hat ihn bei sich aufgenommen und bestens versorgt.“
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Wie es jetzt jedoch mit dem Boot, das sich derzeit in der Nähe des Inselhafens befindet, weitergeht, ist völlig unklar. Auch was aus dem 75-jährigen, aus Freiburg stammenden Seemann wird, ist noch unbekannt. Der Mann sei zwar körperlich unversehrt gewesen, wegen der Schaulustigen jedoch gestresst gewesen, erklärte eine Inselsprecherin.
Spendenaktion für gestrandete Segeljacht: „An ein Weihnachtswunder erinnert“
In den sozialen Medien sorgt die Spendenaktion für viel Lob. „Ich finde den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft und den Einsatz aller Helfer klasse“, befindet etwa eine Nutzerin unter einem Beitrag von Norderneyer Wetter TV auf Facebook. „In diesen wirren Zeiten tut so eine Geschichte, die so ein kleines bisschen an ein Weihnachtswunder erinnert, doppelt gut“, schreibt eine andere. „Ich ziehe meinen Hut vor allen Helfern!“ Und: „Alles Gute für den Skipper!“
Am Montag lief der Seemann, dessen Alter bislang auf rund 70 Jahre geschätzt wurde, mit seinem nicht mehr manövrierfähigen Boot „Wibo“ am Weststrand der Insel auf Grund. Seitdem hatte das Schiff zahlreiche Touristen angelockt und sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Es war nicht die erste kuriose Entdeckung am Strand von Norderney. Derzeit liegen am Strand von Norderney Hunderte tote Quallen – sie liegen genau an der Stelle, an der zuvor das Schiff des Seemanns angespült wurde.
Rubriklistenbild: © Volker Bartels/dpa

