VonFabian Raddatzschließen
Warnstreiks treffen Niedersachsen und Bremen hart. Kliniken, Kitas und Verkehr stehen still. Wie lange werden die Einschränkungen andauern?
Bremen/Hannover – Kliniken, Kindertagesstätten, Müllabfuhr und öffentliche Verkehrsmittel in Niedersachsen und Bremen müssen sich auf zahlreiche Warnstreiks einstellen. Die Gewerkschaften Verdi und Komba haben aufgrund des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst dazu aufgerufen. „Das Personal im öffentlichen Dienst braucht mehr Lohn, mehr Zeitsouveränität und zuverlässige Altersteilzeitregelungen“, erklärte Markus Westermann, Bezirksgeschäftsführer von Verdi.
Die geplanten Warnstreiks im Überblick:
- Am Montag wird das Klinikum Bremen Nord bestreikt.
- Am Dienstag folgen das Klinikum Links der Weser in Bremen sowie in Hannover die Üstra, Enercity und die Abfallwirtschaft Aha.
- Am Mittwoch sind das Klinikum Oldenburg und in Braunschweig Kitas sowie Bereiche wie Entsorgung, Verwaltung und Bürgercenter betroffen.
- Am Donnerstag kommt es in Nordhorn zu Einschränkungen in den Bereichen Entsorgung, Verwaltung und Bürgercenter. In Bremen werden die Kliniken bestreikt.
Zahlreiche Warnstreiks in Bremen und Niedersachsen geplant – Einschränkungen
Verdi ruft am Montag im Klinikum Bremen Nord und am Dienstag im Klinikum Links der Weser zu ganztägigen Warnstreiks auf. An beiden Tagen sind Kundgebungen von 12 bis 14 Uhr geplant. Geplante Operationen werden verschoben, und die Krankenhäuser sind wie an Wochenenden besetzt.
In Hannover müssen sich Fahrgäste des ÖPNV am Dienstag Alternativen suchen. Der Bus- und Bahnverkehr der Üstra wird ganztägig bestreikt, wie Verdi des Bezirks Hannover-Heide-Weser mitteilte. Von Betriebsbeginn um 3 Uhr bis Betriebsschluss fahren keine Busse und Bahnen der Üstra. Die S-Bahn- und Regionalbahnlinien sowie die von Regiobus betriebenen Buslinien sind nicht betroffen.
Verzögerungen bei der Müllabfuhr drohen
Gleichzeitig plant Verdi, das Energieunternehmen Enercity zu bestreiken. Der Ausstand habe jedoch keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit der Kunden, erklärte ein Unternehmenssprecher. Die Kommunalgewerkschaft Komba ruft ebenfalls am Dienstag bei der Abfallwirtschaft Aha zum Streik auf. Der Betrieb werde nur eingeschränkt aufrechterhalten, und es könne zu Schließungen einzelner Wertstoffhöfe oder Verzögerungen bei der Müllabfuhr kommen.
Verdi plant zwei Demonstrationszüge, die vom Nordufer des Maschsees starten sollen. Anschließend findet dort eine Kundgebung mit Redebeiträgen der Beschäftigten statt.
Oldenburg: Warnstreik in Klinik – „Wird Einschränkungen geben“
In Oldenburg kündigte Verdi für Mittwoch einen Warnstreik im Klinikum an. «Es wird Einschränkungen geben, aber kein Patient kommt durch unseren Warnstreik zu Schaden“, sagte Hannes Scherf, Verdi-Gewerkschaftssekretär. Ein ganztägiger Ausstand von der Früh- bis zur Spätschicht ist geplant. Ab 9 Uhr ist eine Demonstration in der Innenstadt vorgesehen.
In Braunschweig ruft die Kommunalgewerkschaft Komba am Mittwoch zum Streik auf. Auch Kitas sind betroffen. Eltern würden frühzeitig über die Warnstreiks informiert, betonte ein Komba-Sprecher. Einschränkungen sind zudem in Bereichen wie Entsorgung, Verwaltung und Bürgercentern zu erwarten. Kurzfristige Aktionen und Arbeitsniederlegungen sind geplant. Ab 8.45 Uhr ist eine Demonstration mit anschließender Kundgebung in der Innenstadt geplant.
Nordhorn: Aktionen im Bürgercenter – Tarifrunde wird am 17. Februar fortgesetzt
In Nordhorn ruft Komba am Donnerstag zum Streik auf. Auch hier sind kurzfristige Aktionen und Arbeitsniederlegungen in Bereichen wie Entsorgung, Verwaltung und Bürgercentern vorgesehen. Kitas sind im Gegensatz zu Braunschweig nicht betroffen. Ab 9 Uhr ist eine Demonstration mit anschließender Kundgebung geplant.
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sind der Hintergrund der Streiks. Verdi fordert acht Prozent mehr Lohn und flexiblere Arbeitszeiten. Die Arbeitgeber verweisen auf die angespannte Haushaltslage. Eine erste Verhandlungsrunde war Ende Januar ohne Ergebnis geblieben. Am 17. Februar soll in Potsdam die zweite Verhandlungsrunde beginnen.
In Bremen und Niedersachsen hatte bereits Angestellte der Post gestreikt.
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