Lange Wartezeiten sorgen für ein Umdenken

A45: WDR will Stau vor Lüdenscheid-Nord nun doch im Radio melden

+
Trotz Ferienzeit staut sich der Verkehr auf der A45 vor der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord. Bislang hat der WDR dies in den Verkehrsdurchsagen nur sporadisch oder gar nicht vermeldet. Nun soll es eine Lösung im Sinne aller Verkehrsteilnehmer geben.
  • schließen

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist traditionell die verkehrsärmste Zeit des Jahres. Die Autobahnen sind in der Regel frei, viele Speditionen geben ihren Fahrern frei, kaum Lkw stören den Verkehrsfluss. Die halbstündlichen Verkehrsnachrichten im Radio erschöpfen sich meist in dem Hinweis, es gebe „keine Meldungen.“ Gute Fahrt. Vor der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord war das zwischen den Jahren anders.

Lüdenscheid – Vor der Sperrung der A45 staute sich der Verkehr in Fahrtrichtung Gießen am späten Nachmittag teilweise bis zur Raststätte Rölveder Mühle, also etwa drei Kilometer lang. Auto an Auto reihte sich dort im Dunkeln aneinander. Bis die Pförtnerampel an der Anschlussstelle („Bei Grün 1 Fahrzeug“) erreicht war, dauerte es mindestens 45 Minuten oder länger, wie das Live-Verkehrsportal Verkehr.NRW vermeldete. Doch in den halbstündlichen Verkehrsnachrichten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) tauchte der Autobahn-Stau nicht auf – und auch auf der Verkehrshomepage des WDR fehlte der Hinweis. Besonders auffällig war es am 30. Dezember um 17.30 Uhr, als der Stau auf der A45 vor Lüdenscheid-Nord mit 45 Minuten Wartezeit sogar der langwierigste in ganz NRW war – wenn er denn vom WDR vermeldet worden wäre. Viele Autofahrer gerieten auf dem Weg zu Familienbesuchen offenbar ungewarnt in den Stau, denn die Ausweichstrecke über die B54 war gleichzeitig frei.

Bereits im September hatte unsere Zeitung beim WDR angefragt, warum die Verkehrsteilnehmer in den Radio-Verkehrsnachrichten nicht auf die Sperrung der A45 bei Lüdenscheid sowie die damit verbundenen Staus hingewiesen werden. Damals antwortete ein Sender-Sprecher: „Nach einer längeren Phase ununterbrochener Erwähnung bemerken wir meist eine gewisse Sättigung mit der Dauer-Information. Seit dem 28. Dezember 2021 melden wir die Sperrung der A45 mindestens zweimal täglich im gesprochenen Verkehrshinweis: während des Berufsverkehrs am Morgen und am Nachmittag. Darüber hinaus melden wir die Sperrung, wenn der Stau vor der Sperrung und die Umfahrung über die Ableitung ab Lüdenscheid deutlich mehr als eine Stunde kostet.“

Der WDR will ab der kommenden Woche den Stau vor Lüdenscheid-Nord abgekoppelt von der Sperrungs-Meldung anzeigen und auch häufiger durchsagen.

Diese Regelung galt auch noch zwischen Weihnachten und Neujahr, wie WDR-Sprecherin Stephanie Noack auf erneute Anfrage deutlich machte. Demnach „wurde mehrfach vor- und nachmittags auf die Störung hingewiesen mit folgender Formulierung am Ende der Durchsage: „Wegen der gesperrten A45 bei Lüdenscheid sind die lokalen Ausweichstrecken auch heute wieder stark überlastet. In Richtung Siegen rund eine Dreiviertelstunde plus.“ Allerdings nicht jede halbe Stunde und damit nicht fortlaufend in sämtlichen Programmen.

Klar ist: Hätte sich der drei Kilometer lange Stau mit 45 Minuten Wartezeit zwischen Westhofener Kreuz und Schwerte befunden, wäre er dagegen in jedem Fall regelmäßig im Radio vermeldet worden. Die erneute Anfrage aus Lüdenscheid hat in der Verkehrsredaktion daher zu einem Umdenken geführt, wie Sprecherin Noack deutlich mache. „Wir arbeiten bereits an einer neuen technischen Lösung, um auch den Stau vor der Ableitung dauerhaft sichtbarer zu machen. Für die digitale Ausstrahlung auf der Homepage und für Navigationsgeräte ist das bereits geschehen“, sagt Noack und weiter: „Ab kommender Woche sollte die reine Staumeldung – abgekoppelt von der Sperrungsmeldung – auch wieder deutlich häufiger in den Durchsagen auftauchen.“ Ganz im Sinne der staugeplagten Verkehrsteilnehmer auf der A45.

Kommentare