VonEva Burghardtschließen
Im alten Weltkriegsbunker an der Bahnstraße in Oberhausen sollen Luxus-Wohnungen entstehen. Die Umbauarbeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.
Oberhausen – Aus Schutzraum wird Wohnraum: Die Bauarbeiten am Holtener Weltkriegsbunker an der Bahnstraße 226 in Oberhausen in NRW sind in vollem Gang. Hier sollen bis Anfang 2024 insgesamt 18 luxuriöse Loft-Wohnungen entstehen. Ein außergewöhnliches Vorhaben, sagt Muhamet Aslan, einer der Eigentümer und Bauträger des Projekts.
Oberhausen: So spektakulär wird ein Weltkriegsbunker zum Wohnhaus
„So einen großen Umbau habe ich bisher auch nicht begleitet“, sagt er. Im Ruhrgebiet gab es früher einige Bunker, aber von vielen ist heute nichts mehr übrig. Der Bunker an der Bahnstraße stammt aus dem Jahr 1942 und wurde in den 1980ern zu einem Luftschutzbunker umgebaut. Dazu musste eine spezielle Filteranlage eingebaut werden.
Was soll an der Bahnstraße 226 entstehen?
► In dem ehemaligen Weltkriegsbunker sollen 18 Luxus-Wohnungen entstehen.
► Die Wohnungen sollen eine Fläche von 100 bis 167 Quadratmeter haben.
► Das gesamte Gebäude wird barrierefrei gebaut.
► Strom beziehen die Wohnungen über eine Fotovoltaikanlage.
► In den ehemaligen Bunker wird eine Wärmepumpe installiert.
► Es soll Parkplätze und Ladestationen für E-Bikes und E-Autos geben
Weil die Wartung dem Bund hohe Kosten verursachte, wurde der Bunker dann im Dezember 2019 versteigert und unter anderem an Muhamet Aslan verkauft. Die jetzigen Investoren wollen hier nun 18 luxuriöse Loft-Wohnungen entstehen lassen. „Zwei Drittel der Bauphase sind bereits abgeschlossen”, sagt Aslan.
Spektakulärer Umbau: 6000 Tonnen Beton mussten rausgeschnitten werden
Und die waren mitunter spektakulär. Die Betonwände mussten mit dem sogenannten Diamantsägeverfahren herausgeschnitten werden. Dabei wird eine Säge verwendet, deren Sägeblätter mit Diamanten besetzt sind und Beton besonders sauber herausschneiden können. Dadurch sollen Erschütterungen vermieden werden, die Risse im Bestand verursachen können.
6000 Tonnen Beton mussten abgetragen werden, damit der Weltkriegsbunker zu einem Wohnhaus werden kann. „Insgesamt haben dabei fünf Firmen zusammen gearbeitet“, erinnert sich Aslan. Das Heraustrennen der Betonblöcke allein dauerte sieben Monate. „Die Logistik und die Anfahrt waren sehr aufwändig“, sagt Aslan. Unter anderem war dabei ein Mobilkran im Einsatz, der allein 180 Tonnen wiegt.
Anfang 2024 soll der Umbau fertig sein. Was dann die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner erwartet? Aslan sagt: „Alles wird energieeffizient und nach der neusten Technik eingebaut.“ Die Wohnungen werden die Effizienzklasse A++ haben, also fast dem höchsten aktuellen Gebäudestandard entsprechen.
Luxus-Wohnungen im Weltkriegsbunker werden besonders energieeffizient gebaut
In den alten Weltkriegsbunker wird eine Wärmepumpe eingebaut, Strom bekommt er über eine Fotovoltaikanlage und vor dem Haus soll es Ladestationen für E-Bikes und E-Autos geben. „Die Wohnungen werden eine Größe zwischen 100 und 167 Quadratmetern haben“, sagt Aslan.
Dabei ist die Aufteilung unterschiedlich. Manche Wohnungen für Eltern sollen direkt ein Badezimmer im Schlafbereich haben. Vier Wohnungen sind behindertengerecht gebaut – eine im Erdgeschoss hat sogar einen separaten Eingang. „Überhaupt soll das ganze Haus barrierefrei sein“, sagt Aslan. Zusätzlich zur Treppe wird es einen Aufzug geben.
„Es gibt schon viele Interessenten für die Wohnungen“, sagt Aslan. Jeden Tag bekommt er deswegen E-Mails. Aber noch ist der Verkauf nicht gestartet. „Der beginnt erst, wenn die Wohnungen fertig sind und wird von einem externen Makler organisiert.“ Bis die ersten Menschen in den Weltkriegsbunker einziehen, kann es also noch etwas dauern. (ebu)
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