Windräder am Rennweg

Fast 200 Meter mehr: 70,5 Meter hohes Windrad soll ersetzt werden

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Das 70,5 Meter hohe Windrad am Kalkofen soll abgebaut werden und an gleicher Stelle durch eine 267 Meter hohe Windkraftanlage ersetzt werden.
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Das bestehende Rad soll durch ein 267 Meter hohes ersetzt werden. Da es sich um eine Repowering-Maßnahme handelt, empfiehlt die Verwaltung die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens.

Allagen - Das Gebiet rund um den Rennweg wird immer blauer. Zumindest, wenn man auf die Übersichtskarte für Windkraftanlagen im Kreis Soest guckt. Dort wurden in den letzten Tagen insgesamt 17 Windräder von gelb auf blau gestellt, was in diesem Fall heißt von beantragt auf Vorbescheid genehmigt. Eine Unterscheidung zwischen Baugenehmigung und genehmigtem Vorbescheid gibt es auf der Karte nicht. Elf der Anlagen gehören zum Windpark Rennweg, sechs hat Westfalenwind beantragt. Die Genehmigung der Vorbescheide hatte der Kreis Soest in seinen Amtsblättern in den letzten Wochen und Monaten bekanntgegeben. Sie waren erteilt worden, bevor sich Landes- und Bundesgesetzgebung geändert hatten und die Windenergiebereiche im neuen Regionalplan ausgewiesen worden waren.

70,5 Meter hohes Windrad am Allagener Kalkofen soll durch 267 hohes ersetzt werden

„Wir werden jetzt die Baugenehmigungen für diese elf Anlagen beantragen“, erklärte Marcel Papenfort, Geschäftsführer der Windpark Rennweg Betriebs GmbH & Co. KG. „Und da gibt es noch einige Punkte im Verfahren, die man beachten muss“, sagt Papenfort, dass unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag gegeben werden müsse. „Da werden noch einige Punkte diskutiert, der Schwarzstorch wird sicher auch Thema“, erklärt er.

Ob es am Ende tatsächlich die Genehmigung für die elf vom Windpark Rennweg beantragen Anlagen geben wird, werde sich dann zeigen. „Bei den ersten elf Anlagen, die genehmigt worden sind, hatten wir ja auch 15 beantragt“, könne es durchaus auch Absagen geben.

„Mehr geht halt vom Platz auch nicht mehr“

Für vier der elf Anlagen rechnet Marcel Papenfort mit einer schnellen Entscheidung, denn sie liegen „im Interpretationsspielraum der Regionalplanung“, so der Windpark Rennweg-Geschäftsführer, der die Kosten für die Planung auf einen mittleren sechsstelligen Bereich beziffert. „Damit sind unsere Planungen dann vorerst abgeschlossen. Mehr geht halt vom Platz auch nicht mehr“, erklärte Marcel Papenfort, dass am Rennweg aktuell keine weiteren Windkraftanlagen seines Unternehmens geplant sind.

Keine Vorbescheide hat der Kreis Soest bislang für acht geplante Windkraftanlagen im Grenzbereich zu Völlinghausen erteilt. Hierbei handelt sich um sechs Anlagen des Energieversorgers EnBW, eine Westfalenwind-Anlage am „Köpfchen“ sowie eine Anlage der Horbkesweg Windenergie GbR. Diese steht in der nächsten Ratssitzung in Warstein am 7. April auf der Tagesordnung. Die Verwaltung empfiehlt dem Rat hier die Ablehnung des Gemeindlichen Einvernehmens. Das hatte er im Februar den EnBW-Anlagen bereits untersagt.

Das Gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, schlägt die Verwaltung aber für eine Anlage am Kalkofen in Allagen und eine auf der Haar auf Belecker Gebiet vor. Hier sollen kleinere Anlagen im Zuge des Repowerings durch größere ersetzt werden. Die Anlage am Kalkofen war bereits bei der letzten Ratssitzung im Februar Thema. Damals hatte der Rat das Gemeindliche Einvernehmen für das nun erneut beantragte Windrad sowie zwei weitere Windräder noch verweigert. Die Begründung: Sie liegen nicht in einem Windenergiebereich, aber in einem Vogelschutzgebiet.

An der Lage des Windrads hat sich nichts geändert, dafür an der Gesetzeslage. Vorbescheide für Anlagen außerhalb von Windenergiebereichen sind laut Bundesimmissionsschutzgesetz zwar nicht mehr zulässig, das Gesetz sieht aber eine Ausnahme für Repowering-Maßnahmen vor. Die BraWell GbR möchte das bislang insgesamt 70,5 Meter hohe Windrad an gleicher Stelle durch eines mit einer Gesamthöhe von 267 Metern ersetzen.

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